Lehrcrcollcgium.
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ausgenommen ist; das heißt: das Gedeihen der Schule beruht wesentlich auf dem ein-heitlichen Geist des LchrercollegiumS.
Diese Einigkeit wirkt schon ganz im allgemeinen, quantitativ und qualitativ,wohlthätig. Der Glaube aller stärkt den Glauben des einzelnen; die Ansicht, welcheder einzelne mit einem ganzen Collegium theilt, steht fester, wiegt schwerer und erscheintnach außen achtunggebietender; ebenso muß man grundsätzlich annchmen, daß sic nachInhalt und Form gereinigter und bestimmter ist. Es mag wohl geschehen, daß eineinzelner Lehrer es für ganz recht und nothwcndig hält, den Stock in der Schulebarbarisch zu handhaben; aber es läßt sich doch kaum denken, daß ein ganzes Colle-gium damit einverstanden wäre. Es ist nicht unmöglich, daß in einem Lehrcrcollcgiumdie derbe, vielleicht harte Ansassung der Schüler für eine gute, gesunde Erzichungs-form gehalten wird; aber es ist doch kaum denkbar, daß es die Verkehrung der ordent-lichen Namen in Thiernamen grundsätzlich billigte. Aus blindem Eifer und schädlicherMißachtung der menschlichen "Eutwicklungs- und Bildungsgesetze mag es wohl einemLehrer begegnen, der jugendlichen Kraft Lasten aufzulegcn, unter welchen sie zusammen-bricht; aber sicherlich wird ein ganzes Collegium den Grundsatz festhalten, daß dieAnforderungen an die Schüler ihrer Leistungsfähigkeit cntsprecken mäßen. Die gutenWirkungen eines einheitlichen Geistes im Lehrercollegium werden sodann in allenGeschäften sichtbar werden, die cs nach dem vorhergehenden Artikel gemeinsam abzu-machen hat; überall wird man den Guß aus Einem Princip erkennen. Am meistenaber wird sich die Einigkeit des Geistes natürlich in der praktischen Durchführung derganzen Lehr- und Erziehungsaufgabc der Schule offenbaren.
Für den Unterricht auf den verschiedensten Stufen giebt es nur Ein gemeinschaft-liches Ziel, das alle im Auge haben und auf das alle hinstreben, das Bildungszielder Anstalt selbst. Dadurch bekommt er von Anfang an eine feste Richtung, die denSchüler innerlich faßt und unbewußt bestimmt. Aber nicht nur über die allgemeinenGrundsätze des Unterrichts wird sich ein im Geist einiges Lehrercollegium verständigen,sondern es ist ihm auch möglich auf das Einzelne wohlthätig einzuwirkeu. Wir er-innern hier nur an die Gleichheit der Terminologie im sprachlichen und mathematischenUnterricht, an die Uebereiustimmuug in der Methode der verschiedenen Unterrichtsfächer.Wie viel Zeit und Kraft wird dabei gewonnen! Dann ist auch nicht zu übersehen,daß bei einem einheitlichen Lehrcrcollcgium grobe Verstöße gegen eine gesunde Methodeüberhaupt nicht lauge werden bestehen können, sei es nun daß der einzelne hingerissenvon dem herrschenden Geist seine Fehler von selbst ablcgt, oder daß er durch denfreundlichen Rath der College:: dazu veranlaßt wird. Da jeder Lehrer das Lernzielnicht nur seiner eigenen, sondern auch der angrenzenden Classe in ihrem organischenZusammenhang erkennt, so wird sein ganzes Streben dahin gehen, es in tüchtigsterWeise zu erreichen, nicht aber zur Störung des ganzen Organismus darüber hinauszu schreiten. So bildet sich ein stetiger, gesunder Fortschritt, in welchem nichts vonjenem hastigen athcmlosen Ucberstürzen zu bemerken ist, das die Kräfte der Lehrer undSchüler aufrcibt. Vielmehr wird in die ganze Schulthätigkcit jene Ruhe der Be-wegung kommen, die sich auf die bewußte Tüchtigkeit der ganzen Anlage gründet, jeneFreudigkeit des Lehrens und Lernens, die stärkend auf alle Kräfte wirkt. Das höchsteZiel alles Lehrens, daß der L-chüler aus eigenem Antrieb seine Schwingen rege, wirdnun auch häufiger erreicht werden; vor allen: aber werden die Lehrer in ein regeswissenschaftliches Streben hineingeführt; jeder wird mit Freude in seinem Unterrichts-gebict fortstudiren, um der Anstalt sein Bestes zu geben. Aber die Liebe zur Schuleschließt die Liebe zu den Schülern in sich, für welche sic ja allein besteht; deshalbwird in einem tüchtigen geistig verbundenen Lchrercollcgium das Studium der Päda-gogik, der Anthropologie und Psychologie nicht vcrnachläßigt werden, und es müßensich mittelst der vereinigten Beobachtung vieler Resultate ergeben, die nicht nur für diebesondere Lehranstalt von Werth sind, sondern auch allgemeines pädagogisches Interessehaben. Jedenfalls werden solche Studien eine Schule vor Erstarrung und Verknöche-rung schützen helfen, ohne ein unstetes und schädliches Vcrsuchemachen zu begünstigen,da weitcrgrcifende Veränderungen erst durch die Berathungen der Gesammtheit derLehrer hindurchgchen müßen.
Aber auch auf die Schuldisciplin wird der einheitliche Geist eines Lehrercollegiums