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Hecker.
kam hier ein eigentlicher musikalischer Lehrgang, Glasschleifer, Drechseln, Pappen,Lackiren und anderes hinzu. Für gute Lehrer war in allen Fächern gesorgt, die Aus-wahl den Eltern und Schülern selbst überlassen, das herrschende Fachsystem verhütetedie Nothwendigkeit, irgend etwas ohne eigene Neigung zu betreiben. Man erhob sichzur Idee einer Universalschulc, einer Universität für Nichtstndirende.
Niemand wird Hecker auf diesem Wege nachgehen wollen; er unternahm mitkühnem Muthe ein Riesenwerk; wäre es bis in unser Jahrhundert fortgesetzt wor-den und den Fortschritten desselben gefolgt, wo fände sich ein Glaspalast, alle dieseSchätze aufzunehmen? und hätten alle Schulen diese Ausstattung erhalten sollen,wie viel von den Staatseinnahmen hätte dies erfordert? Die Neuheit der Sachebrachte Hecker eine große Anzahl an Geschenken, sonst wäre auch er damit ge-scheitert.
Aber jene Modelle rcpräsentiren zugleich das methodische Verdienst Heckers unddamit die erfreulichste Seite seiner Thätigkeit. Die Nichtstudirenden müssen früh zuihrer Lebensaufgabe geführt werden, um noch in jugendlichen Jahren die unentbehr-lichen Vorstufen der gewählten Fächer in der Praxis zu durchlaufen. Heckers Kampfwar daher gegen die übliche Weise, die Kinder schon aus den unteren Gymnasial-classen mit unvollkommener Aneignung nicht verstandenen Stoffes in die Gewerbeeinzuführen; etwas ganzes sollten sie in kürzester Zeit und zwar das erhalten, wassie unmittelbar brauchen könnten; daher unternahm er es durch die besten Methodendie Zeit der Schule abzukürzcn. Modelle und Anschauung erschienen als Haupt-
sache; wie sie aber angewendet werden sollten, dies war zu ermitteln und darzustellen.Darin bestand ein Haupttheil der Lebensarbeit Heckers, jeden Unterrichtsgegenstandzwar den allgemeinen Principien gemäß, aber doch ohne Einseitigkeit nach demin ihm selbst ruhenden Gesetze von innen heraus zu entwickeln. Dazu bedurftees der ganzen Energie des Willens, welche die Hingabe an eine gute Sache inHecker Hervorruf, doch nicht in ihm allein, sondern auch in seinen Mitarbeitern undGehülfen.
Es zeugt für sein volles Verständnis der Unterrichtsfrage, daß Hecker schon 1748die Bildung von Lehrern ins Auge faßte und für sie ein Seminar eröffnete. Dafürfand Hecker einen ausgezeichneten Mitarbeiter an Joh. Friedr. Hähn, der 1753 auchdie Stelle eines Jnspectors erhielt (vgl. d. Art. Fclbigcr). Bis 1759 war dieserdie Seele der Anstalt, gleichsam Auge, Ohr und Mund des Directors. Seine Schul-schristen, eine Zeitschrift, seine meihodischen Werke und Lehrbücher waren finanziellund in Beziehung auf den Unterricht von der höchsten Wichtigkeit. Hähn gieng ganzauf Heckers Ideen ein, und erfand zur Verwirklichung derselben die sogenannteLiteralmethode, für welche er alle Lchrgegenstände in tabellarische Form brachte. Die-sem merkwürdigen Manne folgte Johann August Christoph von Einem, 1759—68,arbeitete mit nicht minderer Treue bis zu Heckers Lebensende, stellte das ganze Schul-system unter dem Titel „Glückselige Schulen" in mehreren Schulschriften dar undförderte die Absichten des Directors besonders durch weiteres Fortarbeiten auf demGebiete der Didaktik und Methodik.
Hierdurch sollte die Universalschule auch zu einer Normalschule werden. Allmäh-lich empsieng jeder Unterricktsgcgenstand sein Gesetz und seine Regel. Zuerst wardder Elementarunterricht — Sprechen, Lesen, Schreiben, Rechnen — bearbeitet. Tannfolgten die übrigen Lehrgegenstände, Sprachen und Wissenschaften; für alle wurdenLehrbücher geschrieben und neue Methoden gesucht. Der Unterschied des Unterrichtsder Knaben und Mädchen ward ebenfalls in die Betrachtung gezogen. Der Ueber-gang vom Lcickten zum Schweren, die Nothwendigkeit deutlicher Anschauungen undBegriffe, die Förderung der Urtheilskraft, die möglichste Erleichterung des Unterrichts,die Handhabung und Möglichkeit einer festen Discipliu, die gleichmäßige und gleich-zeitige Beschäftigung aller Schüler und die Benutzung der vorzüglicheren und streb-sameren für die schwächeren und nachläßigeren wurde als Hauplgesichtspunct allgemeinerArt mit Sicherheit festgehaltcn.
Eine solche Wirksamkeit blieb doch nicht ohne Gegner; der wichtigste Einwurfwar der des Eigennutzes. Allein nach Heckers Tode haben die Rechnungen der ge-lammten Schulverwaltung seine Uncigcnnützigkeit und Opferfrcudigkeit in ein glänzen-