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1 (1877) A - Liebe
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Lehrerin.

Lehrervcreinc.

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zu machen. Hier würde sie sowohl in der Disciplin als auch im Unterrichte einemehr für Männer geeignete Aufgabe zu lösen haben. Eine ihr viel entsprechendereStellung wird sic in einer solchen Classe finden, wenn sic nur als Lehrerin eines denSchülerinnen lieben Faches erscheint und wenn sie neben den mitwirkenden Männernals Vertreterin zarter Weiblichkeit auftritt.

Aber auch gegen diese eingeschränkte Beschäftigung von Lehrerinnen an Mädchen-schulen sollen eine Menge von Erfahrungen sprechen. Man tadelt die Reizbarkeit, denEigensinn und die Launenhaftigkeit an der einen Lehrerin, den Mangel der Konsequenzan einer andern, die Unfähigkeit, sich in eine neue Methode zu finden, bei einer dritten,die dem Lernen so schädliche Oberflächlichkeit bei einer vierten, die übermäßige Anstren-gung der jugendlichen Kräfte bei einer fünften; man spricht von der Kenntnisbcibrin-gung, die eine sechste an die Stelle des Unterrichts setzt, und von den unzureichendenKenntnissen einer siebenten. Alle diese Vorwürfe sollen auf Erfahrungen beruhen;aber diese Erfahrungen sind so vereinzelt und zufällig gemacht, daß durch sie dieplanmäßigen Erfahrungen dcH einen Bormann, die in neuerer Zeit mehr und mehrauch in andern Ländern bestätigt werden, nicht aufgehoben werden können. Was dieeinzelnen, eben zusammengestellten Vorwürfe anlangt, so wollen wir auf den erstenmit Curtman antworten:In dem Maße, wie das Publicum aufhört, geringschätzigauf den ehrlosen Stand herabzublicken, wird auch die Freudigkeit der Lehrerinnenwachsen." Was den Vorwurf des Mangels an Konsequenz anlangt, so sollte zwardie Konsequenz ein Hauptvorzng des männlichen Denkens und Handelns sein; aber sowenig wie sie es immer ist, ebenso wenig läßt sich von allen Frauen behaupten, daßihnen diese Konsequenz abgiengc. Dazu kommt, daß der feine Takt, mit dem gebildeteFrauen das Richtige im einzelnen zu treffen wissen, bei der Thätigkeit des Lehrcns,in der es meist gerade auf augenblickliches, rasch entschlossenes Handeln ankommt,gewiß oft von größerem Werthe ist, als ein ängstliches Halten auf Konsequenz, aufdie häufig die pedantischen Lehrer am meisten geben. Noch viel einfacher aber istdie Antwort,'auf die übrigen der oben erwähnten Vorwürfe. «sie reduciren sichauf den Vorwurf mangelhafter Vorbildung fürs Lehramt. Man sorge nur dafür,daß bloß solche Lehrerinnen angestellt werden, die entsprechend vorgebildct und vor-geübt sind, und man wird sich überzeugen, daß ein den: gebildeten Mittelstände ange-höriges Mädchen wenigstens ebenso bildungsfähig ist, wie die meisten ins Seminareintretenden Präparandcn.

Es bedarf noch der ausdrücklichen Erörterung der Frage, ob die Leitung einerSchule weiblichen Händen anvcrtraut werden dürfe. Das Weib soll im Kleinen treusein; so richtig es das Einzelne zu beurtheilcn vermag, so wenig ist es geeignet, dieallgemeinen Grundsätze aufzustellen. Die übergeordnete Stellung zu den Lehrern derAnstalt ist bei den Vorsteherinnen entweder gar nicht vorhanden oder sie erinnert sehrwiderwärtig an das, was man Emancipation der Frauen nennt. Der Vorsteher einerSchule hat ferner die Schule den: Publicum gegenüber zu vertreten, und gerade da-durch wird seine Stellung zu einer öffentlichen in weit höheren: Maße als die einesbloßen Lehrers. Schon das allein sollte Frauen von der Leitung einer «schule zu-rückhalten, selbst wenn sie die dem Manne eigenthümliche Fähigkeit, sich in mannig-faltige fremde Verhältnisse zu finden, besäßen.

Lehrerprüfung, s. nnter Prüfung.

Lehrervereine. Wir verstehen darunter organisirte freie Vereinigungen vonLehrern mehrerer, möglicherweise auch verschiedener Schulen, im Gegensatz von amtlichorganisirte:: Vereinigungen von Lehren:, wie Lchrercollegicn oder Schulcommissionen,auch in: Gegensatz zu Lehrerversammlungen, welcher Begriff nur die örtliche Zusammen-kunft von Lehrern bezeichnet, ohne eine organisirte Vereinigung vorauszusctzcn, endlichim Gegensatz von Schulvcrcincn, Vereinigungen in Schulangelegenheiten, welche sichnicht auf Mitglieder des Lehrstandes beschränken.

Bei der Ausbreitung, welche das Vereinswcscn auf allen Gebieten des öffentlichenund socialen Lebens gewonnen hat, kann es nicht auffallend erscheinen, wenn auch aufdem Gebiete der Schule Vereine sich bilden. Es fragt sich nur, ob von denselben fürdie Sache des Unterrichts und der Erziehung eine wesentliche Förderung zu erwartenist. Diese Frage nun müßen wir entschieden bejahen. Einmal erscheinen diese Vereine