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Katechismus.
Auszug des großen, er ist seine Frucht und der Gipfel von Luthers katechetischerThätigkeit.*)
Luther selbst hat seinen kleinen K. bekanntlich nur als Form und Exempel hin-gestellt, und andern überlassen anderes zu wählen (Vorr. zum kl. K.). Es kann diesaber nicht auf den wesentlichen Inhalt, sondern nur auf die Behandlung des gegebenenStoffs bezogen werden. Auch bezüglich auf letztere hat aber die Kirckie mit richtigemGefühl in dieser zufällig scheinenden Form die mustergültige erkannt und für allefolgenden Katechismusbildungcn sie als Grundtypus festgestellt.
Die Katechismen der Reformationszeit in unserer Kirche, von Alt Hamm er,Nnrnb. 1528, und von Lach mann, Heilbr. 1528, sind zwar vor den lutherischenerschienen, sie stehen aber schon ganz unter der von Luther ausgegangenen Anregung.Dasselbe gilt selbst von dem ebenfalls vor 1529 erschienenen Brenzischen K., demeinzigen, welcher auch nach dem Erscheinen von Luthers Katechismen sich in der evangelisch-lutherischen Kirche behauptet und hier auf die Ausbildung der Katechese einenbedeutendem Einfluß ausgeübt hat. Die Anordnung der Hauptstücke bei Brenz(Taufe, Glaube, Vaterunser, Dekalog, Abendmahl und Schlüssel des Himmelreichs)und die künstliche Verbindung, in welche dieselben von ihm unter einander gesetztworden sind, haben weniger Nachahmung gefunden; aber die Anfangsfragen (Was bistdu? Warum bist du ein Christ?) sind als ein natürliches Exordium in viele spätereBearbeitungen des lutherischen K. hinübcrgenommen worden, und ebenso hat manwenigstens in Süddeutschland das ganze Stück vom Amt der Schlüssel für letzterenvon Brenz entlehnt. Im übrigen schloß sich die spätere Katechismusbildung immermehr an Luther an, dessen Vorgang sich auch über die Grenzen der von ihm gestiftetenKirche hinaus geltend machte.
In der reformirtcn Kirche ist die wichtigste Erscheinung auf dem katechctischenGebiete der Heidelbergeroder Pfälzer K., auf Befehl des Kurfürsten Friedrich III.von der Pfalz durch die Heidelberger Theologen Zach. Ursinus und CasparOlcvianus verfaßt und 1563 publicirt. Die Anordnung folgt dem Gedankengangeim Römerbriefe, es wird vom Elende der Menschen ausgegangen und dann im zweitenHauptstücke von der Erlösung durch Jesum Christum gehandelt; die Gebote und dasVaterunser find auf das dritte Hauptstück verspart, welches die treffende Ueberschrifthat: „wie ich Gott für solche Erlösung soll dankbar sein:" 1) durch gottseligen Wandel,2) durch Anrufung Gottes. Dieser systematischen Disposition entspricht der ganzevorwiegend doctrinelle Charakter des Heidelberger K., der bei aller seiner Trefflichkeit,was die Nebersichtlichkeit, Einfachheit und Wärme betrifft, hinter dem lutherischenzurückbleibt, und ein gleich plastisches Gepräge, den epischen Charakter, wie dieser,
nicht trägt. Der Heidelberger K. hat sich über den größten Theil der reformirtcn
Kirche verbreitet.
Auch die römisch-katholische Kirche hat sich der katechetischen Arbeit, zuwelcher die Reformation so mächtigen Impuls gegeben hatte, nicht entziehen können.Daß der Ouieellismus Roirmnus unter die Volkskatechismen im eigentlichen Sinnenicht gehört, giebt schon der Zusatz zu seinen: Titel: all xuroollos (für die Pfarrer)
zu erkennen. Der bloß mechanischen Einübung des K. sind in neuerer Zeit Sailer,
Gr über, Barthel, vorzüglich Hirsch er entgegengetreten, ohne jedoch bis jetztschon eine recht haltbare, durchsichtige und correcte Katechismusform gefunden zu haben.
In der später» Geschichte der Katechismusbildung in der evangelisch-luthe-rischen Kirche lassen sich vier Perioden unterscheiden, welche den wichtigstenEntwicklungsperioden der protestantischen Theologie parallel laufen. — Die erstePeriode reicht bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts. Sie charakterisirt sich durchdie doctrinelle Behandlung der Katechismusstücke. Die Tendenz der Katechismus-bildung geht vornehmlich auf Vervollständigung des kleinen lutherischen K. durch Hin-einarbeitung des kirchlichen Lehrbegriffs, die Darstellung hat vorherrschend das Geprägeder Lehrhaftigkeit, sie ist mehr auf das Verständnis, als auf das Bekenntnis berechnet.— Die zweite Periode der Katechismusbildung geht von der Mitte des 17. bis
) Palmer, in Herzog? Real-Encyklopädie für Protest. Theologie und Kirche, VII. 621.