Inspektion.
Instrumentalmusik.
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eine Maschine; so muß auch der Regulator seine Aufgabe anders als mechanisch auf-fassen, er muß wissen, daß der Entwicklung der persönlichen Einwirkung Raum zulassen ist, soweit der Zweck und die Ordnung des Ganzen es »erstattet. So gilt esdenn für den Jnspector, das Zuviel und das Zuwenig zu vermeiden, vor Laxheit, aberauch vor Pedanterie sich zu hüten, wachsam zu sein, aber auch die erforderliche Höheund Weite des Standpunkts sich zu bewahren und mehr auf den Geist, als auf dieForm zu sehen.
Für den Localschulinspector gilt in: ganzen das Gleiche wie für den Direktor, nurdaß bei ihm als eine unerläßliche Bedingung seines Einflusses, die sich bei jenem dochnoch mehr von selbst versteht, das hervorzuheben ist, daß er seine Berechtigung zurInspektion nicht bloß aus seiner amtlichen Stellung ableitcn darf, sondern durch über-legene Einsicht und Tüchtigkeit erweisen muß, und daß er nur insoweit, als er dasLetztere thut, in das Innere mit Erfolg eingreifen kann. Die Localschuliuspcction aufdem Lande muß auch noch anderes in ihren Bereich ziehen, als die einer großemAnstalt, insbesondere die Ueberwachung des Schulbesuchs, worüber auf den Artikel„Schnlversäumnisse" zu verweisen ist. Die Schulverwaltungen haben insgemein fürdie mit der Ausführung der Inspektion betrauten Stellen Anweisungen erlassen. Vergl.die umfassende Abhandlung über die Schulaufsicht des Ortspfarrers in Kirsch, Volks-schulrecht II. 460-479.
Instrumentalmusik. Unsere Aufgabe ist, unter obigem Titel die Frage zubeantworten, welchen Werth das Spielen eines Instrumentes für die musikalischeGesammtbildung habe, welches die allgenreinen didaktischen Gesichtspunkte für denUnterricht in diesem Fache seien und welche Instrumente für diesen Zweck verwendetwerden sollen.
Obgleich es uns außer Zweifel ist, daß die Instrumentalmusik im Gange derEntwicklung der musikalischen Kunst meist früher ausgetreten sein muß, als der Gesangim eigentlichen Sinne: so ist doch, von anderer Seite betrachtet, der Gesang dasLeichtere und in sofern Natürlichere; denn nachdem einmal Musik existirt und demKinde zur Anschauung kommt, so vermag dasselbe schon mit seinen natürlichen Mitteln,Gehör und Stimme, eine Melodie nachzubilden, ohne daß es noch eine Ahnung vonGesetzen hat, auf denen selbst die einfachste, kleinste Melodie ihrem Baue nach beruht.So singen Tausende ihre Kirchenlieder, ihre Volkslieder ab, ohne erst kunstmäßig etwasvon Musik erlernt zu haben, und selbst unter unfern Gesangvereinen wären starkeProcente von solchen Mitgliedern zu finden, die zwar in ihre Notenhefte schauen, aberweder über Tonart noch Taktart Rechenschaft geben könnten, sondern lediglich demGehör nach singen. Wer dagegen ein Instrument spielen lernen will, muß ganz andereMühe aufwenden. Es ist daher nichts weniger als ein Zeichen des wirklichen Fort-schritts der allgemeinen musikalischen Bildung, wenn zwar allenthalben gesungen, undwäre es auch vierstimmiger Gesang, aber desto weniger gespielt wird; die Schullehrernamentlich haben früher, wo ihrer mehrere tüchtig Biolin, Clavier und Orgel spielten,eine höhere musikalische Bildung besessen, als zu der Zeit, da sie in der Schule, inConfcrcnzcn und bei Fösten unendlich viel sangen, aber von Gcigenquartcttcn, vonClaviertrio's wenig mehr wußten und wollten. Um es gerade heraus zu sagen: nurdie Instrumentalmusik ist absolute Musik, rein aus musikalischer Quelle entsprungen.Der Laie, der offen gesteht, er höre Gesang lieber, weil, wie diese Bevorzugung meisterklärt wird, man beim Gesang doch auch verstehe, um was es sich handle, — gestehteben damit, daß er noch gar nicht weiß, was Musik ist.
Für uns stellt sich die Sache einfach so. Soll die Tonkunst unter uns, als einergebildeten Nation, nicht sinken, soll uns nicht das unvergleichlich Herrliche, was geradedie deutschen Meister für die Instrumentalmusik geschaffen haben, umsonst gegeben sein:so muß auch das uachwachscnde Geschlecht befähigt werden, die Jnstrumentalwerkederselben auszuführeu. Aber auck umgekehrt: die Jugend muß zu dieser Höhe cmpor-geführt werden um ihrer selbst willen, um alles des edlen und reinen Genusses, allerder geistigen Belebung und Kräftigung fähig und theilhaftig zu werden, welche dieserHauptzweig der Tonkunst gewährt. Auch der Sänger wird immer einen ungemeinenGewinn davon haben, wenn er zugleich ein Instrument spielt, und einen fühlbaren