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1 (1877) A - Liebe
Entstehung
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Kindheit, erste.

Anlaß, sich an festen Gegenständen aufzurichten, erst stehend zu erhalten und dann aneiner Stütze für seine Hände zu gehen; das freie Gehen überlasse man gänzlich dernatürlichen Entwicklung. Ganz angemessen ist hingegen eine frühzeitige Rücksicht aufdie rechte Stellung der Füße, weil bei der falschen leicht anhaltende Bildungsfehlerder Fußknochen und Gelenke, schmerzhafte Schwielen und Leichdorne sich ergeben unddie Haltung des Oberkörpers unsicher und schlaff wird; besonders ist auf das richtigeAuswärtsstellen der Füße, so daß beide einen halben rechten Winkel mit einander bil-den, zu achten. Aus der Art der Abnützung der Sohlen und Absätze des Schuhwerkserkennt man auch die leichteren Fehler der Fußstellung. Das Nähere, wie die ortho-pädischen Hülfen s. bei Schreber, Kallipädie S. 86 ff.

Wir wenden uns weiter zur Diätetik des Nerven- und psychischen Lebens.Es handelt sich um ein sinnlich-psychisches Werden, welches vor allem Zeit zur nor-malen Entwicklung bedarf; die natürliche Erziehung ist nun aber nicht in dasRousseau'sche Wildaufwachsenlassen zu setzen, sondern theils in die negative Abwehraller für die Gestaltung des Menschen schädlichen Einflüsse auf das Scelenorgan wieauf Seele und Geist selber, theils um positive Einwirkungen, um den psychischen Ent-wicklungsproceß durch Darbieten der geeigneten Sinneseindrücke mit weisem Maße zufördern; weiter aber handelt es sich schon beim jüngsten Kinde um die Vorbereitungzur Erziehung eines kräftigen sittlich-religiösen Willens durch Gewöhnung an Ord-nung und Gehorsam und durch Bekämpfen des dem Kinde wahrlich nicht anerzogenenbösen Willens. Dabei ist allerdings den Anhängern Rousseau's insoweit Recht zugeben, als eine verkehrte Behandlung des Kindes von Geburt an die Sinnlichkeitreizt, schlechte Neigungen und Gewohnheiten weckt oder steigert und den Willen in einefalsche Bahn lenkt.

Am natürlichsten beginnen wir mit dem ersten Lebenszeichen des Neugeborenen,mit dem Schreien. Das Geschrei spielt in der Kindheitspflegc eine Hauptrolle, alsdie vorherrschende Aeußerung aller im Gefühl als Unlust bemerkten Eindrücke, späterzugleich als die Trompete des Willens und der gemüthlichen Affecte. In jener Be-ziehung ist zu unterscheiden zwischen dem Schreien als Ausdruck der höheren Unlustdes Schmerzes; ferner dem Reagiren gegen die Empfindung des Hungers und Durstesund sonstige unlustige Empfindungen, und endlich andererseits dem Schreien aus Aerger,Zorn und übler Laune. Der geläufige Wahn erkennt im Schreien nur den Ausdruckdes Hungers; wenn dieser vermeintliche Hunger beseitigt ist, so schließt man erst aufBauchgrimmen und später auf Schmerzen vom Zahnen! Allgemein stürzt in denMittelständen bei längerem Schreien das ganze Wartpersonal zu Hülfe und ohne ruhigzu prüfen und zu beobachten, greift man zu einem sehr häufig falschen Mittel, umdas Schreien zu stillen, namentlich giebt man zur Unzeit und zu häufig Nahrung, oderreicht eine Näscherei, oder legt das Kind zu häufig trocken, oder trägt es unter Schau-keln herum, oder seht die Wiege in Bewegung, beim Volke noch jetzt um so heftigerund rascher, je stärker das Geschrei, oder entschließt sich wenigstens zum Sauglappen,einem vielgetadeltcn, bei reinlichem Halten und ohne genießbaren Inhalt ziemlich un-schuldigen Beschwichtigungsmittel, immerhin aber ein angewöhntcs Bedürfnis. In derfalschen Behandlung des Kindergeschreies liegt daher ein Hauptgrund der verkehrten,in der richtigen der guten Erziehung; dort gewöhnt man das Kind an überflüssige oderschädliche Bedürfnisse, seht die verständige Lebensordnung gegen die sinnlichen Triebeund Launen des Kindes zurück und erzieht einen launenhaften, sinnlich begehrlichen,herrischen Willen, hier aber benützt man das Schreien, um das Kind vor allem anOrdnung, an das geduldige Ertragen leichter Beschwerden, an das Beherrschen dersinnlichen Triebe und an die Unterordnung seines Willens zu gewöhnen. Bei wirk-lichem Schmerzgeschrei suche..man durch eine umsichtige Prüfung den Grund zu findenund zu heben; gelingt dies nicht, so nützen die gewöhnlichen Hülfen wenig oder nichts,schaden aber gewiß durch Verwöhnung; der Arzt hat hier cinzutrcten. Schreit dasKind nicht aus Hunger, sondern aus vorzeitiger Eßlust und Begehrlichkeit, so lasseman eS schreien, bis es sich beruhigt und der vom ersten Tage an ungefähr festgesetzteZeitpunct des Nährens Antritt. Schreit nun aber das Kind fort und immer heftiger,so tritt ein Zeitpunet ein, von welchem an die übermäßige Anstrengung durch Nerven-reizung oder Störung des Blutlaufes und des Athmens schädlich wird. Ebenso läßt