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französische Sprache.
da dem Franzosen nicht nacheifern und seine deutsche Sprache nicht gleichen Fleißeswerth achten? welcher Lehrer nicht sein und seiner Schüler Hochdeutsch von den Nach-läßigkeitcn des Vocalismus wie Consonantismus und von jeder schwerfälligen oderplumpen Aussprache reinigen, und so in der Schule jederzeit für unserer deutschenSprache lautliche Reinheit und Schönheit, für ihren Wohlklang und ihre Kraft allesErnstes thätig sein?
An das Aussprechen- und Nachsprechenlernen knüpft sich im französischen Untererichte aufs engste
L. Das Lesen,
ebenfalls ein Hauptstück der elementaren Grundlegung. — Lange Zeit behandelte inanes nicht als ein Geschäft für sich; man lernte cs nebenher, nämlich neben der Gram-matik, als ob etwa die Paradigmen dazu eine passende Gelegenheit wären, oder garneben der Lectürc des Schriftstellers. Es halfen zu diesen: Verfahren allerlei irrthüm-liche Voraussetzungen, z. B. jene, die Buchstaben kenne man schon vom deutschen undlateinischen Unterrichte her, auch lauten die meisten wie dort, u. ä. Später verfuhrman besser, sofern das Lesen wenigstens theoretisch gelehrt wurde. Der ganze Unter-richt bestand aber darin, daß man in den paar ersten Unterrichtsstunden die Leseregclnrasch nach einander durchnahm und so den L>chülcrn das nöthigste Wissen über dieGeltung der Buchstaben beibrachte. Von Einübung und Angewöhnung war dabeikeine Rede. Daher traf man auch das Lesenkönncn außer bei den begabteren Schülernnur selten; dagegen zeigte sich in den meisten Fällen, und zwar in älteren wie jüngerenElasten, eine armselige Lesestümperei. In der Grammatikstunde und noch mehr beider Lectüre stockte es bei jedem Satze; es brauchte ein unaufhörliches Nachbcssern undWiedervorneanfangcn. Zu alle dem war ein Ton angenommen, welcher unnatürlichklang oder leierte oder sonstwie zeigte, daß der Lesende nicht lese, d. h. nicht aus demBuch heraus rede, auch nicht verstehe, was er sage. Ein deutlicher Beweis, daß dasLesenlernen im Französischen seine Schwierigkeiten habe. Diese kurzweg zu umgehenist Selbsttäuschung, sich dies elementare Geschäft ersparen oder nur ungenügend besor-gen, heißt sich für die ganze folgende Lernzeit viel Verdruß aufsparcn. So wird daseinzig,Richtige sein, dw Schwierigkeiten ernstlich ins Auge zu fassen und methodischzu überwinden. Wie dabei vorzugehen sei, das haben uns ebenfalls die früher ge-nannten verdienstvollen Schulmänner Schmitz, Benecke, Plötz u. a., zuletzt noch ganzbesonders Toussaint-Langenschcid in trefflicher Weise gezeigt. Will die Schule ihnenfolgen, also in diesem Stücke das Rechte auf die rechte Weise thun, so ist vor allemandern in den Anfängerclassen ein Fibelunterricht unerläßlich, zunächst also einselbständiges und systematisches Lehrverfahren für das Lesenlcrncn. Die Hauptzüge'desselben dürften folgende sein:
Im Elementarlescunterricht hat man zwei Stufen zu unterscheiden, die erste,welche das lautrichtige, und die zweite, welche das mechanisch geläufigeLesen umfaßt. Aufgabe der erstercn ist es, den Schüler allmählich so weit zu brin-gen, daß er n) alle lauten Buchstaben, einzeln und in Verbindungen, richtig lese;
alle stummen Buchstaben in dem Wortbilde erkenne und o) alle in der Bindunglauten lesen könne. Demzufolge muß die Lcsefibel den ganzen Buchstabcnbcstand fürVocale und Consonantcn, für Diphthongen und Consonantenverbindungen, methodischgeordnet, erst einzeln, dann in Sylbcn, Wörtern, zuletzt in kleinen Sätzen vorführcnund nach einander für Auge und Sprachorgane fertig einüben. Daraus geht hervor, daßsich der Elementarlescunterricht stets unmittelbar mit dem im Aus- und Nachsprccheuverbindet. Wenn der einzelne Laut und die Lautgruppe, vom Munde des Lehrersab, gut ausgesprochen wird, wird sic sofort auch lesen gelernt. Der Lehrer schreibtdie betreffenden Buchstaben, Sylbcn, Wörter an die Wandtafel, liest sie vor, läßtNachlesen bis zur Fertigkeit. Auf die Ucbung an der Wandtafel folgt die im Buche.Es ist klar, daß auch hier das Vorlescn des Lehrers eine Haupthülse ist. Das Nach-lesen geschieht stets zuerst im Chore, dann von einzelnen. Man darf nicht zufriedensein, wenn das Französische der Schüler nicht französisch lautet, auch nicht weitergehen, bevor die Uebung leidlich richtig und fertig von statten geht. Dabei ist jedochnicht zu übersehen, daß in Bezug auf d) und o) vieles erst nach und nach durch die