Katechese.
Katechisiren.
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Platz und von Segen, wie die gegenwärtig mehr verbreiteten sogenannten „Bibel-stunden". — Moment im Cultus kann die Katechese nur in der Vorfeier derConfirmationshandlung werden.
Was den katechetischen Klcindienst, wir meinen das Einzelne im unter-richtlichcn Operiren, anlangt, so sind das Erklären, Versinnlichen, Beweisen, Anwen-den Verrichtungen, welche auf allen andern unterrichtlichen Gebieten Vorkommen, unddas Fragen einschließlich des Antwortens ist noch weniger eine specifisch katechetischeAngelegenheit. Wir mäßen also davon abstehen und verweisen auf den Artikel: Fragenund Antworten.
Schließlich die Bemerkung, wie man beobachtet zu haben glaubt, daß selbst ingebildeten Lebenskreisen Anlaß, Neigung und Geschicklichkeit zu fehlen beginne, einegeordnete Unterhaltung zu führen, nicht weniger eine gehörige Disputationzu halten, wenn sie nicht bloße Komödie oder Spiegelfechterei sein soll. Die Fertig-keit in der parlamentarischen Debatte ist gestiegen; das Vermögen gcmüthvollenLehrgesprächs (Katechese) ist gesunken. — Hoffen wir, daß im Gefolge des gesteigertenVermögens sowohl der Führung weltlicher Debatte als auch der geistlichen Anspracheund Predigt sich auch wieder die Freude an dem Anziehenden, Gewinnenden und Ueber-zeugenden einstellen werde, welches, mit dem katechetischen Dialog verbunden werdenkann. Es ist nicht zu zweifeln, daß die gebildete christliche Lehrerpersönlichkeit, jemehr sie sich in ihrer Aufgabe begreifen wird, sich der Form, durch die sie im Standeist, nicht bloß zu zeugen von Christo, sondern auch zu überzeugen, wieder erinnernwerde, nämlich der Katechese, d. i. der Conversation im Dienste geistlicher Erkenntnisund Erweisung derjenigen Liebenswürdigkeit, welche dem Herrn Seelen gewinnt.
Katechelisch, s. Unterrichtsform.
Katechisiren. Wie man Katechisation noch von Katechese unterscheidet, sofernjene nur einen einzelnen katechetischen Act zu bedeuten Pflegt, während mau mit demzweiten Worte die gesummte katechetische Thätigkeit bezeichnet: so denken wir auch beimWort Katechisiren an etwas ganz concretes, nämlich an die Kunst, in dem Sinn, inwelchem seit dem Auftreten der Sokratik der katechetische Unterricht eine bestimmteMethode sich angeeignet hat, ein dieser Methode angemessenes Lehrgespräch mit Schü-lern zu führen. Die Erzählung biblischer Geschichten u. a. m. gehört in das allge-meine Gebiet der Katechese; aber katechisiren nennt man das nicht. Das Ueberwicgendes formell Didaktischen im Begriff des Katechisirens würde uns fast berechtigen, indiesem Artikel von dem christlichen Inhalt und kirchlichen Zweck der Katechese abzu-sehen und nur vom Gesichtspuncte der Lehrkunst aus den Gegenstand zu behandeln.Allein selbst diejenigen, die in der Katechese lediglich nichts als eine besondere Art desDocircns sehen wollten, wie die ganze Dinter'sche Schule, haben mit wenigen Aus-nahmen doch diese Kunst auf nichts sonst angewendet, als auf die Religion. Auchder Sprachgebrauch ist darin constant geblieben. — Da das rein Didaktische in demArtikel „Fragen und Antworten" bereits erörtert ist, so haben wir um so mehr Recht,gemäß dem einmal feststehenden historischen Begriff auch das Katechisiren lediglich aufdie religiöse Unterweisung zu beziehen; und wenn wir uns in diesem Artikel vorzugs-weise der eigentlichen Technik zuzuwcnden haben, so kann dies doch immer nur inEinheit mit der Betrachtung der materiellen Seite geschehen.
I- Die Voraussetzung für jedes Katechisiren ist ein Object,, an welchem die ein-zelne Katechisation den Zweck aller Katechese erfüllen soll. Dieses Object könnte mög-licher Weise wohl ein christlicher Begriff, ein christlicher Lehrsatz sein, sogar echtsokratisch in der Weise, daß weder Begriff noch Satz zum voraus schon bekannt wäre,sondern erst aus der Katechese selbst resultirte. Dinier hat in seinen vorzüglichstenRegeln der Katechetik beispielsweise solch einen Begriff (Ruhe im Geiste) zum Gegen-stand einer Unterredung gemacht; dagegen seinen ausgeführtcn praktischen Werken legteer den kleinen lutherischen Katechismus zu Grunde. Warum wohl? Es mag sein,daß er dadurch sein Buch praktffch unmittelbar brauchbar machen wollte; aber dabeihat ihn doch wohl auch sein katechetischen Takt fühlen lassen, daß eine Katechisationeinen Text haben muß; daß also das Object den Kindern entweder schon insGedächtnis geprägt, oder, was selbst neben dem Gedächtnis nicht überflüßig ist, inihrem Buche vor ihnen liegen muß. Zur Begründung davon gehen wir hier auf den