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1 (1877) A - Liebe
Entstehung
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Handarbeit.

Hansgottesdienst.

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nächst an die Schule denken. Allein es fehlt ihr zur Einführung und Uebung derHandarbeit an der Lehrkraft, dem Lehrstoff und der Zeit, also an allem. Die Er-stehung zur Arbeit kann daher nie ein integrirender Theil der Schule, sondern höch-stens als eine äußerliche Zugabe behandelt werden, wie in den Industrieschulen(s. d. Art.).

Gleichwohl ist die Schule nicht ganz frei zu sprechen, und es darf ihr wohlzum Bewußtsein kommen, daß sie in der Erziehung zur Handarbeit wenigstens vor-bereitende Hülfe leisten kann und soll. Diese besteht im Schreiben, Zeichnen,Arithmetik und Geometrie, die ihrer mechanischen Seite nach Handarbeit sind, undzu verschiedenen Handarbeiten Anlaß und Verständnis geben.

Die Hauptaufgabe aber kommt der Familie zu, und hierüber dürften nochfolgende Fingerzeige hinzugefügt werden.

1) Man lasse das Kind spielen, so lange als es durch das Spiel befriedigtwird. Das Spiel verschafft der Hand einiges Geschick, nnd wird Anlaß und Triebzur wirklichen Arbeit.

2) Man verachte kleine Handgriffe nicht, die Grundlage der Handarbeit, undverhelfe dem Kinde möglichst bald zur Selbständigkeit im Knüpfen, Flechten, im Ge-brauche der Schcere, des Messers, des Lineals u. dgl.

3) Sofort lasse man die Heranwachsenden Kinder geflissentlich theilnehmen anden häuslichen und Feldarbeiten (s. oben); wo das eigene Haus die wünschenswerteGelegenheit nicht bietet, sehe man sich bei Freunden und Nachbarn um.

4) Besonders ist zu wünschen, daß die Kinder aus den arbeitenden Classen indenjenigen Verrichtungen, die der gesunden Entwicklung der körperlichen Kräfte undden unumgänglichen Bedürfnissen des Lebens dienen, nicht vernachläßigt werden, undnamentlich kein Mädchen ohne genügende Fertigkeit im Stricken und Nähen auf-wachse. Es verdiente dieser Punct gewiß, von den Regierungen gesetzlich geregelt zuwerden.

5) Was endlich die Jugend der höheren Stände anbclangt, so ist zu rathen,daß von der Schule aus der Sinn für Handarbeit geweckt, daß besonders im mathe-matischen, geometrischen und physikalischen Unterricht der Blick der Schüler fleißigauf die Anwendung der Theorie in der praktischen Thätigkeit des Handwerkers undFabrikanten gelenkt, der Besuch der Werkstätten jedem Schüler als ein unumgäng-liches Erfordernis empfohlen und tüchtiges Handgeschick zur Ehrensache gemucktwerde.

Httndsilicl, s. ABC-Buch.

Hauptkatalog, s. Schularten.

Harrptlchrer, s. Lehrer.

Hauptschule, s. Landschule.

Haus, Verhältnis zwischen Haus und Schule, s. Schule undHaus.

Hausandacht, s. Haus gottes dienst.

Hausaufgaben, s. Aufgaben.

Hausgottesdienst, moderner Hausandacht, ist die Vereinigung der Ge-nossen einer Familie zum gemeinschaftlichen Gebet, sowie zum Ge-brauch und Genüsse des göttlichen Wortes. Er stellt das Familienlebenals ein Gott geheiligtes und in ihm organisch verbundenes Ganzesdar, und ist in dieser Eigenschaft das Seitenstück zum Gemeindegottesvienst. Dadie Selbständigkeit der Familie in Absicht ihres Gotteslebens sowohl eines Ansdrucksals auch eines Förderungsmittels nothwendig bedarf, so liegt der Hausgottesdienst imWesen der häuslichen Gemeinschaft von Anfang an. Der pädagogische Zweck, derdabei erreicht wird oder erreicht werden will, ist nur erst in zweiter Linie zu berück-sichtigen. Aber desto gewißer ist, daß der Hausgottesdienst nicht nur als einer derwichtigsten Bestandthcile einer christlichen Erziehung gelten muß, sondern daß er auchauf die gestammte Erziehungsthätigkeit im Hause denselben Einfluß ausübt, wie derSchulgottesdienst (das Schulgebet) auf die Schule. Die pädagogische Wissenschaftwird daher auch diesem Theile des häuslichen Lebens ihre volle Aufmerksamkeit zuwidmen haben.