Lehrziel.
Leichtsinn.
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die Einrichtung bis ins Einzelne als eine wohl geordnete darstellt. Auch ist es fürElementarschulen nothwendig, daß jeder Lehrer auf seinem Gebiete den Stoff richtigvertheilt, d. h. daß er nach einem Verzeichnisse arbeitet, welches die Stoffangaben fürdie einzelnen Disciplinen nach den Monaten enthält. Es ist dies auch ein sehr wesent-liches Hülfsmittel, daß jeder Lehrer sein Classenziel sicher erreicht.
Lehrzimmcr, s. Schulgebäude.
Leibesübungen, s. Turnen.
Leichtsinn. (Flatterhaftigkeit, Willensschwäche.) n. Leichtsinnig ist, wer sichnur durch die Gegenwart bestimmen läßt, für die Eindrücke der Vergangenheit keineErinnerung hat und für die Zukunft keine Sorge trägt. Kaum wohnt einem zweitenSeelengebrechen eine solche Proteusnatur inne, wie dem Leichtsinn. Sogar bei einund demselben Individuum zeigt er zu anderen Zeiten ein anderes Antlitz; süß undbitter quillt hier wirklich aus einem Borne. Damit hängt eS zusammen, daß dieLeichtsinnigen durch eine bei anderen seltene Dicnstfertigkeit, Wohlthätigkeit und Ver-söhnlichkeit oft ein milderes, ja ein günstiges Urtheil für sich zu gewinnen wissen, undebendaher kommt auch der Schein von Gutmüthigkeit, mit welchem dieser Fehler vorden Augen der Leute umgeben ist („er ist ja nicht bös, nur leichtsinnig"). NähereBetrachtung freilich läßt gar bald Unbesonnenheit, Flatterhaftigkeit, Unachtsamkeit,Vergeßlichkeit, Unordnung, Nachläßigkeit und vor allen: Untreue bemerken. Das leicht-sinnige Kind befleckt und zerreißt seine Kleider, zerbricht seine Sachen, verletzt sichselbst, wechselt alle Spiele, „schlägt alle Lehren in den Wind" und verderbt durchseine Hast nach Vergnügen sich und andern tausend Freuden. Der leichtsinnige Knabeund Jüngling untergräbt seine Gesundheit, schwächt seinen Geist, versäumt die Zeitseiner Ausbildung. Der leichtsinnige Mann spielt, trinkt, vcrsänmt seine Arbeit, seinAmt, und macht zuletzt sich selbst, sein Weib und seine Kinder elend. Nichts ist mehrgeeignet, die innigste Theilnahme zu erregen, als das Bild eines solchen Menschen,der sein Leben unter fortwährenden Qualen der Reue, der Selbstanklage, des Kampfesmit sich selber dahinbringt, nicht stark genug ist, um einen seiner vielen Ansätze zubesserem Leben durchzuführcn (Rom. 7), äußerlich und innerlich immer tiefer sinktund zuletzt auf eine Stufe herabfällt, auf welcher er schon nicht mehr leichtsinniggenannt werden kann. Entweder nämlich wird der Leichtsinn der Leidenschaft Raumgeben oder cS wird sich die sittliche Schwäche und Armut in völlige Ohnmacht undLeere verwandeln. Gleich in seinen ersten Anfängen ist der Leichtsinn von einer be-denklichen Gleichgültigkeit gegen den Tadel, wie gegen die L-trafe verbunden. Diesewird abgesehen von ihrem natürlichen Wachsthum noch dadurch gesteigert, daß dieVerirrungen des Leichtsinnigen eine solche Menge von Bestrafungen nöthig machen,wie sie selbst einen Ehrliebenden mit der Zeit abstumpfcn oder verhärten würden.Es ist demnach kein Wunder, wenn das von vorn herein schwache Ehrgefühl allmählichganz verschwindet. In der That finden wir da, wo der Leichtsinn sich völlig aus-gebildet hat, einen erschreckenden Mangel an Scham, eine Stumpfheit, welche nurnoch eine Linie zu überschreiten braucht, um in Ehrlosigkeit überzugehen und denMenschen rettungslos fallen zu lassen. Wird zur Milderung dieses düstern Bildescingewcndet, daß dem Leichtsinn das Dämonische der eigentlichen Selbstsucht oder derBosheit fehle, so haben andererseits alle Pädagogen Erfahrungen dafür, daß ihreleichtsinnigen Zöglinge unter Umständen auch zum specifisch Bösen leicht fertig sind.Sie sind eben ihrer selbst nicht mächtig. — Unter sorgfältiger Erziehung und glück-lichen Verhältnissen bleibt der Leichtsinn bisweilen in seinen Anfängen stehen. Wirsehen dann Männer und Frauen, immer der Führung bedürftig, überall von denUmgebungen abhängig, eine unaufhörliche Quelle von Sorgen und Befürchtungen fürdiejenigen, deren Ruhe und Lcbcnsglück von jener Thun und Lassen abhängt.
b. Indem wir nach dem eigentlichen Wesen und der Ursache des Leichtsinnsfragen, lassen wir uns zunächst von der Beschreibung desselben, wie sic oben gegebenist, leiten. „Er besteht darin," so faßt sie Palmer in seiner ev. Pädagogik präciszusammen, „daß das Kind keinen Augenblick bei ihm selber ist, sondern statt in seinem„Bewußtsein stets einen klaren, festen Mittelpunct und einen Moderator zu behalten,„mit Sinnen und Gedanken gänzlich im Genuß des Augenblickes aufgeht." Dadurchist der Jrrthum derjenigen abgewiesen, welche den Quell des Leichtsinns einseitig in