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1 (1877) A - Liebe
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Jesuite», Jesuitenschulen.

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unter seinen Einfluß sich beugten, einig mit ihm vor allem in dem den 15. Aug. 1534in der Kirche von Montmartre neben den anderen Mönchsgelübden übernommenenGelübde, dein Stuhl Petri sich unbedingt zur Verfügung zu stellen und jeder Missiondes Papstes sich zu unterziehen. Den 27. Sept. 1540 erlangte die unterdessen nachVenedig und Rom übergcsicdclte Gesellschaft die päpstliche Bestätigung durch Paul 111.als Orden der Gesellschaft Jesu. Als Zweck der Gesellschaft bezeichnet die päpstlicheBulle (LeZtmint milttnutis ecelssiak):die Förderung der Seelen in christlichemLeben und christlicher Lehre, die Verbreitung des Glaubens durch öffentliche Predigten,durch geistliche Hebungen und Werke der Liebe, insbesondere aber auch durch Unter-weisung der Knaben und Unwissenden im Christcnthum." Zu diesem Zweck wird derGesellschaft gestattet, an Universitäten ein Collegium oder Kollegien haben zu dürfen,welche Einkünfte, Zinse oder Besitzungen haben, die für den Gebrauch und die Be-dürfnisse der Studenten zu verwenden sind, wobei jedoch jedwede Leitung oder Beauf-sichtigung besagter Kollegien, die Wahl der Oberen, Zulassung, Abweisung und Aus-schließung der Studenten, die Anordnung der Statuten über Unterricht, Erbauung,Correction, Kost und Kleidung u. s. w. einzig den Oberen der Gesellschaft zustcht.Damit war der Gesellschaft Jesu bereits auch das pädagogische Hauptfeld ihrer Thätig-keit eröffnet.

Als man zur Wahl des ersten Generals schritt, so fiel dieselbe einstimmig aufIgnatius, der sic alle in Christo gezeugt, als Schwache mit Milch getränkt habe, undder darum auch der Geeignetste sei, die Gereiften mit der festen Speise des Gehorsamszu nähren. Er war es auch, der die Gruudzügc zu den Constitutionen oder Grund-gesetzen des Ordens entwarf, die jedoch erst von seinem Nachfolger, dem gewandtenCastiliancr Jakob Lainez, dem eigentlich organisirenden Geist der Gesellschaft, redigirtund proclamirt wurden. Sie wurden zuerst gedruckt 1858 im LolleZ-ium Uomnumn.Von den zehn Theilcn, in welche sie zerfallen, ist es besonders der vierte, welcher vonder wissenschaftlichen Unterweisung der Ordensglicder handelt.

Grundgedanke der Ordens Verfassung ist die willenlose Unterwerfungaller Glieder unter den Willen des lebenslänglich gewählten, mit gottähnlicher Aucto-rität bekleideten Ordensgcnerals, der aber selber wieder mit all seiner Macht nur demeinen Ordcnszwecke dient, der Vertheidigung und Verherrlichung der römisch-katholischenKirche. Es ist ein System absoluter Centralisation und unbedingter Subordination.Alles andere, das Heiligste wie das Unheiligste, ist schlechthin Mittel zum Zweck, Waffezum Kampf. Tenn nicht eine friedliche Gesellschaft zur Pflege des inneren Lebenswill der Orden sein, sonbcrn eine Miliz Jesu, wie er sich selbst so gerne nennt.DieGesellschaft Jesu ist zum Kriege gestiftet, Krieg ist ihre Losung, Frieden ihr Tod!"Zu diesem Kampfe tüchtige und wohlgeübte, vor allem aber wohldisciplinirte Streitersich hcranzubilden, die thcils als Glieder der Gesellschaft, theils außerhalb derselbenin den verschiedensten Lebensstellungen den Ordcnszwcck zu fördern bereit wären, dasist auch das Ziel und darauf beruht das Wesen der jesuitischen Pädagogik. Nicht fürdie Schule allerdings wird hier der Mensch erzogen, aber auch nicht fürs Leben, nichtfür das irdische Vaterland, aber auch nicht für das Reich Gottes, sondern für dasReich des Papstes, oder eigentlich in letzter Instanz für den Orden selbst, der ja nachUmständen seine Zwecke sogar noch über die des Papstthums zu stellen weiß. DerJesuitismns will weder die Religion noch die Wissenschaft noch die Kunst um ihrerselbst, er will alles nur um der Kirche, oder vielmehr nur um seiner selbst willen.So ist ihm auch Erziehungszweck nicht der einzelne Mensch, sondern einzig der Ordenselbst und die Zwecke und Dienste, wozu dieser seine Glieder und Zöglinge brauchenwill. Das Subject mit allen seinen Anlagen, Bedürfnissen, Interessen ganz und garin die Dienstbarkeit des Ordens zu ziehen und in dieser Umgrenzung fcstzuhalten: diesmacht das Wesen und Streben des Jesuitismns aus, das ist auch sein oberstesErziehungsprincip.

II. Acußere Geschichte des Ordens und seines Schulwesens. Voneiner inneren geschichtlichen Entwicklung des jesuitischen Erziehungs- und Unterrichts-wesens kann kaum die Rede sein. Aus den: Princip der Auctorität und Obedienz folgtvon selbst das der absoluten Stabilität. Das jesuitische Schulwesen ist heute noch inallen wesentlichen Beziehungen völlig dasselbe, wie es schon im vierten Theile der