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1 (1877) A - Liebe
Entstehung
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Laster.

Lateinische Sprache.

dem Fehler; der Name jedoch wird je nach dem subjectioen Eindruck, den die fraglicheQualität auf nnS inacht, auch vom Mangel, wie von der Untugend und sogar" demLaster gebraucht, in jenem Fall um ein starkes, in diesem Fall um ein milderes Urtheildamit auszusprcchcn.

Die nächste Stufe ist die Untugend, deren negativer Name doch etwas sehrpositives ein Wollen oder Thun dessen, was nichts taugt ausdrückt. DieUntugend inficirt stärker und tiefer, als der Fehler, das sittliche Gesammtwesen desMenschen, denn sie wird mit Willen gehegt und festgehalten. Daher sie in dieserBeziehung den: L a stc r an sittlicher Verwerflichkeit gleich kommt.. Dagegen unter-scheiden sich beide deutlich dadurch, daß sich 1) das Laster in Handlungen von ganzbestimmter Art, die Untugend dagegen mehr im allgemeinen Benehmen offenbart;daher z. B. Fürwih, Neid, Roheit, Heftigkeit als Untugend, dagegen Trunkenheit,Wollust, Geiz als Laster zu charaktcrisiren sind; und daß 2) das Laster seine Befrie-digung im Genuß, also auf den Wegen der Sinnlichkeit sucht, was bei der Untugendnicht der Fall ist. Deshalb würden wir z. B. die Ehrsucht eine Untugend nennen,dagegen die Grausamkeit entschieden als Laster signalisircn. Das Laster ist aus dengenannten Ursachen häßlicher, abschreckender als die Untugend, die für andere vielmehr eine Last, nicht aber wie das Laster ein Abscheu ist. Man kann das Laster alsdas^en Menschen Schändende bezeichnen, als eine Sünde, mit der der Mensch sichselber lästert, d. h. seine eigene Ehre freventlich antastet. Aber damit ist noch nichtder Grund angedcutct, warum dann gewißc Sünden vorzugsweise solche schändendeWirkung haben, andere nicht, da doch eigentlich jede Sünde den Menschen vor Gottentehrt. Jenen Grund finden wir eben darin, daß der Mensch sich mit Willen anden Genuß hingiebt, und damit den Adel seiner Natur verleugnet und zerstört. Zu-nächst ist es der sinnliche Genuß, der, sobald er Selbstzweck, Lebenszweck wird, denMenschen schändet, wie er auch den Leib verwüstet; daher wir, wenn uns jemandschlechtweg als lasterhaft prädicirt wird, zuvcrlLßig entweder an Wollust oder anTrunkenheit denken. Allerdings beschränkt sich der Lasterbcgriff nicht auf diese zweiGattungen; der Geiz, die Verleumdung, die Lüge alles wird zum Laster, aber inwelchem Fall? Abermals erst dann, wenn das Sündigen nicht nur habituell ist,sondern, statt bloß ein Mittel zum Genuß, vielmehr selbst schon Genuß ist und alssolcher gesucht wird.

Mit dem Laster sollte es der Erzieher unmittelbar nie zu thun haben, weil csschon eine Macht und Eonsolidirung des Bösen voraussetzt, die dem Kindcsalter seinerNatur nach fremd ist. Er hat zunächst nur dafür zu sorgen, daß aus dem Fehlernicht Untugend und Laster wird, wozu theils die Zucht, thcils die positive Einpflan-zung des Guten und die Pflege der'Gewisscnsthätigkeit die erzieherischen Mittel sind.Davon zwar nicht auszuschlicßen, aber doch wesentlich untergeordnet ist das vomPhilanthropismus belobte Mittel, von dem Laster durch Vorhaltung der traurigenFolgen desselben abzuschreckcn, also die Sinnlichkeit selbst durch den Hebel der Furchtgegen das Laster in Bewegung zu setzen. Wird dieses Mittel allein oder vorherr-schend angewendct, so verfehlt man seinen Zweck leicht darum gänzlich, weil der Zög-ling bald dahinter kommt, daß jene Folgen (wie namentlich die der geschlechtlichenSünden) keineswegs immer wirklich eintreten. Aber freilich müßten wir uns dieAugen gewaltsam verschließen, wenn wir behaupten wollten, das Laster komme inWirklichkeit bei Kindern noch nicht vor. In unscrn Rettungshäusern, unfern Anstaltenfür jugendliche Verbrecher handelt eS sich nicht mehr um Vorkehrungen gegen ein erstmögliches oder drohendes Uebcl, sondern um Heilung des schon vorhandenen, umAusrottung des schon eingewurzelten Bösen. Ausrottung des Lasters aber ist in letzterInstanz nur möglich durch jene neue Grundlegung des ganzen geistigen und sittlichenLebens, die das Christenthum Bekehrung und Wiedergeburt nennt, einen Act, derallerdings vom Individuum selber alles Ernstes gewollt werden muß, dessen Voll-bringung aber immer ein Werk, ja ein Wunder der Gnade ist und als solches erbetenwerden muß.

Lateinische Sprache. Unterricht im Latein auf den unteren undmittleren Stufen. Bald nachdem RomS Weltherrschaft gefallen war, begann esin anderer Weise in den Schulen des Abendlandes die Herrschaft zu gewinnen. Die