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Lehrerkollegium.
Lehrerin.
Protokoll aufzunehmen. Jedoch darf dieses nicht bloße Jnhaltsanzeige sein, son-dern muß den Gang der Verhandlung nebst den Gründen des gefaßten Beschlussesdarstellen.
Lehrerin. An Mädchenschulen, ja selbst an gemischten Schulen unterrichtenbereits Tausende von Lehrerinnen; aber noch immer wird darüber gestritten, ob Lehre-rinnen an den Schulen eingestellt werden sollen oder nicht. Namentlich Lei uns inDeutschland lassen sich, besonders aus pädagogischen Kreisen, noch immer Stimmengenug dagegen vernehmen. *) Ilm nur von Neuern zu reden, erwähnen wir G.Baur, der jedoch in der neuesten, dritten Allsgabe seiner „Grundzüae der Erziehungs-lehrc" gegen die Verwendung von Lehrerinnen bei Knaben in der Periode der Kind-heit, bei Mädchen auch in den obern Elasten, wenn sie nicht zu stark besetzt sind unddie Lehrerin nur in einzelnen Fächern unterrichtet, keine Einwendung erhebt, dagegenfür die oberste Leitung einer Schule und für Fächer, welche größere wissenschaftlicheDurchdringung und Uebersicht erfordern, männliche Erzieher verlangt. Palmer (Ev.Pädagogik) will Lehrerinnen nur in Anstalten, die noch nicht Schulen sind, sehen.„Wo es sich aber ums Lernen handelt," sagt er, „da ist das straffere, konsequentereAuftreten des Mannes, da ist sein objektiveres Verhalten zum Lehrgcgenstande schlecht-hin nothwendig." „Sobald das Weib in öffentlicher Schule als Lehrerin auftritt, trittsie hiermit ins öffentliche Leben heraus, was sie in activer Weise nicht soll, was sienicht kann, ohne ihren weiblichen Charakter irgendwie zu alteriren." Dieser Ansichtist Bormann, der bekannte Lehrer der Lehrerinnen mit folgenden Worten entgegen-getreten: „In Sachen wie diese entscheidet die Erfahrung und wer, wie Referent, inseinem Leben Hunderte von Lehrerinnen gebildet, ihre Wirksamkeit beobachtet lind denSegen wargenommen hat, den sie stiften und empfangen, der kann in den angeführ-ten Behauptungen nur den Ausdruck eines mehr auf weite Verbreitung als ans innereGründe sich stützenden Vorurtheils erblicken." — Wir könnten den Gegnern des In-stituts der Lehrerinnen namentlich noch Beneke (Erzichungslehre), den VertheidigcrnNiemeyer (Grundsätze der Erziehung) und Curtman (Reform der Volksschule)anreihcn. Doch — sprechen wir unser eigenes Urthcil aus, das in der Hauptsachemit Baur übereinstimmt.
Der Einfluß, welchen in der Familicnerziehung die Mutter neben dem Vaterauf die Kinder ausübt, das Ueberwiegen ihres Einflusses bei der Erziehung der Mäd-chen, die Hingebung des Weibes, ihr gesunder, im Augenblicke das Richtige treffenderVerstand, ihr reges und inniges Gefühl für alles Gute und Schöne, ihre unermüd-liche, keine Beschwerde scheuende Ausdauer, ihr unbefangener religiöser Sinn, diesalles sind Gründe für die Befähigung des WcibeS zum Berufe einer Lehrerin, dieschwer genug ins Gewicht fallen, wenn man an die erziehende, gemüthsbildendc Auf-gabe des Unterrichts denkt. Wenigstens muß diese Befähigung für diejenige Sphäreder Lehrthätigkeit anerkannt werden, in welcher das erziehliche Moment überwiegt,für den ersten Elementarunterricht. Wir haben jedoch nur den Elementarunterrichtder Mädchen im Sinne und zwar nicht bloß darum, weil beim Knaben in demAlter, in welchem er in die Schule tritt, schon die Erziehung zum Manne beginnenmuß, sondern auch mit Rücksicht darauf, daß die Lehrerin im Interesse ihrer Weib-lichkeit nicht zu denjenigen Kraftmitteln greifen darf, welche das unbändige Wesen desKnaben bedingt. Diese letztere Rücksicht ist eS auch, welche uns leitet, wenn wirLehrerinnen von frequenten Elasten ausschlicßcn. Läßt fick auch eine kleinere Schaarmit weiblicher Milde regieren, so verlangt doch die Regierung einer zahlreichenElaste männliche Kraft und Straffheit. Daß wir die Verwendung der Lehre-rinnen in gemischten Elasten principicll nicht wünschen, versteht sich nach dem Ge-sagten von selbst; sactisch stellt sich jedoch das Urthcil der Erfahrung nicht ganz un-günstig. — Während wir kein Bedenken tragen würden, einer Lehrerin eine nichtzahlreiche Elementarclasse einer Mädckenschule ausschließlich zu übertragen, will esuns nicht zweckmäßig erscheinen, eine Dame zur Hauptlehrcrin einer höheren Elaste
U Sie beziehen sich aus nahe liegenden Gründen nicht auf die Lehrerinnen in weiblichenHandarbeiten. Auch in unserem Artikel wird von diesen abgesehen.