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1 (1877) A - Liebe
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Karl der Große.

Irland, die Insel der Heiligen, seit längerer Zeit eine Pflegestätte der Wissenschaften,sandte Clemens und Dungal u. a., das Land der Angelsachsen bereits 782 den trefflichenAlcuin (s. d. Art.), der wieder andere des gleichen Stammes nachzog. Die Gelehrtennun, welche Karl theils aus der Fremde herbcirief, theils aus den eigenen Landen umsich sammelte (Einhard, Dietwulf, Rikulf, Angilbert, Arno u. a.), bildeten jenenKreis au seinem Hofe, den man wohl die Akademie Karls des Großen genannt hat.Man weiß, daß Karl in dieser gelehrten Vereinigung sich gern den Namen David (oderauch Salomo) gefallen ließ und in seiner Wissbegierde nicht selten sehr verfänglicheFragen stellte, aber auch wieder sehr ernste Dinge zur Berathung brachte. Seine aufBildung des Klerus und des Volks gerichteten Anordnungen verfolgte er mit Konsequenz.Gleich nach seiner ersten Anwesenheit in Rom schrieb er an Lullus, des BonifaciuöNachfolger auf dein Stuhle von Mainz (ff 786), einen Brief, worin er sich beklagte,daß er so wenig Sorge trage für die Bildung seines Klerus, während er durch freund-lichen Rath und ernsten Tadel oder auch durch äußere Unterstützung zu wissenschaftlichenStudien anregen könne. Um dieselbe Zeit erhielt Paulus Diakonus den Auftrag,ausdem weiten Garten der Schriften der Väter Blumen auszulesen und das Passende ineinen Kranz (das berühmte Lomiliarium, Homilien der Kirchenväter zur Lesung fürden Kreislauf des Jahres) zu winden. Nach der dritten Romreise (787) forderte erzunächst den Abt Baugulf von Fulda, durch diesen aber die Bischöfe und Aebte über-haupt in einem Erlaß auf, ueben der Sorge für eine würdige und fromme Führungdes Lebens das Studium der Wissenschaften sich zur Aufgabe zu machen und in diesenalle zu unterweisen, denen dazu in verschiedenen Graden Fähigkeit verliehen worden. ImI. 789 folgte die Aufforderung an den Klerus, in Klöstern und an Bischofssitzen Schuleneinzurichten, nicht allein für die Kinder der Unfreien (aus denen damals noch oftMönche und niedere Kleriker hervorgiengcn), sondern auch für die Freien (die lieberdie Waffen führten), und zwar für den Unterricht im Lesen, Singen, Rechnen und inder Grammatik, wobei mit besonderem Nachdruck auf das Lesen correcter Schrifttextegedrungen wurde. Priester sollte keiner werden, der nicht in besonderer Prüfung darübersich ausgewiesen hätte, daß er im Lesen, Schreiben, Singen und Rechnen die nöthigenKenntnisse besitze und die geistlichen Wissenschaften inne habe. Die Landpfarrer wurdenverpflichtet, abwechselnd vor den Bischöfen zu erscheinen und bei diesen über Amts-führung, neue Verordnungen re. Belehrung zu holen. Von den Bischöfen ließ sichKarl darüber Bericht erstatten, wie sie die Priester und das Volk unterwiesen und dieKinderlehre behandelt haben. Tie Beschlüsse der im I. 813 zu gleicher Zeit zu Mainz,Rheims und Tours gehaltenen Concile erklärten sich seinen Wünschen gemäß für dieBenutzung der Landessprache zur religiösen Volksbildung.

IV. Karls Anregungen entsprechend wurde nun eine große Anzahl von Schulen er-öffnet und wiederhergestellt. Die Hofschule (sellolu pg,Ig,tinu), schon im Zeitalter derMerowinger zur Bildung der Söhne aus den edelsten Geschlechtern für die höhernBerufsthätigkeiten bestimmt, gewann jetzt erst ihre volle Bedeutung. Sie wurde Muster-anstalt für die übrigen Schulen des Reichs. Der Unterricht darin war theils geistlich,theils weltlich, der letztere umfaßte das Mivinm und Enaärlvium (soptipliois snpisntiasäscns nach Alcuin). Hier sollten nun diejenigen gebildet werden, denen die wichtigerenAcmter im Staate und in der Kirche übertragen werden könnten, uud die öfter er-wähnten xusri xulutini waren eben deshalb für Karl Gegenstand reger Aufmerksamkeitund Theilnahmc. Einer ihrer ersten Lehrer scheint Petrus von Pisa gewesen zu sein.

Unter den Klosterschulen war jedenfalls die zu Tours unter Alcuins Leitung sichentwickelnde von hervorragendster Bedeutung; von ihr aus begründete sich die Schuledes Vedastus-Klosters in Arras, welche wieder der Klosterschule zu St. Amandbei Dornik ihren Ursprung gab. Unter dem Einflüsse Alcuins schufen ähnliche An-stalten der Erzbischof Leidrad von Lyon und Angelone von Luxeu; im Zusammen-hänge mit Tours erscheint auch Fulda (s. d. Art. Hrabanus) u. s. f. Auch anden Bischofssitzen erhoben sich überall Schulen, da Karl gerade auf die Häupter derKirche stets wieder kräftig einwirken konnte. In Metz hatte vielleicht schon Chrodegangeine Schule.

Für Pflege des Kirchengesangs, der in allen diesen Schulen fleißig getriebenwurde, da Karl, wie schon sein Vater, auf guten Kirchengcsang mit großem Eifer hielt,