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1 (1877) A - Liebe
Entstehung
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Lachen.

Landschule.

und hierin werden wir zugleich einen Fingerzeig für die sittliche Bcurtheilung erkennen.Das Ungereimte, sobald cs schädlich wirkt, hört auf ein Gegenstand des Lachens zusein. Z. B. ein Knabe, mitten im Spiel zu Boden fallend, macht eine komische Figur;hier hat das Lachen freien Lauf. Ganz anders ein Mann, ein Greis, der ernsthaftüber die Straße schreitet und strauchelt. Der Contrast ist hier stärker und insofernder Reiz zum Lachen größer, aber die natürliche Lachlust muß dabei ihre Gegen-wirkung in dem Mitleid und im Respect finden. Ein Vater oder Lehrer geht aufschmalem Brett, wenn er sich selbst zum Gegenstand des Lachens bei den Kindernmacht; das Ungereimte, was er thut, wirkt schädlich ein auf dasjenige, was er ist.Witzworte über Gegenstände, die den Zöglingen ehrwürdig sein mäßen, sind schädlicheUngereimtheiten, und es kann sich fragen, ob der Possenreißer, welcher seine eigenePerson zum Besten gicbt, nicht doch den Vorrang vor dem selbstsüchtigen Spötter hat.Es ist ein Unterschied: belachen und auslachen; ersteres geschieht unwillkürlich, letzteresgeht aus Schadenfreude hervor. Belächeln kann man aus Gutmüthigkeit oder ausHochmuth. Wer noch über vieles lacht, hat noch über weniges nachgedacht.

Jenachdcm in einem Kinderkreis ein Lachen entsteht, und sie wollen darüber keineRechenschaft gebeil, hat man zu besorgen, daß der Lachstoff einem unzarten oder vonder Scham unbcschütztcn Gebiet entnommen ist. Hierauf weist auch manchmal dasunterdrückte Lachen hin. Es kommt auch bei an sich gutgeartetcn jungen Leuten vor,daß sie zuweilen hinter solchen Personen her lachen, welchen sie so eben Ehrerbietungerzeigt haben. Dies scheint eine Abspannung des Gemüths zu bezwecken, eine unwill-kürliche Erleichterung von dem Druck der Auctorität. Man soll sich davon nicht be-leidigen lassen, aber es ist als Unbildung zu bekämpfen.

Sündhaft ist das Verlachen mißgestalteter oder blödsinniger Personen, auch Be-trunkener; bösartig kann das Auslachen solcher Mitschüler sein, die aus Mangel anGaben in ihren Leistungen Blößen geben. Der Spott des Lehrers wirkt doppelt ver-schüchternd auf sie ein; manche Natur erträgt ihn weniger als strenge Züchtigung, under kann aus die Liebe tödtlich cinwirken. Für diejenigen aber, welche sich nicht davorscheuen schleckt zu sein, wenn sie nur nicht thöricht erscheinen, mag der Spott noch daseinzige Mittel sein, welches vor der Hand wenigstens niederschlagend wirkt.

Lancaster, s. Bell.

Landkarten, s. Geographie.

Landschule. In neuerer Zeit wird zwischen der ländlichen und städtischen.Volks-schule in Schriften über das Schulwesen kaum noch ein Unterschied gemacht. DerUnterschied beruht auch in der Hauptsache nur auf der Kategorie des Ortes, wo dieSchule sich befindet, sofern man die Schulen in Dörfern und zum Theil in kleinenStädten Landschulen heißt gegenüber den Volksschulen in größeren Städten, welcheStadtschulen oder städtische Volksschulen genannt werden. Die Aufgabe der Volks-schule ist in Stadt und Land im allgemeinen gleich. Es ist darum schon jetzt schwer,und wird nach und nach immer weniger möglich werden, im allgemeinen die Aufgabeder Landschule in Betreff des künftigen Lcbcnsbernfs der Schüler von derjenigen derStadtschule zu unterscheiden; man wird vielmehr bei der Feststellung dieser Aufgabeimmer die besonderen örtlichen Verhältnisse im Äuge halten müßen.

Die Landschulen sind ihrer Entstehung nach etwas später als die städtischen Volks-schulen; diese haben sich großentheils von den lateinischen Schulen abgezweigt, jene abersind erst einige Zeit nach der Reformation nach dem Vorgänge der städtischen Volks-schulen errichtet worden. Im Anfang hatten sie ein kümmerliches Dasein, da nicht bloßKüster, sondern auch Handwerker und Tagelöhner, welche etwas lesen, schreiben undsingen konnten, den Unterricht in ihnen ertheiltcn. Nach dem dreißigjährigen Kriegevollends kostete es Opfer, Mühe und Zeit genug, bis sie nur wieder hergestellt undin den früheren Stand gebracht waren. Erst in der zweiten Hälfte des vorigen Jahr-hunderts sicng man an, ihnen mehr Aufmerksamkeit und Sorgfalt zuzuwenden. Vor-zugsweise sind es E. F. v. Rochow und H. Pestalozzi (s. die bctr. Art.), welchen dieländlichen Schulen ihren gegenwärtigen besseren Zustand zu danken haben. Der Geist,der von diesen Männern ausgieng, erwies sich nach und nach allerorten wirksam. Wonoch keine Landschulen waren, wurden sie nun errichtet, so daß jetzt in ganz Deutsch-land kein Ort mehr zu finden ist, der nicht seine Schule hat. Aber auch in einem