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Landschule.
Langeweile.
bürg, Mecklenburg, Braunschweig u. s. w.) scheint diese Mannigfaltigkeit am größtenzu sein. Die Dorfschule heißt da Pfarr-, Kirchspiels-, Kirch-, Küster- oderHauptschule, wenn sie in einem Dorfe mit selbständiger Kircheneinrichtung besteht.In den meisten Fällen ist ein niederes Kirchenamt, Organisten-, Cantor-, Küster-(Meßner-, Opsermann-, Kirchner-, Sigristen-) Dienst damit verbunden, dessen Ein-künfte der Schullehrer bezieht. Die übrigen Schulen heißen Neben-, Außen-,Bauerschafts-schulen u. s. w. Hie und da unterscheidet man auch so, daßHauptschulen die durch das Gesetz bestimmten öffentlichen Schulen, Neben-schulen aber diejenigen Schulen heißen, welche von einzelnen Ortschaften ans eigenemAntrieb, jedoch mit Genehmigung der Behörde errichtet worden sind und unterhaltenwerden, übrigens unter gleicher Aufsicht stehen und gleiche Aufgabe haben wie jene.Sofern Schulen der Aufsicht eines bestimmten Parochus unterstellt sind, heißen sieParochialschulen; dies ist besonders in solchen Orten der Fall, welche in mehrereParochien getheilt sind, deren jede ihre besondere Schule besitzt. Nebenschulen in Filial-dörfern werden Filialschulen genannt. Wo die Kinder aus dem einen Theil desSchulbezirks die Ortsschule wegen schlechter Wege re. im Winter nicht besuchen können,wird für die ungünstigere Jahreszeit eine sogenannte Wintcrschule als Nebcnschuleerrichtet. Nebenschulen, worin die Kinder um Örtlicher Verhältnisse willen nur denersten Theil der Schulzeit zubringen, um nachher in die Orts-(Haupt-)schule über-zugchen, werden auch wohl Fibelschnlen re. genannt.
In dem südwestlichen und südlichen Deutschland ist die Gliederung derSchulen und ihre Benennung weniger mannigfaltig. Außer dem Unterschied zwischenStadt- und Landschulen theilt man die letzteren hauptsächlich ein in Dorfschulen(Orts-, Mutterorts-, Pfarrdors-Schulen) und in Filialschulen (gleich-viel ob die Filialicn eigene Kirchen haben oder nicht, wenn nur der Geistliche nicht imOrte wohnt). Außerdem finden sich Privatschulen, welche von einzelnen Familien,die sich dazu vereinigt haben, auf eigene Kosten errichtet worden sind und unterhaltenwerden, jedoch mit Genehmigung und unter einiger Aufsicht der Behörden; hiehcr ge-hören auch die Schulen in Rettungsanstalten u. dgl.
Landwirthschaftliche Schulen, s. Fellenbcrg, Wehrlianstalten.
Langeweile — kann man sowohl haben als machen. Letzteres geschieht von demErzieher, der z. B. seinen Zögling zu einem Spaziergang mitnimmt, aus welchem der-selbe nichts sieht und hört; oder es geschieht durch den Lehrer, welcher seinen Unter-richt schläfrig oder wässerig oder breit oder zu hoch giebt. Ihnen beiden antwortet dasGähnen, als durch welche unwillkürliche Bewegung der Äthmungswerkzeuge der ge-plagte junge Mensch einen reicheren Vorrath von Sauerstoff sich zuführt zur Entschä-digung für den Mangel an geistigem Belebungsstoff.
, Langeweile hak, wem die Zeit länger verweilt als er wünscht. Da aber die Zeitselbst ihren immcrgleichcn Pendelschwung hat, so muß dieser Schein des langsamer»Gangs der Zeit aus dem Gemüth des mit der Langenweile Geplagten selbst erklärtwerden. Langeweile ist nämlich eine geistig unausgefülltc Zeit. Daher sind die trägenMenschen langweilige Menschen; dem Fleißigen vergeht die Zeit schnell. Jedoch er-scheint eine Zeit auch dann lang, wenn sie mit Monotonem gefüllt ist. Daher einWechsel in der Bewegung des Inwendigen sein muß, wenn nicht der Schein der Zeit-länge eintrcten soll. Jüngere Schüler, beim Beginn einer Unterrichtsstunde zerstreut,sind gegen das Ende langweilig; dort zu rascher Wechsel der Gedanken, bis sie sichzum Gegenstand gesammelt haben, hier Abspannung durch die Gleichmäßigkeit der Ge-danken. Das nämliche Thema, zwei Stunden hintereinander sortgesponnen, wird selbstbei älteren und eifrigen Hörern zuletzt Gähnen erzeugen. Bei warmer Witterung trittdieses früher ein und muß daher im Sommercurs auf raschen Wechsel der Pensen Be-dacht genommen werden. Ein munteres Lied, dazwischen hinein gesungen, kann schnelldie Lebensgeister wieder wecken, dagegen bloßes Zanken den schlafartigen Zustand nurvorübergehend unterbricht. — Ein Kind, das in der schule und dein: Spiel gleich-viel Langeweile zeigt, ist entweder von Natur stumpf oder schuldhaft träge, wiewohles auch seltene Ausnahmen giebt (s. den Art. Dummheit). Zuweilen tritt ein „lakeliges"Wesen auch aus Abspannung ein und findet man sonst fleißige Schüler z. B. an Fcrien-tagcn dann ganz sich gehen lassend. Es mag dies gänzliche Ruhen dem körperlichen