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1 (1877) A - Liebe
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Lehrer.

Stufe als auch die Mitarbeit seiner College» zu berücksichtigen hat. So kommt beialler Uebereinstimmung eine große Mannigfaltigkeit zu Stande, in welcher die Elcmentar-lehrerschast den Bedürfnissen des Lebens gemäß in den Grund und Boden der Volks-Verhältnisse von einsichtsvollen Landesbehörden, denen die Bildung ihrer Nation aufrichtigam Herzen liegt, hineingcleitet wird, um für alle weitere Cultur die sicheren Grund-lagen zu beschaffen.

Nach dem Charakter ihrer Verwendung von Seiten der Schulverwaltung sinddie öffentlichen Lehrer theils ständige, theils unständige. Die ständigen Lehrersind die ordentlichen, fest- (definitiv) angestelltcn, welche beim VolksschullehrstandeSchulmeister, als erste Lehrer von mehrclasstgen Schulen auch in einigen LändernHauptlehrer oder Oberlehrer heißen (an Lehrerseminaren Seminarlehrer, Oberlehrer,an den mit den Seminaren verbundenen Uebungsschulen zuweilen Musterlehrer, anunteren Classen wohl auch Elementarlehrer, Katecheten u. s. w., die ersten Lehrer anmehrclasstgen Schulen im Hohelohe'schen Präceptoren oder, wie auch in sächsischenLanden hie und da, Rectoren). Unter den ständigen Lehrern sind ferner zu unter-scheiden die Hauptlehrer, d. h. die Lehrer der Hauptfächer, und die Nebenlehrer, d. h.die der Nebenfächer. Die Hauptlchrer in Erziehungsanstalten haben zuweilen besondereTitel: Ephorus, Jnspector, Hausvater. Ein unständiger Lehrer ist als solchernur widerruflich eingestellt; er kann im Interesse des Dienstes auch ohne seinen Willenanderswohin versetzt, ohne eigentliches Untersnchungsverfahrcn auf die Ueberzeugungvon seiner Unbrauchbarkeit hin entlassen werden. Solche unständige Lehrer haben ent-weder an mehrclasstgen schulen ihre eigene Classe neben einem oder mehreren ständigenLehrern und können sich dann unter einander wieder abstufen, je nachdem sie inehroder weniger von den: ständigen Lehrer oder Oberlehrer abhängig oder in vollemMaße selbst verantwortlich sind, wodurch dann auch die Höhe des Gehalts bedingtzu sein pflegt, wie z. B. in Württemberg die unabhängiger gestellten an VolksschulenUnterlehrer heißen, die abhängigeren und geringer bezahlten Lehrgehülsen, Provisoren;oder sie haben keine eigene Classe, sondern unterrichten an der Classe eines andernentweder mit ihm oder anstatt seiner. Wenn ein solcher zur Unterstützung einesLehrers aufgestellt ist, der wegen leidender Gesundheit oder aus andern Gründen seinAmt nicht mehr ganz versehen kann, so pflegt man ihn Hülfslehrer (Adjunct, Assistent,Adjuvant) zu nennen, wiewohl dieser Name auch denjenigen bezeichnen kann, der eine(z. B. wegen vielleicht vorübergehender Ueberfüllung) nur vorläufig, nicht definitiverrichtete Classe zu versehen hat. Stellvertreter heißt gewöhnlich derjenige unständigeLehrer, welcher statt des eigentlichen Lehrers, der die Stelle zwar noch bekleidet, abersie nicht versehen kann, in dessen Verrichtungen vollständig eintritt. Amtsvcrweserendlich heißt derjenige, welcher eine erledigte Stelle bis zum Dienstantritt des Nach-folgers versteht. Auch die Verhältnisse der unständigen Lehrer sind übrigens in ver-schiedenen Ländern in verschiedenem Grade entwickelt.

Woher denn aber nun erwachsen die Lehrer für alle Bildungs-bedürfnisse, da man nicht füglich ohne weiteres zum Lehramte commandirt oderzugelassen werden kann? Gewiß hat alles rechte Lehren von dem sittlichen Triebeauszugehcn; es soll eine Erweisung von Liebe wie zur Sache, so zum Lernenden sein.Es ist kein Mensch ein ordentlicher Lehrer ohne diese Liebe zum Gegenstände, den ervertritt, ohne diese Liebe zu den Schülern, welchen er dient. Unterrichtsstunden kanneiner geben und ein Schulgeschäft betreiben des Erwerbes halber, aber ein Lehrer istman bloß in der Kraft der Liebe, und in dieser Liebe wird man auch mehr als eingewöhnlicher Arbeiter, man wird ein Künstler sein. Wird man aber das Lehren alseine Kunst anzusehen nicht umhin können, da es nicht jedermanns Ding ist, so wirdes auch als ein Gegenstand angesehen werden müßen, welcher der Unterweisung bedarfund in dem Grade als die Lehrenden ihr Werk künstlerisch treiben, wird inan derLehrer bedürftig sein, welche die Kunst zu lehren verstehen.

Tie didaktische Kunst ist damit noch nicht vorhanden und entwickelt, daß einerim Vollbesitz der Wissenschaft oder der technischen Produktivität ist. Die Lehrkunst istFrucht eines Nachdenkens, das absichtlich auf die Art und Weise gerichtet bleibt, inwelcher der fragliche Gegenstand im unterrichtlichen Wege an die Erkenntnis des Schü-lers zu bringen ist. ^ie ist nicht Sache des Blicks, des Griffs und natürlichen In-