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Französische Sprache.
der Schwierigkeiten durch die Curse hin nicht im mindesten. Das Wort: je wissen-schaftlicher der französische Unterricht gegeben wird, desto praktischer (hier so viel alsschulmäßiger) wird er auch sein, ist gewißlich leicht umzustoßen; aber das andere: jeunwissenschaftlicher und unsystematischer, desto unpraktischer, je systemloser, desto halt-loser, steht um so fester. Gewiß, der systematische Betrieb kann und muß der ammeisten praktische, schulmäßige werden. Am nützlichsten zeigt er sich für jeden Unbe-fangenen auf dem Gebiete des grammatischen Unterrichts. Weil er die Lchrobjccte vonunten herauf im sicher gefügten Zusammenhang, Laut-, Wort- und Satzlehre nach ein-ander, überall mit Abstufung, mit übersichtlichen Schcmaten, behältlicher Gliederungvorführt und einübt, so wächst im Geiste des Schülers ein wohlverwcndbares Stückan das andere und entsteht schließlich wie ein zusammenhängendes und einheitlichesWissen so auch ein geistiges Ganzes. Aber auch in den übrigen französischen Stundenschafft dieses streng einheitliche und zusammcnsaffcnde Verfahren reiche Frucht: fast vonselbst erzeugt cs im Geist des Schülers feste Angewöhnungen, ein streng geregeltesLernen, wohlgeordnete Kenntnisse und vornämlich auch einen wissenschaftlichen Sinn.
Daß dieser Unterricht, obschon wissenschaftlich richtig und in systematischer Folge,deshalb doch nicht in Compendiumform ertheilt werden darf, sondern daß er elementarund durchaus schulmäßig gegeben werden muß, ist selbstverständlich. Dazu gehört aberwesentlich das reckte schulmäßige Lchrvcrfahren, d. h. zu dem systematischen Lehrgangmuß eine Methode kommen, mittelst welcher der Lehrer seine Schüler durch intensiveGeistesarbeit und Gcistcszucht allein zu diesem wohlgeordneten Wissen und diesembefriedigenden Können des Französischen führt; daher muß
ct) der französische Unterricht durchaus auch formal bildend ertheilt werden.Ter Sprachunterricht bemühe sich zu dem Ende vor allein den Grammatismus nichtcinschleichcn zu lassen, jenen bloßen Wortuntcrricht, der bekanntlich dem Schüler inder ganzen großen lebendigen Welt einer Sprache nur trockene Formen, starre Wurzelnund erstarrte Endungen, leblose Paradigmen, isolirte Vocabeln und abstracto Regelnzeigen und sogar auch in der geistvollsten Lectüre nur grammatikalisches Material bie-ten kann. Vielmehr trachte er jedes Wort Geist werden zu lassen, es mit lebendigemrealem Inhalt zu erfüllen und mit richtigen und klaren Vorstellungen zu verbinden.
Um dies ganz und gar thun zu können, wird er dem Schüler im französischenUnterricht jeder Zeit nur das bieten, was dieser geistig erfassen und assimiliren kann,was er, nach Herders treffendem Worte, wirklich zu genießen und zu verdauen imStande ist. Was er aber fassen kann und soll, das muß er sodann auch auf gründ-liche und rationelle, also auf den Grund hinab und in die rutio hincindringende undeben dadurch geistbildende Weise erfassen und sick zu eigen machen. Hicmit berührenwir eine Kernforderung der Methode und ein Gebiet, auf welchem die Praxis sehrviel sündigt. Soll diese dreifache Forderung erfüllt werden und dadurch allerleischwere »Schädigung der Schule wegfallen, so hat man in unseren Schulen hauptsäch-lich gegen zwei Verkehrtheiten Front zu machen und sie aufs ernstlichstc zu bekämpfen.Fürs erste gegen jenes gerade im französischen Unterricht so bäufige unselige Lehrver-fahren, welches das Object, die Unterrichtsaufgabe, wie das Subjcct, die geistige Kraftdes Schülers, nur so äußerlich zu berühren pflegt, und daher das Lernen gar nichtals ernste Geistesarbeit treiben läßt. Wenn aber das oberflächliche, ungenaue undunsolide Tractiren der französischen Sprache auf allen Schulstufen schadet, so ist diesdock ganz besonders auf der Elcmentarstufe der Fall, weil, wenn sie ungründliche undhudetige Arbeit liefert, eben das Fundament nicht errichtet wird, das einen solidenWeiterbau gestattet, und man dann auf Jahre hinaus nichts als das verdrießlicheGeschäft des Nachbcsserns hat. Wird es der deutschen Schule gelingen, im französischenUnterricht dieser üblen Arbeitsscheu sich zu entschlagen? Aber die Bekämpfung desandern Verfahrens wird noch viel mehr Mühe machen und noch weniger Aussicht aufbaldigen Erfolg gewähren. Ich meine jenes, welches im bloßen Mittheilen der Lehr-stoffe, im äußerlichen Beibringen der Kenntnisse und im Einüben der „Ergebnisse"besteht. In einem solchen Unterricht hat der Schüler bekanntlich um kein Woher oderWohin sich zu bekümmern, hat gar nicht frisch activ mitzuthun, sondern fein passivdas zubercitete Mahl an- und einzunehmen und das Pensum ist geleistet. Wo bleibtaber, muß man fragen, bei dieser mechanischen Tradition und rein äußerlichen Recep-