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Katechese.
düng setzte, welche theils zum Beweisen, theils zum Bewegen dienen sollten; 3) da-durch, daß er wesentlichen Einfluß auf die Verbesserung der katechetischenForm bei der mündlichen Verhandlung gewann. Nicht bloß die Herablassung, Freund-lichkeit und Geduld wird von ihm als nothwendiges sittliches Erfordernis amKatecheten betont, gefördert und vorbildend geleistet, sondern es wird in deutlicherErkenntnis und Weise die Frage als das unumgängliche Kunstmittelkatechetischen Thuns begriffen. Von nun an giebt es ein erotematisches Absehenund bald genug eine Erotematik. Dies hieng mit dem Pietismus ans das innigstezusammen. Da derselbe sich nicht verbergen konnte, daß alles geistliche Leben in Christoauf dem Grunde einer Erkenntnis Christi beruhe, diele Erkenntnis aber notorischnicht durch die damalige Weise zu predigen geweckt werde: so mußte man nach einerandern Unterweisungsart sich umthun, als die homiletische war. Man griff bei denen,welche man nicht anzuschcn brauchte als Gelehrte, welchen gut predigen ist, sondernals Kinder am Verständnis, zur Frag Methode. Und wie sicherlich die Form desBehauptungssatzes eine nothwendige sprachliche Form für die Predigt des Evan-geliums ist, so ist die des Fragesatzes die natürliche, wo auf dem Gebiete desGedankenvcrkchrs irgend eine nachweisbare Ausgleichung zu Staude kommen, d. h.wo die Nichtwisscnden oder Nichtverstehcnden zum Wissen und Verstehen geleitet wer-den sollen.
Die Spener'sche Katechetenschule legt wohlbewußt ein Gewicht auf dieFrage, weil sie ein Verständnis davon hat, was sich von Christi, ja von SokratesZeiten her mit diesen: Handwcrksgeräth in: Wechselverkehr der Geister anfangcn läßt.Tenn die Frage ist zwar weder Hammer noch Ambos, aber Zange und bei einemrechten Schmiede findet man alle drei. Da cs galt, den „Verstand, Nutz und Fruchtdes Katechismus" zu vermitteln, so mußte die Katechese wieder didaktisch werden.Spener war sich sehr wohl bewußt, wie er als Katechet nicht sowohl Priester alsvielmehr Lehrer sei und schämte sich dessen nicht, als man von ihn: in Dresdensagte, der Kurfürst habe anstatt eines Obcrhofpredigers einen Schulmeister bekom-men. Spener hat sich darum auch das Fragen nicht nehmen lassen; es wäre auchwunderlich.
Seit seiner Zeit wird aus dem Geschäfte, welches sich die Kirche obliegen sab,nämlich aus der Uebertragung ihres Lehrgehaltes im lcbensmäßigenAusdruck — eine Angelegenheit der Schule und der in ihr enthaltenen unterricht-lichen Kunst.
Mit diesen: Stadium, in welches die Katechese nach und nach trat, siel zu ihren:Nachtheile auch die aus bekannten Gründen überhandnchmende Beiseitestellung despositiven Gehaltes des Christenthums zusammen. In dem Grade, als die Pflegerdes Heiligthums die ihnen auvertrauten Güter nicht zu wahren wußten, mußten esandere leicht haben, ihre didaktische Kunst, welche, insoferne sie die Unterredungs-sorm beibehielt, auch den Namen katechctische festhiclt, auf den Markt und an denMann zu bringen. Diese Leute giengcn mehr auf Erweiterung des Unterrichtsgebietesein, als aus Würdigung und Pflege der wesentlichen Stoffe für die Legung eineschristlichen Grundes von Erkenntnis und Lebenserfahrung. Daher kan: cs, daß man,die alten katechetischen Grundbilder zur Seite lassend, sich auf Anfertigung von aller-hand Leitfäden, Katechismen, Handbüchern nach eigenem Geschmack und angeblich zurErleichterung und zeitgemäßeren Betreibung des Unterrichtsgeschäftes legte.Es ist nicht in Abrede zu stellen, es ist eine Menge mächtigen, wirksamen Materialsauf diese Weise in Bewegung gesetzt worden, aber es konnte nicht fehlen, daß nichtauch viel ungehöriges mit hineinkam — bei aller Wohlmeincnheit. In dem Gradeals man die sachlichen Cardinalangclegcnheiten fahren ließ, widmete «man sich natür-lich der Geschicklichkeit, fragend auf die Lernenden einzuwirken und in Hand-habung dieser Geschicklichkeit bestand schließlich das Ganze der katechetischen Thätig-keit. Die Katechetik, welche vordem eine Partie der praktischen Theologie auszu-machen berechtigt gewesen war, konnte nun mit größerem Rechte ihre Stelle in derDidaktik^ oder Methodik suchen. Und an solchen, welche die katechctische Kunst indiesem Sinne mit ausgezeichneter Vollendung in Ausführung zu bringen wußten, hates nicht gefehlt.