Druckschrift 
1 (1877) A - Liebe
Entstehung
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Krankheiten.

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Ausgangs in Verblödung und ebenso einer Wiederkehr des Leidens nach der Genesung;ein gewöhnliches Uebcrblcibsel ist die Dnanie, welche häufig im Verlaufe der Krankheitausgeübt wird.

Es ist klar, daß hier die Verhütung nur in dem individuell richtigen Maße derGcistcsanstrcngnng und im Vermeiden der psychischen Gehirnreizungen besteht, sowiedaß zur Heilung vor allem das Unterbrechen des abstraclcn Lernens, das Leben in derNatur und die Herstellung des Gleichgewichtes zwischen den cerebralen und vegetativenFunctionen gehört; man wird daher den Kranken frühzeitig einem Arzte übergeben,welcher zur methodischen Behandlung von Seclcnstörnngen befähigt und äußerlich fürdiesen Zweck eingerichtet ist.

3. Unter den sog. somatischen Gehirnkrankhciten mit tiefgreifendemEinfluß auf Intelligenz und moralischen Charakter steht oben an die Epilepsie;besonders nach längerem Bestehen entwickelt sich häufig Unlust oder Unfähigkeit zumLernen, Gedächtnisschwäche und Entartung des Charakters; häufig geht den Anfällenein ganz pathologischer Zustand voran, welcher die Untcrrichtssähigkeit ausschlicßt.Bei diesem Grade ist die Erziehung wie der Unterricht so individuell zu gestalten,daß der gewöhnliche Schulbesuch nicht angemessen ist. Die Ausgabe der Erziehungliegt in dem Auffindcn eines Mittelweges, welcher ebenso die pathologischen Ver-hältnisse berücksichtigt, als die Launen, Unarten und Geistcsträgheit bekämpft; Züchtigungenveranlassen leicht einen Anfall. Weiter erfahren Kinder durch ein acutes Gehirn-leiden, eine sog. Hirnentzündung, nicht selten eine traurige Umgestaltung ihres cere-bralen und psychischen Lebens; die Abnahme des Gedächtnisses, die zeitweise Stumpfheitder Intelligenz und abwcchslungswcise die abnorme Reizbarkeit oder Aufregung,sowie die mit der abnormen Disposition des Gehirns gegebene Gefahr der Schlägean den Kopf müßen dem Erzieher und Lehrer solcher Kinder gegenwärtig sein.

Literatur: vr. CH. West, über Epilepsie, Blödsinn und Irrsinn der Kinder;Journ. für Kindcrkrankh. XXIII. Juli u. August 1854, 1 39; Or. E. W. G üntz,

der Wahnsinn der Sckmlkindcr, eine neue Art der Seelenstörungen"; Zcitschr. fürPsychiatrie, 1859. XVI.' S. 187221.

Krankheiten, Verhalten bei (körperlichen) Krankheiten. Die Krank-heiten als normwidrige Zustände bedingen in den allgemeinen Grundsätzen der Er-ziehung und des Unterrichtes Abänderungen, sobald die Störungen der Gesundheiteine der Voraussetzungen für die gewöhnliche pädagogische Einwirkung und Führungabändcrn.

Die Frage, welche vor allem zu beantworten ist, betrifft das wirkliche Vor-handensein einer Krankheit; bekanntlich werden manchmal leichtere Krank-heiten zu Hause oder in der Schule vorgegeben, um das Schulzimmcr verlassen, eineArbeit weglcgcn, oder einige Tage zu Hause dem süßen Nichtsthun sich widmen zudürfen, von bösen Buben werden aber auch schwere Krankheiten, namentlich epileptischeAnfälle nachgemacht; künstliche hysterische Convulsioncn bei Mädchen fallen wohl niein das Alter unter vierzehn Jahren, wohl aber beobachtet man ein Gemisch vonwirklichen und von geinachten Ncrvenzufällcn schon während der Entwicklungsjahre.

Ta viele leichtere Ucbcl sich nicht durch den Laien ohne weitere Beobachtung zu-gängliche Merkmale verrathen, so wird der Lehrer am besten thun, vorläufig der An-gabe Glauben zu schenken, für die nächste Schulzeit jedoch, zumal bei verdächtigenZöglingen, ein elterliches, bei mehrtägiger Dauer ein ärztliches Zeugnis zu verlangen.In der Familie selbst wird man durch sorgfältige Beobachtung meistens bald einUrthcil gewinnen; bei Zweifeln wird der Arzt entscheiden, welcher übrigens in Familienmit schlechter Erziehung einen schweren Stand hat.

Auf der andern Seite kann der Lehrer eine große Zahl von Krankheiten, welchewirklich eine die Unterrichtungsfähigkcit beschränkende oder das ordnungsmäßige Benehmenstörende Wirkung üben, als vorhanden erkennen; er achte nur z. B. bei fieberhaftenund gastrischen Krankheiten auf das veränderte Aussehen des Gesichtes und auf dieerhöhte Körperwärme; häufig entdeckt der Laie die Krankheit auch an dem raschenWechsel der Gesichtsfarbe, der schlaffen Haltring und der veränderten Handschrift.Fehlen diese Anzeichen, so wird der Lehrer den Schüler als gesund betrachten und be-handeln; kommt zur Entschuldigung eines Fehlers eine Krankheitserklärung, so wird