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1 (1877) A - Liebe
Entstehung
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Krankheiten.

Kunst.

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erwachenden Gesundhcits- und Kraftgefühles des Kindes benützt; man ist dann inwenigen Tagen wieder auf dein früheren Standpunkte.

Vgl. Schreker, Kallipädie S. 66 ff. und die Artikel Abneigung und Gehorsam.

Kreisschulen, s. Schulbezirk.

Kreisschulinspector, s. Schulregiment.

Kriifi, s. Pestalozzi.

Kiisterstelle, s. Besoldung.

Kunst. Von der Kunst ist hier nur als von einem Erziehungsmittel und zwarim allgemeinen zu handeln. Es bleiben also einerseits ansgeschlossen rein theoretischeErörterungen über das Wesen der Kunst, andererseits ins einzelne gehende methodischeRegeln für die Behandlung der verschiedenen Künste im Unterricht. Und auch in Bezugaus unsere in solcher Weise begrenzte Aufgabe werden wir großentheils nur eine Nach-lese zu dem Art.Aesthetische Bildung" zu geben haben, indem im wesentlichen derselbeGegenstand, welcher dort vorzugsweise vom Standpuncte des zu erstrebenden Erziehuugs-resultates betrachtet wurde, hier eben von: Standpuncte des Erziehungsmittels zu be-leuchten ist.

Hier ist nun vor allem hervorzuheben, daß die Kunst ein Erziehungsmittel injenem engsten und zugleich niedrigsten Sinne nicht ist, in welchem unter Mittel eineSache verstanden wird, die, an sich werthlos, nur Werth hat in Bezug auf den zuerreichenden Zweck, und die nach Erreichung dieses Zweckes als völlig wcrthlos auf-gegeben werden kann. Die Erziehung muß überhaupt im Gebrauche jener an sich werth-losen Mittel möglichst sparsam sein; vielmehr müßen die Mittel, welche sie anwendet, insich einen bleibenden Werth haben, sie müßen, während sie von einem Gesichtspunkteaus als Mittel erscheinen, von einem andern aus selbst als Zweck sich darstellen. Beikeinem andern Gegenstände ist es so einleuchtend, wie bei der Kunst, daß sie nur indiesem allgemeineren und höheren Sinne ein Erziehungsmittel genannt werden kann,indem ihr eigentlichstes Wesen schon der Beziehung auf einen äußeren Zweck widerspricht.

Wie gewaltig nun auch die Kunst tatsächlich auf die Erziehung des Menscheneingewirkt hat, so hat doch die pädagogische Theorie der Bedeutung der Kunst als einesErziehungsmittels volle Gerechtigkeit noch nicht widerfahren lassen. Die Pädagogikfaßte ihre Zwecke zu beschränkt, vereinzelt und äußerlich, als daß sie sich hätte aufgc-fordert fühlen können, die Kunst, welche in idealer Höhe über solchen Tendenzen schwebte,auf dieselben zu beziehen, oder, wenn es gleichwohl geschah, so geschah cs nicht ohneBeeinträchtigung des wahren Wesens der Kunst; sic mußte ihre eigenthümliche Größeund Herrlichkeit ablegen, um den kleinen Absichten der Pädagogen zu dienen. Schonals der Aufschwung, welchen die vaterländische Poesie gegen die Mitte des vorigenJahrhunderts genommen, zu einer pädagogischen Verwerthung ihrer Producte auffor-derte, fand diese Verwendung in der philanthropischen Pädagogik ganz im Sinne desverständigen Utilitarismus statt. Was Meister Basedow selbst zur Bildung seineraufgeklärten Weltbürger" dichtete, ist die abscheulichste Caricatur wahrer Poesie, undvon den Dichtungen anderer fand, abgesehen von dein gründlich verwässerten geistlichenLiede, nur die Fabel und die versificirte moralische Erzählung Gnade vor den Augendieser Pädagogik. In demselben Jahre aber, in welchem Basedow starb, erschien auchdas Werk, von welchem die richtigere Würdigung des Wesens und Wcrthes der Kunsteigentlich ausgicng, KantsKritik der Urtheilskraft" (I.Ausl. Berlin 1790). Indemdieser das Vermögen des ästhetischen Urtheils als das Vermögen definirte,einen Gegen-stand oder eine Vorstellungsart durch ein Wohlgefallen oder Mißfallen ohne allesInteresse" zu beurtheilen, emancipirte er die Kunst von dem Dienste moralischeroder sonstiger Nützlichkeit und stellte sie in ihrer selbständigen Würde her. Und wennKant selbst an der reinen und umfassenden Durchführung des von ihm aufgestelltenBegriffes des Schönen dadurch behindert wurde, daß er die Mission der Kunst, auchder Erkenntnis des Wahren und Verwirklichung des Guten zu dienen, zu sehr hervor-hob, so müßen wir vor allem Schiller das Verdienst zuschreibcn, diesen Mangel imstetigen Fortschritte seiner eigenen künstlerischen und philosophischen Entwicklung, wiediese in seinen ästhetischen Schriften vorlicgt, beseitigt zu haben. Wir wenden unsnun auf dem im wesentlichen von ihm festgestellten Standpuncte zur Darstellung desPädagogischen Wcrthes der Kunst.

Pttdast. Handbuch. I.

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