Druckschrift 
1 (1877) A - Liebe
Entstehung
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Hecker.

Hcimatsinn.

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des Licht gesetzt. Er sagt in einem Briefe seiner letzten Jahre:Betteln für dieRealschule "ist eine Kunst, die ich bisher nicht habe lernen können. Arbeiten steht mireher au." Jener Erfolg ist in der Thal seiner Anstrengung, nicht seinen Bitten umUnterstützung zu verdanken.

Freunde und Gönner fand Hecker in hohem Maße; Friedrich II. stand an ihrerSpitze und gab ihm 1762 den Auftrag, damit das hier Geleistete dem ganzen Staatezu gute käme, ein Land-Schulcn-Reglcment zu entwerfen. Das Original findet sichvon Heckers Hand geschrieben in dem Berliner Archiv. Eigentlich ausgeführt wordenist es nicht, eben weil Hecker, was er selbst mit seiner Krastaustrengung geleistet hatte,auf andere übertrug, die schwächer waren und unter noch schwierigeren Verhältnissenarbeiteten.

Interessant ist der Nebergang der in der Berliner Realschule eingeführten Un-terrichtsmethode in die katholischen Schulen Schlesiens und Oesterreichs, s. d. Art.Fclbiger.

Hecker war auch außer der Realschule bis in seine letzten Lebensjahre auf dem-selben Gebiete vollauf beschäftigt. Eine seiner bedeutendsten Thaten ist die Wieder-herstellung des Waisenhauses zu Frankfurt a. d. O., welche er mit Weisheit undGeduld zu allgemeiner Befriedigung vollzog. Er starb am 29. Juni 1768.

Sein bleibendes Denkmal ist die königliche Realschule, in welcher sein Andenkennicht hoch genug geehrt werden kann. Er nimmt in der Geschichte der Pädagogikund der deutschen Schule für immer eine sehr bedeutende Stelle ein.

Hcimatsinn. Vgl. den Artikel Familie, Familiensinn. Auch an diepathologische und psychiatrische Literatur über das Heimweh, von Andresse,Zangerl, Ca sie ln an wird erinnert werden dürfen.

Tie Heimat ist die Umgebung, in welcher der Mensch ins Leben tritt und heran-wächst; in ihr fühlt er sich zu Hause. Wie der Boden für den Baum, der Früchtetragen soll, so ist sie die Basis für das sittliche Leben des Menschen. Insofern istdie Heimat im besonder» Sinne zunächst das Haus, und mit diesem und in dem-selben allerdings dann die Familie. Aber auch da, wo eine Familie in der eigent-lichen Bedeutung des Worts nicht besteht, kann ein Hcimatsinn für ein Haus sichentwickeln. Und über das Haus hinausgreifend heftet sich an das Dorf oder an dieStadt, an das Land, in welchem man geboren ist, der Sinn für die Heimat, undwird zum Gefühl für ein Vaterland.

Das Vaterhaus als solches ist die Basis eines rechten Heimatsinnes. JeneMacht, welche die heimische Wohnung auf den Geist und das Gemüth des Kindesübt, während cs sich frei und leicht in derselben bewegt, ist im wesentlichen dasselbe,was uns später einen bestimmten Thätigkcitskreis liebgcwinnen läßt, in welchem wirzu Hause werden: die Gefühle der gelingenden Thätigkcit haben sich eng mit demGegenstände verflochten und werden an ihm froh. Ein Vaterhaus aber findet sich inDeutschland selten mehr recht in Städten, wo die Bauweise der Mietkascrnen auf-gekommcn ist. Heut zu tage giebt es eine große Menge Leute, die nicht wissen, inwelchem Hause sie kleine Kinder waren; auch später wechselten sie die Heimat ebenöfters, die Liebe zu ihr ward etwas mehr oder weniger zerstreutes. Das hat seineFolgen.

Doch so werthvoll eist solches gut altbür^erliches oder ländliches Haus, fürKinder immer ein Schloß, auch sein mag, so ist es doch selbstverständlich nicht derBau von Stein und Holz allein, an welchem der Heimatstun im Kinde erwacht.Denn über das Nächste hinaus wird die Heimat dem Gcmüthe namentlich auch theuerdurch die Eindrücke aus weiterem Gesichtskreise:aus meiner Gegend", wie mansagt, aus der Volksweise und Sitte und Sprache, welche die Kinder ans dem Ver-kehr mit andern Kindern und mit erwachsenen Eingebornen sich aneignen. Manerkennt dieses Hervorwachseu aus der Heimat namentlich auch daran, daß sie selbstgegen die Intention der Elter», oft mit besonderer Vprliebe die Eigenheiten der Pro-vinz aunchiNcn, in welcher sie ihre Jugend verleben: kurz, daß sie sich recht eigentlichals Kinder des Landes fühlen.

Es ist wohl Pflicht hier darauf aufmerksam zu machen, daß die Pädagogen sich