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1 (1877) A - Liebe
Entstehung
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Katcchistren.

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Begriffe durch Unterscheidung der Merkmale erst klar gewinnen und fest bestimmenlernen. Es ist auch hier wieder zuerst eine Analyse zu machen, die aber in Wahrheitfür den Zögling zur Synthese wird; denn dem Schüler ist das bestimmte Unterscheidender Merkmale vom Begriff ein Neues; er hatte bloß eine Anschauung von der Sacke,aber keinen Begriff. Daß übrigens solche Entwicklungen nicht mit jedem Begriffe, sooft er vorkommt, vom Katecheten vorzunehmen sind, sondern nur da, wo jeder zumerstenmal als Object der Lehre erscheint, und fernerhin nur, wo eine Auffrischungsolcher Erkenntnis oder ein praktischer Gebrauch derselben für irgend einen anderweitigenLehrzweck augezeigt ist, versteht sich von selbst.

2) Wird durch diese erste Operation der Begriff in sich selbst entwickelt, so wirdferner aus der Auswicklung eine Fortentwicklung, da man am gegebenen Faden vor-wärts und rückwärts schreitet, um den vorliegenden Begriff sowohl selber erst ausseinen Prämissen herzuleiten, als auch aus ihm selber wieder dasjenige abzulcitcn, woriner sein Leben gleichsam fortsetzt; denn die Nothweudigkeit wie die Möglichkeit desWirklichen, ebenso sein Werth, seine Bedeutung ist nur aus seinen Prämissen undseinen Konsequenzen zu erkennen. Jene Möglichkeit und Nothweudigkeit, wie der Werthund die Wichtigkeit eines begrifflich erkannten Objects kann historischer, psychologischer,ethischer oder dogmatischer Natur sein; immer aber schreitet der Hauptbegriff in solcherErkenntnis über sich selbst hinaus, ohne doch sich selbst zu verlieren, d. h. eben: erwird entwickelt.

3) Die christliche Wahrheit ist dazu da, um in der geheimsten Quelle des ge-summten geistigen Lebens sich als Lebensmacht festzusetzcn und von da aus das ganzeGetriebe des Seelenlebens zu regieren. Tie rechte Unterweisung muß daher die imText enthaltene, aus ihm zunächst objectiv entwickelte Wahrheit bis hinein in dasMenschlicher; forteutwickeln, d. h. die Beziehungen derselben auf das menschliche Leben,auf seine Bedürfnisse und seine Neigungen, auf die geheimen Regungen des Bösenwie des Guten, auf sein Verflochtcnsein mit der Welt und seine über die Welt hinaus-greifenden Hoffnungen erkennbar und fühlbar machen. Mit dieser das persönlicheLeben bereichernden, ja geistig erfüllenden und befruchtenden Aneignung hat die Ent-wicklung erst ihr Ziel erreicht.

4) Hieraus geht hervor, daß wir als Object der katechetischen Entwicklung nichtden Katechumcnen und dessen durch die sokratische Hebammenkunst ans Licht zu för-dernde Gedanken, sondern die objcctive Wahrheit betrachten. Aber was soll nun,wenn dies der Sachverhalt ist, das Charakteristische des Katechisircns, die Frage?Indem wir hiefür auf den Art.Fragen und Antworten" verweisen, bemerken wirnur Folgendes. Alles bisher Besprochene würde nicht absolut eine besondere Art desLehrvortrags erfordern. Kindern gegenüber wäre die Frage nur soweit nöthig, alssie überhaupt in allem Unterricht ein unentbehrliches Mittel ist; sie würde als Er-innerungsfrage das Gedächtnis des Schülers in Anspruch nehmen und hiedurch befe-stigen; als Erfahrungsfrage würde sie ihn nöthigcn, das was ihm selbst schon inseiner Lebenserfahrung begegnet ist, zu äußern, um es für den Lehrzweck (als Beispiel,als Beweis ec.) zu verwenden; als Verstandcsfrage würde sic sein Urthcil provociren,und als Gewissensfrage an sein sittliches Gefühl appelliren, um ein sittliches Urtheilhervorzurufen. Jedem Lehrfach ist die Frage dienstbar; allein ebenso gewiß ist dasKateckisircu noch etwas wesentlich anderes, als eine bloße Anwendung jener allgemeinendidaktischen Form auf den christlichen Unterricht. Worin liegt der Unterschied? Derconscquentc Sokratiker sagt: hier handle es sich um angeborne Ideen; deswegen habedie Frage, die das Schlummernde erwecke, hier eine andere, tiefere Bedeutung, alsz. B. im geographischen, geschichtlichen Unterricht. Diese Distinction macht der aufpositivem Boden stehende Katechet nicht; er weiß allzugut, was es mit den angebornenIdeen für eine Bewandtnis hat und was für eine Gattung von Religion auf diesemWege zu Tage gefördert wird. Das Eigenthümliche des Katechisircns beruht viel-mehr auf Folgendem:

n. Wie die erste Grundlage alles religiösen Unterrichts Mitthcilung sein muß, sowird auck durch den ganzen katechetischen Kursus hindurch der Lehrer immer mitzu-thcilen haben. Der Katechumene soll in jeder Stunde nicht nur gefragt werden undantworten, sondern etwas hören, etwas empfangen, was ihn innerlich bereichert. Aber