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Kindheit, erste.
besser, fällt von der zweiten Hälfte des ersten Jahres bis gegen die Mitte des zweitenJahres; denn in dieser Zeit treten die Bedingungen ein, damit stärkemehlhaltige Stoffewohlgekocht und in der Form einer dünnen Suppe oder eines dünnen Breies, gutverdaut werden; zugleich trachtet das Kind auch uach Materialien für die Uebungseiner Kiefer und Zähne, und gegen den Schluß dieser Periode wird die Beiziehungsolcher Nahrung sogar zweckmäßig, da das Entwöhnen dann mit geringerer Störungsich bewerkstelligen läßt. Ebenso giebt auch die Entwicklung der ersten zwölf, längstensder ersten sechzehn Zähne die richtige Zeit, um in einer Periode des Stillstandes imZahnen, bei gleichzeitigem Wohlbefinden und bei kalter oder milder, ja nicht bei heißerWitterung zu entwöhnen, am besten indem man zuerst aufhört, dem Kinde Nachts dieBrust zu reichen, und alsdann nach einigen Wochen mit dem Stillen am Tage plötz-lich abbricht.
Mit dem Uebergange zu differenter Kost ist noch keineswegs das Bedürfnisgegeben, das Kind an allen Speisen und Getränken Erwachsener theilnchmen zu lassen;es sind vielmehr Beispiels halber zu vermeiden: ein Uebermaß von Brot, von schwerenBreien, überhaupt von Mehlspeisen oder gar von Kartoffeln, oder rohes Obst, fernersehr fette Milch, fette Fleischspeisen, die schweren Hülsenfrüchte, stark gesäuerte Speisen,weiter alle Zuckerlachen und starke Gewürze, endlich Kaffee, Thee und die gegorenenGetränke; mit einem ^-atze, es handelt sich um eine zwar nahrungskräfti'ge, aberleichtverdauliche, milde, reizlose Nahrung. Bei den niedern Elasten veranlaßt diegrobe, stickstoffarmc Kost Verdauungskrankheiten, Skrophulose und Rachitis; bei denWohlhabenden führt der Misbrauch von Leckereien, Gewürzen und Reizmitteln zurNaschhaftigkeit und Gefräßigkeit, zu Verdauungsstörungen, zur Angewöhnung von Sti-mulantien, ferner disponirt er zu Kopfcongestionen und Ueberreizung des Nervensystems.Ein weiterer Fehler besteht in der zu häufigen Darreichung von Nahrung; denTag über reiche man zuerst alle 2—3 Stunden, nach und nach seltener die Brust undsuche vom 3. oder 4. Monat an über die Nacht mit nur einmaligem Nähren, späterganz ohne solches, höchstens mit einem leichten Getränke durchzukommen. Die beson-der» Pflichten der stillenden Mutter, beziehungsweise der Amme, ergeben sich aus derThatsache, daß unter verschiedenen Einflüssen die Milch nahrungsunkräftig wird undsogar direct nachthcilige Eigenschaften annimmt; hierher gehören Diätfehler, Erkäl-tungen, Gemüthsbeweguugen, sexuelle Aufregung und neue Schwangerschaft.
Ein weiterer Punct in der physischen Diätetik betrifft die Erhaltung derEigenwärme; von diesem Gesichtspunct aus hauptsächlich ist die Bekleidungdes Kindes zu bestimmen, und muß mit Rousseau gegen den Unfug des Einzwängensder Glieder in ein Wickelzeug gesprochen werden. Für die freie Muskelübung unddas Erlernen der combinirten Bewegungen, zugleich für ungehinderten Blutlaus, Ner-veneinfluß und Wärmebildung muß die Bekleidung alle Sorge tragen. Alles Ein-pressen und Einschnüren ist durchaus verwerflich. Dabei soll man aber alle Körper-teile außer dem Kopfe, dem Halse und den Händchen vor Zugluft und vor Erkältungschützen; kein bedeckter Theil darf kalt werden und keiner soll übermäßige Wärme oderSchweiß bilden. Ueberdies muß der Stoff der Zartheit der Glieder gemäß weich undelastisch sein. Tie hinlängliche Wärme und eine weiche Unterlage hat auch das Bettezu gewähren, welches vor grober Verunreinigung geschützt sein und häufig mit frischerWäsche und Füllung versehen werden muß. Ebenso ist, zumal Winters und bei Neu-geborenen, für eine gleichmäßige Zimmertemperatur von 16" R. zu sorgen.
Kann das Kind gehen, so muß es auch jetzt seine Glieder rühren können, keinTbeil außer Gesicht und Hals darf der Kälte ausgesetzt sein, keiner soll unter zuwarmer Bedeckung schwitzen. Alle Bekleidungsstücke seien passend, d. h. weder zu weitnoch zu eng. Das Einhüllen in Flanell paßt nur für zu früh geborene und fürblutarme, abgemagerte Kinder, normal beschaffene werden verweichlicht.
Es führt dies von selbst auf die Hautcultur; ihre Aufgabe ist eine doppelte,einmal durch Abspülen der Excrete, der Nahrungsreste, des Schmutzes auf den unbe-deckten Theilen u. s. w. die Haut vor dem Wundwerden zu schützen und ihre volleTransspiration zu bethätigen, sodann aber die Haut für äußere Schädlichkeiten wenigerempfindlich zu macken und damit mittelbar den ganzen Organismus zu kräftigen. Auchhier ist es leicht, die richtige Mitte zwischen der Verzärtelung und der brutalen Ab-