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Französische Sprache.
gen ins Gedächtnis, die daneben bekanntlich noch leicht zu MisverstLndnisscn führenkönnen. Tiefe harte und stoßende Aussprache in eine leichte und mühelose umzuwan-deln, einen richtigen Wechsel der harten oder geschärften und der weichen Consonamenin der Classe hervorzubringen, ist eine schwere Aufgabe; gelingt sie aber dem Lehrer,neben dem, daß er ihr den ganzen Vocalismus, den eigentlichen Klang und die Musikder Sprache, voll und rein beigebracht hat, so hat er den besten Grund für eine guteAussprache gelegt. Gleichwohl bleibt dann noch allerlei zu thun. Das ersehen wir,wenn wir nun das Wort auch als rhythmisches und betontes Lautgebilde unsVorhalten. Daß uns auch hier wieder das deutsche Element hindert, der fremdenSprache so weit nöthig gerecht zu werden, ist leicht zu zeigen. Unsere Schüler-trägen nämlich aus die französischen Wörter ohne weiteres die deutsche Sylbenmcssungund demzufolge meistens auch die deutsche Betonung über. Dadurch entstehen lang-gedehnte und zugleich starkbetontc Vocale in größter Zahl, ^ und man hört sprechen, wiewenn geschrieben stünde: In kübls, In elürts, l'seüls, 1'^.sis, ^apüliou. Natürlichbefleißt man sich dann bei jedem von Rechts wegen geschriebenen ^ um so mehr derLänge und Schwere in Wörtern wie: ts eüts, la töte. Im digraphischcn Bocalsieht man ebenfalls gern eine Länge und eine betonte Sylbe und spricht dann: Innnrlson, In raison, In moüolls, j'aürai. Den uoosnt niZm, der ein bloßes Lautzeichcnist, nimmt man für ein Quantitäts-, hier ein Dehnungszeichen und daher stammendie: Io prshssnt, ts äshkini, äshju, ü'shlsmuqus. — Man zeichnet überhaupt vielfachdie Wurzelsylben mit deutscher Betonung aus und unterscheidet sie so absichtlich vonden Vor- und Nachsylben: xurisr, krouvsr, mourir, eouvsrt, upprkiiant, vonsUvsr, vons stounss; supsrlutik — voulsr-vous? - ^ so vouärais parior
anAiais ^ ^ Wie hier auf die Wurzel-, so bringt man in andern Fällenans die Anlautsylbe den Ton, in noch andern Betonung und Länge auf den Wort-schluß: gWrsnärs, 8nrelmr§sr, promsttrs, röponärs, oder rolukik, inäioatik, Injnsklos, ronärs un ssrvlvs. Bei den Diphthongen endlich, von denen wir weiteroben schon gesehen, daß sie gerne zwcisylbig gesprochen werden, betont man regel-mäßig den ersten Vocal und sagt: 1s dien, js u'ai rl/sn äit, o'sst llw i, j'aisoik, Ül/su.
Durch alle diese Aenderungen häufen sich nun in unserer Aussprache leicht un-richtige Längen und unstatthafte Betonungen und in Verbindung damit ein bequemesAusruhen in solchem Maße, daß sehr oft ein schwerfälliger, schleppender Gang in derAussprache und im Vortrage die Folge ist. Eine solche Art ist aber, wie bekannt,der französischen schnurgerade entgegen. Diese hat bekanntlich nicht nur eine Neigung,kurz und leichtfließend von Sylbe zu Sylbe voranzugehen, sondern sie kennt auch,weil Gefühl und Bewußtsein der Sprachwurzeln bei unfern westlichen Nachbarn viel-fach schwach oder unentwickelt bleibt, den deutschen Unterschied der betonten Wurzcl-sylben, der schwachbetonten und der tonlosen Nebensylbcn nicht. Das Französische hatalso keinen stehenden Sylbcnton, und überhaupt im Vergleiche mit dem Deutschen nureine ganz schwache Betonung. Letztere vertheilt sich ziemlich gleichmäßig wie auf dieSylbcn des Worts so auf die verschiedenen Glieder des Satzes, so jedoch, daß je nachder Absicht und Gemüthsbewegung des Sprechenden, oder bei gleichlautenden aberinhaltlich geschiedenen Wörtern (R tents, I'nttento; In vsnns, 1'nvsuns u. s. f.) aufdiese oder jene Sylben oder Wörter etwas mehr Stimmnachdruck, etwas mehr Kraftund Energie gelegt werden kann. Jedenfalls erscheint ein Wortton, wenigstens einestärkere Betonung als unser deutsches Ohr von Hause aus gewöhnt ist, auf dem letztenWort oder gar auf der letzten vollen Sylbe des Satzes. Die französische betonteSylbe wird aber dadurch nicht anch eine lange, auf der die Stimme gemächlichweilt, sondern sie wird nur nachdrücklicher und kräftiger gesprochen. Hier ist nunAufgabe des Lehrers, vor allem darauf zu achten, daß jede Sylbe zwar klar undvoll hcrvorgcbracht, aber keine in die Länge gezogen werde; er hat einerseits dasschwerfällige Aussprechcn, das unbeschreiblich bequeme geruhige Sprechen und dasunerträglich langsame Zeitmaß abzustellen, andererseits die starke wuchtige deutscheWurzelbetonung, desgleichen eine ganz fremdartige Tactbewegung in seinem französischenUnterricht nicht aufkommcn zu lassen.