Französische Sprache.
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Strebt man nun in einer Schule nach diesem Sprachebesitzcn und Sprachcgebrauchcn,so wird allmählich auch französisches Sprachgefühl und Sprachbewußtsein, in seinenAnfängen wenigstens, sich ausbilden; mit diesen dreien aber sind die Factorcn derFertigkeit im Französischen, des Französischkönnens, vorhanden.
e) Der französische Unterricht sei ferner systematisch und planmäßig. Esist oben schon von dem Unterrichtsverfahren der Analytiker die Rede gewesen. Hamil-tons und seiner ersten Nachfolger System und Lchrverfahrcn blieb, wie auch dortbemerkt, nur so lange in Geltung, als es von tüchtigen Lehrern und eifrigen Jüngerngetragen wurde. Auf sie folgte bekanntlich eine Reihe von Schulmännern mit einen:modificirtcn analytischen Verfahren. Das ihrer Vorgänger hatte doch gar zu wenigMethodisches an sich. Man stieg dort stets zu allen sprachlichen Elementen herab,beim Aussteigcn aber kam man ini allgemeinen nie über ein grammatisches undonomatischcs Conglomcrat hinaus. Diesem Ucbclstande überwältigender Unordnungmußte jedenfalls abgeholfcn werden. So stellten nun Seidenstückcr, Ahn u. a.in ihren französischen Lehrmitteln ein Aggregat des Allerleichtesten aus der Laut-,Wort- und Satzlehre an den Anfang des Unterrichts. Daran reihten sie im Ver-laufe des Cursus Grammatikalicn der verschiedensten Capitel mehr oder minder ato-mistisch, nicht selten nach Bedarf und Gelegenheit, allermeist aber nach der äußer-lichen Rücksicht der Leichtigkeit des Erlernens. Elementar hieß nun leicht und bequem,und daher von nun an und ans lange das landläufige seichte Gerede von dem ganzleichten und schnellen Erlernen des Französischen, daher die klägliche Erscheinung,daß jeder Stümper von einen: Lehrer mit dem kleinen Ahn in der Hand französi-schen Unterricht gab, daher auch das unschätzbare Wort des Pädagogen: „Der
französische Unterricht ist in: Anfänge zu leicht, um recht bildend zu wirken." Diese
Art des Zusammcnstellcns erzeugte natürlich statt eines einfachen übersichtlichen Elc-mentarwerkes ein wirres Labyrinth, und diese Weise des Sammelns führte in demGeiste des Schülers in Wahrheit zu einem Zerstreuen. Dem Lateinschülcr zwar reichteseine grammatikalische Vorbildung immer wieder den Faden; aber um so schwerermußte der lateinlose Realschüler leiden. Ohne festen Halt gelangte er von einer Materiezur andern und uncrachtet zweckmäßiger Zusammenstellungen und übersichtlicher Wieder-holungen erzielte er nur ein zerfahrenes, zusammcnhangsloses Wissen, sehr oft auch,trotz alles reichlichen und löblichen Einübens, ein nur wenig stichhaltiges Können.
Kein Wunder, wenn er das peinliche Gefühl nicht loswcrdcn konnte, daß er auf
unzweckmäßige und unbildende Weise französisch lerne. Diese modificirte analytischeMethode wird auch gegenwärtig noch vielfach in unfern Schulen gehegt, lateinischenwie latcinlosen; aber im Interesse all unserer Mittelschulen muß mit dieser und allerSystem- und Planlosigkeit durchaus gebrochen werden; wir müßen den Weg deschaotischen Erlernens, welcher doch nur der der kleineren oder größeren Unordnungist, durchaus verlassen. Je bäldcr dies geschieht, desto eher wird ein Haupthindernisfür die gedeihliche Fortentwicklung und für das Ansehen des französischen Unterrichtsaus unseren Schulen weggcnommen sein.
Eine richtige Methode kann doch unmöglich ihren Standpunct irgendwo außer-halb des Unterrichtsfachs nehmen; das Unterrichtsobjcct, dessen Natur, organischeGliederung und logischer Zusammenhang, muß ihr das Erstbcstimmcndc sein. Hierausergeben sich ihr die materiellen Bcstandtheile, die Unterrichtsstoffe, in wohlgeordneterReihe und festem natürlichem Zusammenhang. Demgemäß wird von Anfang an jederThcil oder Abschnitt, jeder einzelne grammatische Lehrstoff, jede einzelne sprachlicheUebung an einem durch innere Nothwendigkcit bestimmten Orte erscheinen müßen, mit-hin nicht gelegentlich da oder dort vorgenommen, beliebig eingereiht werden können.Diese fest bestimmte Reihe, diese entwickelnde Ordnung und Aufeinanderfolge derMaterien ist für beide, für Lehrer und Schüler, gleich sehr bindend und heilsam.Gerade so vorthcilhaft wirkt es, wenn sie sich auch in jedem einzelnen Falle, sei's füreinen im grammatischen Unterricht entwickelten Begriff, sei's für Citirung einer Regeloder eines theoretischen Lehrsatzes, durchaus nur der ein für allemal fixirten Formeloder Ausdrncksweise bedienen. Diese feste, systematische, streng gefügte, aber dochnaturgemäße Gliederung des gesammten Unterrichtsobjectes, dieser stramme sichereGang durch die ganze erforderliche Grammatik, hindert die zweckmäßigste Verkeilung