Lehrer.
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Gegenstände der Sicherstellung macht: so ist Anlaß für diejenigen, welche die Inhaberder bezüglichen Bildung sind, vorhanden, sich in bestimmter und berechtigter Weise alsLehrende auf- und darzuthun. Wir finden deshalb gcschichtsmäßig von jenem Ent-wicklungspunctc ab immer Personen, welche die Lchrtüchtigkeit theils als ein von ihnenselbst unternommenes Gewerbe betreiben, theils als einen ihnen anvertrauten Berufwarnchmeu.
Die Lehrer der ersten Kategorie erscheinen im Leben der Gemeinschaft als diePersonen, welche im Besitz bestimmter Kenntnisse oder Fertigkeiten dieselben zumGegenstände der Mittheilung an andere machen, um dadurch einen Erwerb zu, finden. Es kommt nicht darauf an, ob der Staat von ihrer Beschäftigung Kenntnisnimmt; sie find die Privatlehrer. Wie viel unreifes und ungenügendes in dieserans eigene Hand geschäftsmäßig betriebenen Praxis enthalten sein und geleistetwerden mag: so ist doch einerseits das Angebot von Lehre und andererseits die Nach-frage nach Unterricht auch in den möglichst freien Formen, die solcher Austausch be-dingt, ein unvcrächtliches Zeichen von einem Vorhandensein vieler eigcnkräftigen geistigenLebendigkeit, und ohne Zweifel ist ursprünglich dieser Privattrieb zu lernen oder zulehren der Keim von aller weiteren Lehrtätigkeit gewesen, wie sie im öffentlichenLeben Eingang, Anwuchs und Bestand gewonnen hat. Aber in dem Grade als dasGemeinwesen erMrkt und sich versteht in den Bedingungen seiner Existenz und Wirk-samkeit, muß eben von Seiten bestimmter Stände oder vom Staate der Betriebder Bildung in die Hand genommen werden; cs müßcn öffentliche Lehrer berufenund augestcllt werden. Das sind die Lehrer der anderen Kategorie, welche an denInstituten, die auf öffentliche Veranstaltung und unter öffentlicher Bürgschaft fürdie Bildung eingerichtet sind, die Arbeit des Unterrichts zu verrichten haben. Magimmerhin mancher Staat, vielleicht in der Meinung, daß wie der Dichter so auch derLehrer geboren und weder dazu commandirt, noch dazu destinirt sein müße, es aufAufcrzichung, Bildung, Versorgung und Achtung der Lehrenden in den Anfängen desLchrwesens nicht anlcgen: so kann er, wenn er sich den Vorthcil, den ein vollkommenentwickelter Lehrcrstand schaffen kann, sichern will, auf die Länge nicht darüber hinweg,die Thätigkeit der öffentlichen Lehrer nicht bloß zum Gegenstände seiner Kenntnisnahme,sondern auch seiner Pflege zu machen. Das Bedürfnis stehender Kricgshccre mag inden modernen Staaten immerhin erst seit 200 Jahren empfunden worden sein; dasBedürfnis eines förmlichen Lehrerstandcs ist in jedem Staate, sobald man in ihmbegriffen hat, daß Bildung der Bevölkerung nicht bloß Macht für ihn ist, sondernMittel, die Nation wie in Identität zu erhalten, so ihre Bildung in Hinsicht aufGedanken, Sprache, Sitte, Kunst u. s. w. mehr und mehr zu entwickeln, ebenso unab-weisbar und in vielen Staaten und unter manchen Bevölkerungen und Raccnp besondersauf manchen Bildungsgebietcn, z. B. des geistlichen Lebens, weit älter. Ein civilisirterStaat der Gegenwart kann sich den: Zustandekommen eines förmlichen öffentlichenLehrerstandes nicht mehr widcrsetzcn. Es ist ein schlimmes Zeichen, wenn derselbesolches Zustandekommen erschwert; aber ein noch schlimmeres Zeichen ist es, wenn imLehrerstande selbst so wenig Sinn für Gemeinschaft angctroffcn werden sollte, daß ersich in der Gemeinsamkeit seiner Anliegen nicht verstehen und zu entsprechenden Organi-sationen nicht zusammenschließen mag.
Die heilige Schrift, wie sic getragen ist von der Voraussetzung, daß Gott selbstin eine lehrende, d. h. aus die Erkenntnis wirkende Thätigkeit bei der Menschheit tritt,weiset von den Urvätern an bis in die apostolischen Zeiten herab auf einen Chor vonhohen Männern hin, welche zu Lehrern ihrer nächsten Kreise, ihrer Stämme, Völker, jader Menschheit werden. Der Lehrer ist in heiliger Schrift allerwärts vorhanden und zumerken. Das ganze Lebensgesetz tritt als Lehre und das Evangelium als getragenvon einer Persönlichkeit auf, an welcher der Lehrer wie vom Jünger, so vom Gegnerwargcnommen und anerkannt wurde. Wie auf dem Grund und Boden der Heils-gesch'ichtc, so in der Heidenwelt. Die Griechen werden ihren Gaben und Werken gemäßdie Lehrer in ihren Städten, Stämmen, endlich in Rom, nachmals in der Welt. — DasChristenthum kann in seiner Verbreitung durch die Welt nicht ohne Lehrer und nichtohne Lehre gedacht werden. Ter Lehrer erscheint durch das Christenthum zum Träger undPfleger vom Worte Gottes^gcweiht. (Röm. 12, 7. 1 Petr. 4, 11.) — Im weiteren