Französische Sprache.
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beginnen. In Ansehung des Materials, welches derselbe zu lehren und zu übenhat, handelt es sich um Erweiterung und tiefere Gründung des bis jetzt Gelernten,so zwar, daß nunmehr bei diesem zweiten Gange durch die Grammatik auch die wich-tigeren Ausnahmen, die sogenannten Unregelmäßigkeiten, und die Eigentümlichkeitenund Feinheiten, soweit erforderlich, an die Reihe kommen. Daß man das Neuhinzu-tretende in engste Verbindung mit dem zuvor Gelernten zu bringen hat, braucht kaumangedeutet zu werden.
Nachdem die Vocale, die Consonanten in ihren Hauptgruppen, wieder übersichtlichdargestellt sind, fallen nun der Lautlehre allerlei Ergänzungen zu. Sie betreffeudie Accentlchre, die Apostrophe, die Thcilung nach Sprechsylben, die Quantität derSylbcn, allerlei Unregelmäßigkeit in der Aussprache und kleiden sich am wirksamstenin das Gewand praktischer Ucbungen und Aufgaben.
Die Wortlehre wird wiederum selbständig betrieben, also nicht in die Satzlehrecingewobcn. Hier gilt es, beim Substantiv die dritte und vierte Declination gründlichdurchzunchmen, beim Adjectiv die Gesetze über die Stellung, beim Pronomen dieGruppen der unbestimmten, beim Verbum, besonders beim reflexiven, die Häufung derQbjectpronomcn recht ins Auge zu fassen. Hier wie bei allen andern Redetheilcnmüßen die sprachlichen Thatsachen in richtigem Zusammenhang und deutlicher Gliede-rung sichtbar werden, müßen Function und Bedeutung jeder Wortart und Wortformzu klarer Erkenntnis gelangen, und die Schüler angeleitet werden, solche in genauenDefinitionen, in Lehrsätzen und Regeln auszudrücken. Die grammatischen Uebungenmüßen natürlich bei jedem Paragraphen so lange fortgesetzt werden, bis mehr undmehr ein bewußter freier Gebrauch sich einstellt. Neben der Wortlehre haben aberdie Schüler nun auch bei jedem Rcdethcil die Wortbildungslehre in etwas zuerfassen.
Von einer systematischen Einführung in den französischen Wortschatz, etwa in derArt, daß zuerst nur Stämme, dann Ableitungen, dann Zusammensetzungen in derFibel, dem Lesebuch und in den Exercitien Vorkommen sollten, kann im Schulbetriebnicht die Rede sein. Aber besondere praktische Ucbungen an einzelnen Stämmen sindwohl durchzuführen; erforderlich ist es, daß nunmehr die neuen Vocabeln, und beiGelegenheit auch lehrreiche ältere, nach ihrer leiblichen Abstammung und Bildung un-geschaut, und sodann nacheinander in ihrer ursprünglichen, späteren und abgeleitetenBedeutung erfaßt werden. Diese Belehrungen werfen oft ungemein Helles Licht aufeine sprachliche Gruppe. Da hören diese Wörter alsbald ans, willkürliche Bildungen,starre Zcichencomplexe zu sein, denn der Schüler vernimmt, welchen Sinn das Wortvon Hause aus in sich trägt, sieht die Wurzel, aus welcher cs hervorgewachseu ist,und dasselbe steht nuu in sinnlicher Anschauung und unmittelbar wirkender Kraft vordem Auge seines Geistes. Die rechte Wortbildungslehre wird von selbst zur Wort-bedeutungslehre.
Die Syntax wird wieder nach den Satzformen und Satzthcilen ungeordnet.
Beim einfachen Satze ist besonders zu betonen die Satzgliederfolge im Aussage-,Ausrufe-, Frage- und Befehlssätze, sodann die Casuslehre, die Rection der Verba, derAdjcctive. In der Satzverbindung müßen die Conjunctionen und die Tcmpuslehrevornehmlich zu ihrem Rechte kommen, bei beiden Capiteln nicht ohne ernste Anforde-rungen an Lehrer und Schüler. Beim Satzgefüge endlich hat inan außer den Neben-sätzen drei der wichtigsten Gegenstände zu behandeln, nämlich die Moduslehre, die(Rmsoontio temporum und die Participialconstructionen. Hier müßen die mancherleiVergleichungen mit dem deutschen und dem lateinischen Satzbau wirksame Dienstethun, sei es daß die verglichenen Erscheinungen gegensätzlich oder parallel laufend odergar congruent sich darstellen; und wenn irgendwo durch praktische Uebungen diegrammatische Einsicht und Erkenntnis Gewinn zieht, so ist es hier; weshalb auf diemannigfaltigsten Expositions- und Compositionsarbeiten der Nachdruck zu legen ist.
In Betreff der Methode dürfte zum Bisherigen uock Folgendes zu lagen sein. Aufdieser Stufe, beim elf- bis vierzehnjährigen Schüler, bleibt es eine Hauptaufgabe, nichtbloß in sichern Besitz aller nöthigen Formen zu kommen, sondern auch durch die harteSchale der Formen durchzudringen zur reiferen Einsicht in ihr Wesen. Wie geschiehtdas? Indem der Lehrer jedes grammatische Pensum geistbildcnd betreibt und jede