Druckschrift 
1 (1877) A - Liebe
Entstehung
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Hecker.

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-u kommen, rick'tete er eine Sckullottcrie ein, und ließ dazu Luthers Bibel, Arndtswahres Ehristcnthum und Paradiesgärtlein und Luthers kl. Schriften mit lltambacksVorreden drucken. Sofort gewann er dadurch 1744 ein Capital und durch den wei-teren Verkauf der Bücker eine dauernde Einnahme. Da wurde der Versuch gemacht,durch einen Hauskauf für alle künftigen Einrichtungen einen Mittelpunkt zu gewinnen.Als endlich am 29. März 1747 das Sckmlhans des bisherigen FriedrichsstädtischenGymnasiums für 1200 Thlr. erworben wurde, hatte Hecker schon den Behörden diePläne für die Gestaltung des Ganzen dorgelegt und deren Genehmigung nachgesucht.Am 9. Mai 1747 eröffuete er seine Lkonomisch-marhematische Realschule. Erhabenist der Anblick des Erfolges, der auf die aufopfernde treue Arbeit eines einzigen, einengroßen Zweck verfolgenden Mannes gelegt wird. Francke's Lebensbild halte seinGegenbild gefunden. Ter größte Theil der Berliner war ganz auf HeckcrS Seite;Friedrich der Große vernahm die Kunde von der neuen Gründung mit der größtenFreude und bezeugte ihm dies in eigener Audienz; 1750 ernannte er ihn zum Ober-Consistorialrath. Die wichtigsten Privilegien Buchhandlung, Apotheke, ein Patentauf neue Erfindungen, das Recht eine belehrende Zeitung herauszugeben ertheilteer um seinetwillen der Anstalt.

Es folgen die merkwürdigsten Jahre Heckers, welche der Durchführung der Ideeder Realschule geweiht waren. Mit seinen allgemeinen Grundsätzen für die Schulefand Hecker sein Zeitalter vorbereitet: man müße nur das Leben zum Ausgangspunctenehmen und bei der Bildung der Jugend den geraden und einfachen Weg zum Zieleeinschlagcn, jede unpraktische Richtung ausschlicßen; nicht durch Regeln, sondern durchAnschauung müße man unterrichten; die unfruchtbare, dem kindlichen Geiste fremdeTheorie müße der lebendigen Einübung weichen; an die Stelle dessen, was nur dasGedächtnis in Anspruch nehme, müße man setzen, was den Verstand bilde und alleGeisteskräfte beschäftige; in ein freudiges Jugendlebcn müße man auch in der Schuledas Heranwachsende Geschlecht hineinzichen. Auch die ihm eigenthümlichcn Ideen,durch die Wahrheit der bezeichnten Ansichten empfohlen, fanden überall Beifallund Hülfe.

Was bei dieser Realschule zuerst und vornehmlich als bezeichnend ins Auge fällt,war der Unterricht durch Bilder und Modelle. Zwar waren darin die Hallc'schenStiftungen vorangegangcn und Semlers Versuche nachgefolgt, Hecker aber übertrafbeide durch die Mittel, die er dafür verwendete, und durch die Erweiterung desPlanes, den er dabei verfolgte. In dem Modellensaal der Realschule zu Berlin solltenicht nur das gesammte Leben mit allen seinen Beschäftigungen allmählich hervor-treten, um den einzelnen Schülern je nach ihrem eigensten Bedürfnis vorgeführt zuwerden, sondern auch für alle Lehrzweige, die bisherigen wie die neu eingeführten,durch anschauliche, sinnlicke Darstellung gesorgt sein. Gegenwart und Vergangenheitsollten sich unmittelbar neben einander finden. Hier finden sich neben Linealen, Reiß-schienen, Zirkeln, Meßstäben, Meßketten, Astrolabien alle möglichen Maschinen, Ge-bäude, Schiffe, Pflüge, Mühlen, Säulen, Festungen, dazu vollständig assortirte Kauf-mannslädcn, Sammlungen zu Darstellung der Lederbcreitung, des Seidenbaues, derLinnen- und Wollearbeit. An Bildern erschienen nach einander: Vorstellung desbrandenburgischen Hauses im Kupferstich, Vorstellung aller römischen Kaiser, biblischePortraits und Alterthümer, Kartensammlungcn und Acbnlickes. Ein botanischer Gar-ten und eine Maulbeerpflanzung führten in das Leben der Natur selbst ein.

Diese vielfachen Bilder und Modelle repräsentiren die realen Elemente der neu-gegründeten Schule zunächst didaktisch. Von dem Lehrplan ist nichts ausgeschlossen,was Industrie und Gewerbe umfassen, was das bürgerliche Leben fördert, was demMenschen als solchem unentbehrlich ist. Im Vordergründe steht die Religion in derForm der Bibel- und Katcchismuskunde. Ein nicht minderes Gewickt ward auf dieMuttersprache gelegt, namentlich auf Redekunst und Briefschreiben; auch die altenSprachen wurden in den Kreis ausgenommen, die neueren aber wurden eingeborenenLehrern übergeben; zu den Wissenschaften, welche schon üblich waren, tritt alles hinzu,wozu irgend ein Bedürfnis vorhanden ist, wie Civil- und Militärbaukunst, Berg-werkskunde, Genealogie, alles dies, um die Schüler mit den bisher gewonnenenResultaten durch Anschauung bekannt zu machen. Zum Schreiben, Zeichnen, Singen