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1 (1877) A - Liebe
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Lehrer.

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Hebungen, und wie hat hingegen mancher Elementarlehrer an nichtgelehrtcn Schulenin religiöse Erkenntnisse und in ein Rcalwissen zu leiten, welche über die eigentlicheSphäre der Elemente hinaus liegen! Dies erscheint uns weder als ein Mangel inder Unterscheidung des Lehrerstandes, noch als ein Unglück in Erweisung des Künstler-charakters am Lehrer, sondern als ein erwünschter Beweis, daß alles, was nach deneinzelnen Aufgaben das Lehren in beruflicher Kunst zu treiben hat, wesentlich nichtverschieden ist, sondern daß diese Besonderheiten nur einzelne Stufen sind, die einandervoraussehen, Seiten, die einander ergänzen, Glieder, die in einander zu greifen haben.Mancherlei Acmtcr Ein Herr.

Zur rechten Durchbildung der Eigenthümlichkcit, die jede Lchrcrstufc an ihrerKunst zu wahren hat, ist es von Wichtigkeit, das Besondere recht scharf festzuhalten;aber diese Besonderheit darf nicht die einzelnen verleiten, die anderen zu verachten. Istes thörlich, wenn der Gymnasiallehrer den Elementarlehrer über die Achsel ansieht:so ist es ebenso thörlich, wenn dieser wähnt, im Ueberschwang einwohnender Methoden-virtuosität, im Kleinhandel der Elementarbildung jenen Humanisten und wohl gar denakademischen Professor um der Einseitigkeit willen verachten zu dürfen, welche ihnenvon dem Kunstbctricbe ihrer Lehrcrausgabe auferlegt wird. Lerne, treibe jeder seineLcction in einer sich mehr und mehr vollendenden Meisterschaft und jede Lchrerschichtwird Ursache haben, die andere als ihre Voraussetzung und Ergänzung zu achten, undauf das Ganze denjenigen Theil des fördernden Einflusses üben, auf welchen bei ihrerBerufung eben gerechnet war.

Die in solche Hauptgruppen sich entfaltende Lehrerschaft eines Staatslebens, daseine etwas ausgebreitete Basis hat, zeigt nun in jeder derselben wieder neue Unter-schiede, so daß keine derselben jemals zu fürchten hat, in eine starre Uniformität oderin die Monotonie einer stagnirenden Kastentradition verfallen zu müßcn. In derElementarlehrerschicht vertheilt sich vielfach die Berufsarbeit des Unterrichts an Mannund Weib. Wir sehen schon seit geraumer Zeit neben Lehrern auch Lehrerinnen.Wer wollte dem Weibe die Fähigkeit, lehrhaft zu sein auch in einer größeren Gemein-schaft als in der häuslichen, absprechen? Mag die Frau auch in der christlichenGemeinde zu schweigen ha^en; die Elementarschule ist nicht Gemeinde. Die Bildungder weiblichen Jugend nicht allein, sondern sogar gcwiße Gegenstände außer den Hand-arbeiten scheinen überhaupt eine weibliche Behandlung auf gewitzen Stufen recht wohlzuzulassen. Wenn nämlich vieler großen Männer durch das Leben hindurch dauerndeFrömmigkeit von ihren Müttern abgeleitet wurde, wer könnte es wissen, ob nicht unsereKnäbchcn länger zarte Regungen für das Heilige bewahrten, wenn sie nicht von männ-lichen Lehrmeistern, sondern von Fraucnherzen gepflegt würden? Wir erkennen dieWeiblichkeit als vollkommen berechtigt für den Lehrberuf innerhalb der durch dasGeschlecht angewiesenen Sphären, Seiten und Gegenstände der Elementcnwclt an.Und oft treffen wir auf dem Lande die Frau Schulmeisterin als freundliche Ge-hülfin ihres Mannes. (Vgl. d. Art. Lehrerin.)

Die Bevölkcrungsschichte nämlich, in welcher der elementare Volkslehrer zuwirken die Aufgabe hat, ist theils eine städtische, theils eine ländliche. Wiesehr nun auch eine bekannte Bestrebung der Gegenwart Miene macht, darauf auszu-gehen, diese durch die Natur- und Lebensverhältnisse herbeigeführten Volks- und Bildungs-Unterschiede auszuwurzeln oder doch zu verwischen, so besteht doch bis auf weiteresannoch diese Unterscheidung. Auf Grund dieser Umstände bildet sich mit einer ver-schiedenen Lehrer auf gäbe und Lebenslage auch ein Lehrerhabitus, nach welchemman den Landlehrer von dem der Stadt unterscheiden kann. Es wird mancherStadtlehrer nicht auf das Land, mancher Landlehrer nicht in städtische VerhältnissePassen.

Das Bildungswesen sowohl in der Stadt als auf dem Lande gestaltet sich ineine große Mannigfaltigkeit und macht ebendadurch an den Lehrer den Anspruch, daßer sich nach den anerkannten Bedürfnissen an seiner Schülergemeinschaft mit seinerThätigkeit als ein Künstler bewähre. Es wird für ihn einen Unterschied machen, ober an einer einclassigen Gemeindeschule oder ob er an einer mehrclassigen, an einergetheilten als Knaben- oder Mädchenlehrer steht, oder ob er an einer wohlabgestuftenals Hauptlehrer oder als untergeordneter Lehrer sowohl die Interessen seiner besonderenPädag. Handbuch. I. 52