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Körperliche Erziehung.
der vom Rauchfang aus aspirirtcn Luft und verhindert das Zurücktrcten des Rauches;oder man legt eine Gegenöffnung in der Decke und einen ins Freie führenden Luft-schlauch an. Durch Siebbleche an den Eingangsöffnungen hindert man ein zu starkes,die Füße erkältendes Zuströmen, und durch Schieber an denselben, ebenso an demEingang zum Luftschlauch rcgulirt man noch weiter die Stärke der Ventilation. DerLehrer hat die Leistung dieser Apparate zu überwachen.
Sodann ist es gewiß eine Aufgabe der Erziehung in Schule und Haus, gegendie bei den Lcrnbeschäftigungen sich einschleichendcn, zuletzt habituellen schlechtenStellungen anzukämpfen; hieher gehört schiefes Sitzen mit gedrehtem Rumpfe,ungleichem Stande der Schultern und seitlich ausgebogener Wirbelsäule — Gelegen-heitsursache zu seitlichen Rückgratsvcrkrümmungcn; sodann das Sitzen mit angedrückterBrust — Ursache von mangelhafter Entwicklung und Function, also pathologischerDisposition der Athcmorgane; endlich das Sitzen am Pulte mit vorhängendem Kopfeund vorgebogenem Oberleib — wichtig überdies wegen Verkürzung der «Sehweite.Aber keinerlei Aufsicht genügt, wenn die Geräthe naturwidrig beschaffen sind, oderwenn das ununterbrochene Sitzen eine schmerzhafte Ermüdung bedingt. Für diesebeiden Schädlichkeiten hat man die Schule verantwortlich zu machen und schon darumentsprechende Pausen und mäßige Hausaufgaben zu verlangen; zu weit gegangen wärees aber, auch von der Schule besondere mechanische Apparate, welche vom Lehrer zudirigiren wären, zu verlangen.
Eine weitere Aufgabe ist die Pflege des Gesichtssinnes; unter Hinwei-sung auf die den Art. Schulgebäude und Schulgeräthschaften vorbehaltene Ausführungheben wir hier nur zwei Punctc hervor. Einmal muß für gute Beleuchtung in denDämmerungs- und Abendstunden zur rechten Zeit gesorgt werden; hiezu dienen schlechtdie stinkenden, matten und flackernden Flammen der Talgkerzcn, gut dagegen die Flammevon gereinigtem fettem Oele — jetzt wohl allgemein Erdöl — oder von gutem,aus zweckmäßigen Brennern strömendem Leuchtgase; dabei ist aber zu fordern, daßdie Gasflamme der Stetigkeit wegen mit ihrer Spitze innerhalb eines Glascylindersbrennt, und daß das directe Licht durch eine Glocke von Milch- oder matt geschliffenemGlas gedämpft wird. Ferner leidet das Auge, wenn die normale Sehweite — beimittlerer Druckschrift 30—40 em. — durch schlechte Haltung verkürzt, oder wenn dieSehaxe in schräge Richtung gestellt wird, endlich wenn das Auge bei Ermüdung an-gestrengt wird; hieher gehört daher kleiner oder matter Druck der Schulbücher, schlechteTinte und die Nöthigung, zu Hause, wo die künstliche Beleuchtung meistens nichtmusterhaft ist, angestrengt lesen und schreiben zu müßcn.
II. Die gesundheitsgcmäße Gestaltung der inneren Verhältnisseder Schule hat sich zu beziehen auf die Schutzmittel gegen eine vorzeitige undgegen eine den Kräften nicht angemessene und dabei einseitige Anstrengung durch dasLernen, wobei zugleich die Mittel zu erörtern wären, um bei einer anhaltenden sitzen-den Beschäftigung mit Kopfarbeit gleichwohl eine normale und harmonische leiblich-geistige Entwicklung zu gewähren. Da jedoch der zweite Punct weitaus vorwiegendauf den Gebieten der höhern Schule sich bewegt, so beschränken wir uns auf denersten. Derselbe betrifft theils den naturgemäßen Anfang des Schulunterrichtes, theilsden rechtzeitigen Uebergang in die Abtheilungen mit gesteigerten Anforderungen undin die Stufe des Schullebens, welche eine veränderte Disciplin mit sich bringt. Vonhervortretender Bedeutung ist die Frage nach der Festsetzung des schulpflichtigenAlters. Offenbar muß der Eintritt in das Schullebcn sich bemessen einmal nachden für die einzelnen Altersstufen gegebenen Schuleinrichtungen, sodann nach dem Maßder Anstrengung in der untersten Classe. Hiebei ist es wieder unphysiologisch, nur andie Kopfarbeit zu denken; die Anstrengung des Sitzens und die Unterdrückung desnatürlichen Bedürfnisses der Kinder zur lebhaften Bewegung und zur Mittheilungdurch Rede und Gebende, ebenso für die Filialisten die Strapazen des Ganges zwischenHaus und Schule fallen auch in die Wagschale; der letzte Punct spricht entschiedengegen einen vorzeitigen Anfang der Volksschule, begreiflicherweise kann aber die Rücksichtauf eine allgemeine Fixirung des schulpflichtigen Alters nicht wegfallen und liegt daherdie Auskunft darin, daß die richtige Zahl von Schulhäusern aufgestellt uud die durch-schnittliche Entfernung zwischen diesen und den zerstreuten Wohnungen in ein Ver-