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1 (1877) A - Liebe
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Fraiijösischc Sprache.

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In Betreff des Verfahrens in dem Unterricht find folgende drei Hanptstückewohl zn beachten:

1) Bringe den Lehr- und Lernstoff auf dieser Stufe nur in kleinen Quantitätenund nimm eine grammatische Materie nach der andern durch, nicht mehrere zugleich;gehe auch nie zur zweiten, solange die erste nicht zn völliger Erkenntnis > und durchsicheren Gebrauch festes Eigcnthnm geworden ist.

2) Um für diese richtige Erkenntnis zu sorgen, laß jede zu behandelnde gram-matische Thatsache, Form u. s. w. an einigen französischen Musterbeispielen, undzwar so weit nöthig und thunlich, im Satzver'band, anschaucn und erkennen; bewerk-stellige sodann eine richtige und gute deutsche Uebcrsetzung derselben; hierauf laß diedeutschen und die französischen Formen vergleichen und endlich daraus die Paradigmenerzeugen oder den Lehrsatz für das Deutsche und den für das Französische ablcitcu.Durch diese vier sich rasch folgenden Verstandcsoperationen wird das Verständnis derfranzösischen Sprachsorm sicher und gründlich erzielt.

Daß auf diesem Wege auch für den deutschen Unterricht ein namhafter Gewinnsich zugleich ergeben muß, wird unbestreitbar sein; doch wollen wir nicht übersehen,daß es sich nicht um einen puren Anschluß des Französischen ans Deutsche, sondernnur um ein förderndes Zusammenschließen und Zusammenhalten beider handelt.

3) Wie wird aber das grammatische Wissen ein sicherer Besitz? Wenn mandieses Verständnis der Form vertieft und diese Erkenntnis der Regel einprägt. Diesgeschieht wohl nicht durchöfteres Lesen der Regeln", sondern fürs erste dadurch,daß mau Form oder Regel einübt an weiteren, den Mustersätzen ähnlichen Ex-positionsbcispielen, die in dem grammatischen Uebungsbuch gegeben sind und derenZahl im Nothfall durch Dictatc vermehrt werden muß. Auf die mündliche, wennvon Nutzen auch schriftliche Uebcrsetzung ins Deutsche ist großer Fleiß zu verwenden.Aus dieses Einüben folgt das mehr oder weniger selbständige Verwenden der Formenund Regeln an entsprechenden Compositionsbeispielen.

Endlich wird besonders durch jenes mündliche Ucbcrsctzcn, wobei der Schüler ohneBuch und ohne Präparationsheft arbeitet, durch Auswendiglernen, durch geregeltesWiederholen und mannigfaltigstes Verbinden des Alten mit dem Neuen das Durch-gcnommcnc zu einem freien Eigcnthnm gemacht, das jederzeit vorhanden und ver-wendbar ist, und zu einem sicheren Grund und Boden, auf welchem der späteregrammatische Unterricht nicht bloß sicher stehen, sondern auch ebenso fortschreitcn kann.

Weitere methodische Winke.

Stelle für jede der vier Dcclinationen des Substantivs, sodann für die des Sub-stantivs mit nachfolgendem, mit voranstehendem Adjectiv, ähnlich für den Comparativ,den Superlativ, für die Konjugation einfache Muster sch cm ata aus. Sie seicuklar, übersichtlich angcorduct und eben dadurch geeignet, als feste unabänderliche Oricn-tirnngspuncte zu dienen. Aus eben diesem Grunde laß diese Formen von Anfang angründlich anschauen, scharf auffassen, in ihre Bestandthcile zerlegen, und durch hin-reichende Vcrsinnlichung der grammatischen Verhältnisse besonders auch die Bedeutungjedes Theils unterscheiden.

Ucbersich dabei nicht, daß die Formen der französischen Flexionen schwieriger zufassen und zu behalten sind, weil sie fürs Auge nicht scharf genug geformt und geschie-den sind, besonders aber durch das häufige Stummwcrdcu von Vocalen und Conso-nantcn für das Ohr eine höchst empfindliche Einbuße an bestimmter Ausprägungerlitten haben. Ta ist eine Nachhülfe nicht zu verschmähen. Diese kann fürs Ohrdarin gesunden werden, daß man, wie oben beim Tictircn schon angcrathcn, jedeFlexion beim Anschauen und Erfassen zunächst nach dem geschriebenen Buchstabcnwcrthbehandelt und volltönend lesen läßt. Aber auch für das Auge kannst du sie faßbarerund behältlicher machen durch anschauliche Entwicklung und saubere Darstellung ander Wandtafel, durch jeweilige übersichtliche Zusammenstellungen einzelner Formen(z. B. alle Nominative oder alle Genetive sinx. der vier Dcclinationen oder allePres, äs 1'inci. suip-. 3; alle iinpurk. äe snbj. xl. 1 u. ä.). Auf diese Schematakomme man aber nicht erst im Falle der Noth zurück, um von ihnen aus die benöthig-teu Analogieschlüsse zu macheu; viel besser ist es, wenn man im Elcmentarcursnskeine Grammatikstundc vorübcrgehcn läßt, ohne irgend eine Declinaticn oder Conju-