Land'chulc.
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besseren Zustande befinden sich jetzt diese Schulen, so daß in manchen Gegenden indieser Beziehung zwischen der ländlichen und der städtischen Volksschule wenig Unter-schied ist. Doch sind es immerhin noch eigenthümlichc Schwierigkeiten, mit welchendie Landschule zum Theil überall, zum Theil unter gewissen örtlichen Verhältnissen zukämpfen hat. Unter jenen nennen wir hauptsächlich die häufige Ungethciltheit derSchrilen unter Einem Lehrer infolge der geringen Zahl der Ortseinwohner, und dieSommerschule, während der die einzelnen Schüler nur in ein paar Stunden des TagesSchulunterricht empfangen. Zu den anderen Schwierigkeiten zählen wir die in manchenGegenden sehr häufigen Schulversäumnisse (s. d. Art.); ferner den schlechten Zustandder Schulhäuser und Schulzimmcr; den geringen Gehalt, um deswillen häufig nurschwächere Lehrer ans solche Stellen kommen; den Mangel an guten Lehrmitteln fürdie Hand des Lehrers, an Mitteln zu seiner beruflichen Fortbildung und an Lernmittelnfür die Hände der Schüler, und endlich das zähe Halten mancher Landleutc am Altenund das eigensinnige Widerstreben gegen neuere Methoden und Lehrmittel.
In der Classcneintheilung unterscheidet sich die ländliche Volksschule von derstädtischen nur insofern, daß auf dem Lande gewöhnlich weniger Classcn (und Klassen-lehrer) sind, somit auch die Trennung der Geschlechter nur selten vorkommt. Wennaber nur Ein Lehrer eingestellt ist, so sollte dieser nicht immer alle Altersklassen in derSchule beisammen haben, indem er doch nur eine Abtheilung selbst unterrichten kann.Beschäftigt er die andern durch Monitoren oder läßt sic in schriftlichen Ausarbeitungensich üben, so ist im erstercn Falle, wenn in mehreren Abteilungen laut gesprochenwird, die Störung oft groß, und im andern Falle dürfte häufig die Zeit zur Durchsichtund Correctur des Geschriebenen nicht ansrcichcn. lieber den Ausweg der Halbtags-schulen s. d. betr. Art. liebende Selbstbcschäftigung aber gehört in jedem Fall aus-schließlich in die Schule, weil die Kinder des Landvolks für Ausarbeitung von Hausauf-gaben, das Auswendiglernen ausgenommen, meistens weder Zeit noch Gelegenheit haben.
Die Unterrichtsfächer der Landschule sind im wesentlichen dieselben, wie in derstädtischen Volksschule: Religion, Realien, Lesen, Schreiben (und zwar Schönschreiben,Rechtschreiben und Aufsatzschrcibcn), Rechnen, Singen. Ob auch im Zeichnen Unter-richt crtheilt und ob die Handarbeit unter die Schulpensen obligatorisch ausgenommenwerden soll, darüber geben am Ende immer die örtlichen Verhältnisse die letzte Ent-scheidung.
Wie in den Städten, so ist cs. nicht minder auf dem Lande wünschenSwerth, daßneben der Volksschule sowohl eine Kinderbewahranstalt als eine Fortbildungsschule be-stehe. Die erstcre ist Bedürfnis, weil die Eltern besonders des Sommers viel in Feldund Wald oder in Fabriken w. sich beschäftigen; die letztere kann nicht entbehrt werden,wo die Landwirthschaft und das ländliche Gewerbe entsprechend den Forderungen einermächtig fortschreitenden Zeit gehoben werden soll.
Die Schulzucht hat in der Landschule keinen andern Zweck und Charakter als inder Stadtschule. Wenn man manchmal auf dem Lande inehr mit der Uncultur undder damit zusammenhängenden Unart und Unsitte zu thun hat, so gicbt es da auf derandern Seite auch Volksschüler, welche unter der Zucht der Eltern und der ganzenGemeinde gehalten viel lenksamer und für gute Eindrücke empfänglicher sind als dievon der Kultur beleckten, aber auch in vielen bösen Streichen erfahrenen frechen Bubenin der Stadt. Jedenfalls hat der Landschullehrer vor dem Stadtschullehrer häufig dasvoraus, daß er, wenn er sich Achtung zu erwerben weiß, in der Landgemeinde vielmehr gilt und mehr Einfluß nicht nur auf die L>chüler, sondern auch auf die ganzeGemeinde ausübcn kann.
Literatur: Ni cm eh er, Grunds, der Erziehung und des Unterrichts, 3. Thl.Schwarz, die Schulen. Beneke, Erziehnngs- und Untcrrichtslehre, 2. Thl. Denzel,Einleitung, 2. Thll Kurt man, Lehrbuch der Erziehung, 2. Thl. Goltz sch, Ein-richtungs- und Lehrplan für Dorfschulen. Lüben, Lehrplan für die Landschulen desbremischen Gebiets.
Zusatz. In verschiedenen Gegenden Deutschlands wird die Landschule (oderüberhaupt die Volksschule) aus mannigfache Weise gegliedert und diese Gliederung mitbesonderen Namen bezeichnet.
Im Norden und Nordwesten Deutschlands (Preußen, Sachsen, Olden-