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1 (1877) A - Liebe
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Hecker.

Joh. Heinr. Schulz, Geschichte der kgl. Recil- und Elisabethschule, 1857. F. RankeIleberblick über die Geschichte der Realschule, 1861. '

I. I- Hecker, geb. 2. November 1707 zu Werden an der Ruhr, wo sein VaterRector und Stadtsecretär war, brachte die ersten 14 Jahre seines Lebens im väter-lichen Hause zu, besuchte dann das Gymnasium in Essen, und bezog Ostern 172ßdie Universität Halle, wo er bei Ang. Herm. Francke's letzter Rede an die Studiren-den zugegen war, welche vorzüglich den zündenden Strahl in seine Seele warf. AlleLehrer der Hochschule wirkten einmüthig in demselben Geiste: so gewann er einetheologische und pädagogische Bildung, welche völlig harmonisch und auf ein klar vor-gczeichnetes Ziel mit Bestimmtheit hingerichtct war. Wie auf der Schule strebte erauch auf der Universität nach realem Wissen.

Hecker's Entschiedenheit belohnte sich durch das Glück, daß er schon früh in einerAnstalt zu wirken Gelegenheit fand, in welcher ein eigentümlich kräftiger Geistherrschte. 1728 ward er Mitglied des Seminars unter Frehlinghausen und Freyer,welches junge Theologen zum Schulamt vorbereitete, und im November 1729 trat erals Lehrer am Pädagogium ein. Treue im allernächsten Beruf ist sein Grundcharakter,sechs reiche Jahre vergiengen ihm hier unter rastloser pädagogischer und literarischerThätigkeit. Er ward sich seiner Kraft und des Segens bcwnßt, den eine wohl-geordnete, hingebende Wirksamkeit für die Jugend in sich trägt. Der Umfang seinesUnterrichts ist für unsere Zeit beispiellos. Mitten in dieser Thätigkeit durchdrang ersich ganz mit Francke's Ideen und beschloß, ihrer Verwirklichung sein Leben zu widmen.Es hat wohl niemand in jenen Tagen gelebt, der so entschieden wie Hecker als derTräger der innersten Tendenzen Francke's für Kirche und Schule betrachtet werdenkann. Für seine geistige Entwicklung unterstützte ihn die Freundschaft der Professorender Universität, wie der Collegen, und eine Reise nach Holland und durch einen Theisvon Deutschland. Auck war er Augenzeuge der Arbeiten Christoph Semlers für zweck-mäßigen Unterricht künftiger Handwerker, und des erfolglosen Versuchs desselben, eineRealschule zu gründen. Wir bemerken, wie ihn Gottes Fügungen seinem künftigenBerufe allmählich zuführten.

Den Uebergang zu demselben bildete seine Anstellung als Lehrer, Prediger undSchulinspector an dem Militär-Waisenhause zu Potsdam, 173639, wo er bald inunmittelbare Berührung mit dem Königl. Hofe kam. Die Folge davon war die Be-rufung als erster lutherischer Prediger au die Dreifaltigkeitskirche zu Berlin. Diemündliche Instruction des Königs nach der Probepredigt:Nun, Er soll bei derneuerbauten Dreifaltigkeitskirche in Berlin Prediger sein; er muß aber, wie er heutegeihan, den Leuten aus der Friedrichsstadt den Herrn Jesum predigen und sich derJugend reckt annehmen; denn daran ist das Meiste gelegen," traf hier auf jeneUebereinstimmuug der Gesinnung, welche die einzige Bürgschaft für die rechte Aus-führung eines gegebenen Befehls ist. Gerade dieses Wirkungskreises bedurfte es fürHecker, um alle feine Kräfte auf seinen Lebenszweck zu conccntriren. Fast 30 Jahrehat er ihm angehört und sich in dieser Zeit um die Gemeinde der Dreifaltigkeitskirche,das gesammte Unterrichtswesen Berlins und das des preußischen Staates bleibendeVerdienste erworben. Mit dem leiblichen Bedürfnis der Armen ununterbrochen be-schäftigt, sorgte er zugleich für das geistige Fortschrciten und wendete alle seine Ge-danken der Schule zu, als der wahren Quelle des Heils für dieselben. Denn mitzweifelloser Ucbcrzcugung hielt er daran fest, daß man allein auf die Schule gestütztim Stande sein werde, die christliche Idee vom Leben zu verwirklichen, die leiblichenund geistigen Bedürfnisse aller Menschen zu befriedigen und Staat und Kirche neuerBlüte rasch entgegenzuführen. Durch solche Männer nahm die lutherische Kirchedamals in Deutschland einen neuen Aufschwung und brachte es zu außerordentlichenResultaten.

Am 2. September 1739 wurde Hecker in sein neues Amt eingesührt. Wo bis-ber so gut wie uichts für den Volksunterricht geschehen war, war Hecker gezwungen,mit möglichster Eile den dringendsten Uebelständen abzuhelfen. Er schlug dazu deneinzig richtigen Weg ein, indem er zu gleicher Zeit die unentbehrlichen äußeren Mittelzu gewinnen und innere Einrichtungen zu treffen bemüht war, deren Vorzüge alleneinleuchten und in ihnen die Gewißheit zu Helsen erwecken konnten. Um schnell weiter