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1 (1877) A - Liebe
Entstehung
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Französische Sprache.

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zu einem nasalen machen und guter Dinge sagen: In äs^ms, I'üme, Nnmusor, 1'Iiu-mn^nlto, Is trönN8, Ito-,i»6 statt tu clnmo, I'nma, nmuser, l'Inimnnite. Ia träne,Lome. Diese Liste der Vocalfehler ist nicht vollständig, doch lange genug; der Unter-schied ist zwar einigemal nicht grell, aber schon diese kleinen Mangel und noch mehrdie gröberen Abweichungen vom reinen und volltönenden Vocal entstellen, eben weilsic so außerordentlich oft auftrctcn, in ihrer Summation unsere französische Ausspracheam allerübelstcn. Jedenfalls kommt sie dadurch um allen Wohlklang, denn der ruhtvornämlich auf den reinen, anmuthig wechselnden Vocalen.

Forscht man der Entstehung der bczeichncten Ucbelstände nach, so findet man, wieso gar häufig nicht beachtet wird, daß Deutsch und Französisch auch durch verschiedenenGebrauch der Sprachwerkzeuge von einander abweichen, sondern daß man im Gcgen-thcil annimmt, in allen Sprachen finde bei den Lauten des ABC dieselbe Anwendungder Sprachwerkzeuge statt. Dem ist aber nicht so, wie jeder aufmerksame Beobachtersehen und hören kann, und so rühren nun die meisten obenerwähnten Vocalnnrichtig-kcitcn von einer Stellung der Lippen und einer Rundung der Mundhöhle her, die sichzur Erzeugung der französischen Vocale ungünstig oder fehlerhaft erweist. Genauergesprochen, sic beruhen darauf, daß der deutsche uud besonders oberdeutsche Mund esliebt, mit weiter und tiefer Höhlung zu sprechen und, im Zusammenhänge damit, beider Articulation der Laute die Kehle sich mehr oder minder mitbetheiligcn zu tasten.Dadurch eben entsteht der sogenannte gutturale Charakter unserer mundartlichen undhochdeutschen Selbstlaute; bei deu französischen dagegen muß vorzüglich die vordere,labiale Hälfte der Mundhöhle in Anspruch genommen werden, und dadurch erhält dieseVocalreihe einen vorherrschend labialen und dentalen Ausdruck. Gehen wir zu demFehlerhaften in den Nasalen über. Hier ist wohl die scheinbar geringste Mangelhaftig-keit die, daß der Nasenlaut fast verwischt, jedenfalls nicht abgerundet, nicht volltönendhcrvorgebracht wird. Daß so das Ohr nn nicht von on, und in nicht von nu u. s. f.und den Nasal nicht von seinem reinen Vocal unterscheiden kann, also Unreinheit undUngenauigkeit der Klänge Antritt, versteht sich von selbst. Ein anderer Fall ist der,daß z. B. in Oberdeutschland der nasale Vocal zu einem doppelten und in die Breitegedrückt wird. Daher die Erscheinungen: Iv wain, In fain, Io pain, das aindcffcni;in anderer Lautumgebung läßt man dagegen den Nasal ganz entschlüpfen und sagr Isnobrs, los LUliöntäs, il rapoäit, mo pars.

Bei den Diphthongen ist wohl die häufigste Verderbnis die, daß man sie nichtdurch eine einzige, rasche und leichte Mundöffnung hcrvorbringt, sondern sie zwcisylbigmacht und demzufolge spricht mo/n, so/n, no/nr, Io ro/n. Noch übler ändert man anden nasalen Diphthongen und bringt allerlei schlimme Formen von bla bis biäng her-vor, keine aber ohne die betreffenden französischen Wörter breit, schwerfällig und übel-lautend zu machen.

Wie steht es nun mit den Consonantcn? Das Französische ist in dieser Hinsichtnicht reich, und dennoch haben wir mit harten Hemmnissen zu ringen: Wir bringen,ähnlich wie bei den Vocalen, die französischen labialen und dentalen tsnu68 und mscününur mit gutturalem Zusatz hervor. Wir erzeuge» nämlich die Labialen nicht mit einemleichteren oder stärkeren Zusammenpressen und HinauSstoßcn der Lippen, sondern wirverlegen den Entstehungsort dieser Laute thcilweise von den Lippen oder der vorderenMundhöhle weg in die mittlere Mundhöhle hinein und lassen neben den Lippen auchdie Kehle sich bei der Aussprache bethciligen. So kommt es, daß der Ansatz zum poder b bei uns von der Kehle her dringt und diesen beiden Labialen ein hörbarer Luft-hauch durch die Mundhöhle nackströmt. Aehnlich aspiriren wir bei den Dentalen.Erwägt man nun, daß der Franzose sogar auch die Kehllaute nicht in der Hinterenund tiefsten Mundhöhle bildet, auch keine Aspiration dabei aufkommen läßt, so kannman mit Recht sagen, auch das französische Consonantensystem hat labialen und den-talen Charakter, während es dagegen in unserer Anssprache gar zu gern wieder einenvorherrschend gutturalen annimmt. Der französische Mund scheidet ferner sehr deut-lich jede tenni8 von ihrer meclin; dies wird bekamulich da und dort in Deutschlandnicht so gehalten. Rechnen wir zu diesem Ucbelstände noch den, daß man so häufigzwischen dem säuselnden r und dem scharfen 8, dem f und oll nicht unterscheidet, sorufen wir damit allen Lehrern eine Unzahl unschöner und lästiger Anssprachecrscheinun-