Druckschrift 
1 (1877) A - Liebe
Entstehung
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Körperliche Erziehung.

Krankheiten.

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HLltnis zur physischen Leistungsfähigkeit der jüngsten Schulkinder gebracht wird. VomArzte verlangt man vorzugsweise die Bezeichnung des für den Schulanfang geeignetenAlters; soll nun von allen weiteren Rücksichten Umgang genommen werden, so kannsich der Arzt mit Fug auf ein physiologisches Gesetz berufen. Dasselbe lautet: dasOrgan der Seele, das Gehirn, entwickelt sich vor andern Organen und Systemenund erreicht im Laufe des siebenten Lebensjahres einen gewißen Abschluß,eine Ausbildung der Art, daß von jetzt an ein längeres Fixircn der Vorstellungen,überhaupt eine gesteigerte psychische Thätigkcit ohne verderblichen Einfluß aufs Gehirnselbst und auf den ganzen Organismus möglich wird. Die Consequcnz ergiebt sichvon selbst; bei vorzeitiger Ucberreizung des Gehirns, aber auch bei jeder späteren,sofern sie die von der Natur gesetzten Schranken überschreitet, folgt in der RegelUnheil.

III. Die Schule im Dienste der Bolksgesundheitspslege. DasSchullebcn giebt weitere Gelegenheit, die Gesundheit zu beschädigen oder zu befördern,jenes wenn ein ansteckendes moralisches Ucbcl (s- Art. Geschlechtliche Verirrungen) oderein solches physischer Art einem «Schüler anhaftet, oder wenn der Lehrer durch eineSchulstrafe (s. diesen Artikel) eine Verletzung bewirkt, dieses wenn die Aufsicht oderder Unterricht hygicinische Zwecke fördert.

Auf die Uebertragung von Krankheiten nehmen die meisten deutschen Staatenin besondern Verfügungen, theilwcise nur bezüglich einzelnerAIebel, wie Krätze undPocken, Rücksicht. Allgemein wird jetzt ein Impfschein bei der Aufnahme in dieöffentlichen Schulen und Erziehungsanstalten gefordert; ebenso werden die Lehrer an-gewiesen, krätzige Kinder wegzuweisen, bei ihren Eltern auf Heilung zu dringen undbei Weigerung oder längerem Wcgbleiben der'Polizei Anzeige zu machen. Der Lehrerachte überdies auf die exanthcmatischen Fieber, aus die verschiedenen Kopsausschläge,welche theils übertragbar sind, theils durch den üblen Geruch und das Ungeziefer zumAergcrnis werden; bei Epidemieen von Keuchhusten sollten alle, welche husten, währendder Ruhr oder der Cholera alle mit Durchsall behafteten ausgeschlossen, auch solltenbei diesen letzteren Seuchen die Abtritte wiederholt mit Eisenvitriol desinficirt werden;auch über andere Uebel, welche durch Gestank (z. B. Fußschweißc, Ohrenansflüsse)den Nachbar quälen, wäre mit Eltern und Arzt zu verhandeln.

Die Aufsicht des Lehrers kann ferner in der Volksschule sehr wohlthätig werden,wenn er auf geeignete Weise die Kinder d. h. ihre Eltern zur Reinlichkeit des Leibesund der Kleider veranlaßt und unsaubere Gewohnheiten unterdrückt. Eine directehygicinische Belehrung ist meistens vorgeschrieben, sonderbarer Weise bezieht sich dieselbenicht, wie zu wünschen wäre, auf die allgemeinsten und darum auch gemeinnützigstendiätetisch-hygieinischcn Regeln, sondern auf ein obscures stück der Medicinalpolizei, dieVerhütung von Unglücksfällen durch den Genuß wildwachsender Giftpflanzen; willhierin einiges geleistet werden, so wäre vor dem Genüsse aller unbekannten Früchte,Schwämme u. s. w. zu warnen und wären nur die gefährlichen, in der Umgegendwirklich einheimischen Giftpflanzen in frischen Exemplaren, minder gut in treuen colo-rirten Abbildungen vorzuzcigen.

Zweckmäßiger würde die Sonntagsschnle benutzt, um eine gute, allgemein brauch-bare Vorschrift über die Rettungsmaßrcgeln bei Schcintodten, Verwundeten und Ver-gifteten unter das Volk zu bringen.

Kopfrechnen, s. Rechenunterricht.

Krankheiten, ansteckende, s. Körperliche Erziehung, Pflichten derSchule.

Krankheiten, psychische, der Kinder. Nach Ausschluß des endemischen Blöd-sinns in der Form des Cretinismus und der angeborenen oder frühzeitig er-worbenen sporadischen Schwachsinnigkeit (s. d. Art. Schwachsinnigenunterricht)verbleiben noch drei Reihen psychischer Störungen, deren Verständnis dem Erziehernothwendig ist; es sind einmal die psychischen Anomalien, welche als Prädis-position oder als Vorboten zum eigentlichen psychischen Erkranken zu beachten sind;sodann die in die Schuljahre fallenden eigentlichen Seelenkrankheiten; weiterdie psychischen Anomalien im Gefolge von Gehirn krank heilen. Auf die ge-wöhnlichen Seelenstörungen, welche von der Zeit der Geschlechtsentwicklung an häufig