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Katechifiren.
Katechismus.
einzig das oben über die Aufgabe der Katechisation, über Zergliederung und Entwick-lung Gesagte maßgebend. Ist ein Theil der Katechisation absoloirt und ein Wende-punkt erreicht, so ist die Rekapitulation, das Aufsammeln, wie Dinter es nennt undübt, ganz am Platze. Der Schluß muß nicht nothwendig ein rhetorischer Epilog sein;aber zweckmäßig ist es immer, wenn das Ende der Katechese irgendwie sich abrundet;ein Bibelspruch, ein Liedervers dient dazu am besten.
Katechismus. Tie vier Hauptgebiete des christlichen Religionsunterrichts, Ge-schichte des Reichs Gottes, Bibelkunde und Bibelerklärung, Glaubens- und L-ittenlehre,Fest- und Cultnslchre, sind von der Kirche niemals ganz unbebaut liegen gelassenworden; aber sie hat zu verschiedenen Zeiten die einzelnen Gebiete sehr ungleich be-handelt, und bald dem einen, bald dem andern eine höhere Beachtung und eine größerePflege gewidmet. Die Einübung der gottesdienstlichen Gebräuche und der kirchlichenSitte, diese unmittelbar praktische Seite des Religionsunterrichts, wird von der katho-lischen Kirche vorzugsweise berücksichtigt. Das doktrinelle Element verschwindet dabeizwar nicht ganz, namentlich haben neuere katholische Katecheten ihm größere Beachtunggeschenkt; aber es tritt dasselbe zurück gegen das kirchliche Thun, für welches die vonder Kirche angeordnetcn und sanctionirten Formen vorhanden sind.
Desto mehr Gewicht hat die evangelische Kirche von jeher auf das Dogmagelegt. Wie sie zu ihrem Princip die Lehre von der Rechtfertigung durch den Glaubenerkoren hat, so behält sie auch bei ihrem Unterrichte vorzugsweise die innerliche An-eignung des Glaubens im Auge; und trotz ihres Grundsatzes, daß die h. Schrift dieeinzige Quelle und das Maß für den Inhalt des Glaubens ist, hat sie doch nicht mitder Bibel den Religionsunterricht abschließen können, sondern sich getrieben gefühlt, fürdiesen den Lehrbegriff als ein Ganzes in möglichst einfacher, behältlicher und dabei ein-dringlicher Fassung darzustcllcn, und dafür eine bestimmte Lehrwcise sich anzueignen. Beidem großen Werth, den sie auf die religiöse Ueberzengung legt, und gemäß ihrer Grund-ansicht vom allgemeinen Priesterthum mußte an die evangelische Kirche die Nothwendig-keit herantreten, ihren Lehrbegriff und ihre Auffassung von der Aufgabe des Lebens inbestimmt formulirten Artikeln für die Gemeinde und das Haus darzubieten, und fürdie Unterweisung des Volks, insbesondere des Heranwachsenden Geschlechts, im Be-kenntnis Sorge zu tragen. Das Buch, welches diesem Zweck in der Kirche dient,ist der Katechismus, die kleine Laienbibel, die Dogmatik und das Symbol des Volks.
Die erste und wesentlichste Eigenschaft des Katechismus ist, daß er seinemInhalt nach das öffentliche Bekenntnis der Kirche treu und vollständig darstellt.Dabei hat er dasselbe nicht nach außen hin oder irgend welchen Angriffen gegenüberzu vertreten, er hat demnach nicht polemische oder apologetische Tendenzen zu verfolgen,sondern der Hebung und Verbreitung christlicher Erkenntnis und Sitte in der Kirchezu dienen. Das lebendige Erfassen und freudige Bekennen der Glaubcnswahrheit mußder K. auch durch seine formelle Beschaffenheit befördern. Der nach ihmUnterrichtete soll nicht bloß von dem, was er glauben und thun soll, hören und lesen;er soll bei dem Unterrichte von dem, was er vernommen hat, Rede und Antwort geben.Darum ist der K. in Frage und Antwort zu fassen, welche hier nicht sowohl einendidaktischen, als vielmehr vorzugsweise einen ethischen Zweck haben, Frage undAntwort sollen einem Grundgefühle, einer Anschauung und einem Willensacte Ausdruckgeben und zum Bekenntnis und Angelöbnis hinleitcn. Eben darum soll der K. nichtbloß eine allgemein verständliche, sondern auch eine leicht behältliche und vollkommensprechbare Sprache reden. Fügen wir noch hinzu, daß der K. zwar für das Volküberhaupt, insbesondere aber für die Jugend bestimmt und berechnet sein muß, so habenwir die wesentlichen Merkmale des K. und können hiernach diesen definiren als denInbegriff der von der Kirche anerkannten Hauptstrecke der christ-lichen Lehre, für das Volk und insbesondere für die HeranwachsendeJugend behufs der Aneignung und des Bekenntnisses gemein-verständlich abgefaßt und in Frage und Antwort gestellt.
Die geschichtliche Entwicklung des K. beweist, daß sein Inhalt wie sein Gebrauchauf fester historischer Basis beruht und dadurch eine bestimmte Begrenzung erhalten hat.
Gefscken hat in seinem Werke: „Der Bilderkatechismus des 15. Jahrhunderts,Leipzig 1855 " nachgewiesen, daß Luther zuerst das Wort K. als Titel eines Buches