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1 (1877) A - Liebe
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Gesang.

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entheben, welchen jeder gedeihliche Fortschritt in der Ucbung eines für die allgemeineBildung wie für den praktischen Gebrauch im engern und im geselligen Leben soschätzbaren Faches unterworfen ist. Denn was leistet der Gesang? Er erfreut wiealles Schöne des Menschen Herz, er führt der sonstigen Lernarbeit eine weitere zu,welche zugleich ihren Genuß unmittelbar in sich trägt, er ist die geselligste unter denHebungen der Schule, er bereitet den Schüler zugleich zur Mitthätigkcit in dersingenden Gemeinde und wird zu einer Vorübung für die in Vereinen gepflegte Kunst.Die Frage ist nun: wie weit ist dieser Schulgesang zu bringen? und hernach: mitwelchen Mitteln ist dies Ziel zu erstreben?

Die erste dieser Frage beantwortet sich dahin: die Schüler sollen singen lernensich selbst zur Lust und Freude, und um als Gemeindcgenosscn an dem gottesdienst-lichen Gesang theilnehmen zu können. Ob auch ihn ändern zu Helsen, ist eine andereFrage, denn an und für sich sind Lehrer und Schüler in der Kirche, nicht um zumeistern, sondern um mitzudicnen, und namentlich Neuerungen im Gemeindegesangeinführen mittelst der Schule, seiens auch Neuerungen in Gestalt einer Wiederauf-weckung des Alten, ist ein mit großer Vorsicht anzustcllcndes Unternehmen; Haupt-augenmerk muß sein, daß in der Schule cingcübt wird, was die Gemeinde singt.Die Schule darf aber auch ihre eigenen Cultuslieder haben und Pflegen; sie darf undsoll auch muntere Jugend- und angemessene Volks- und Vatcrlandslieder singen zuihrer Ermunterung und um den Kindern etwas anständiges und liebliches nach Haus,ins Feld und auf die Straße mitzugeben. Dies ein unmittelbares Bedürfnis, welcheswo möglich an allen und durch alle zu befriedigen ist. Nicht allen kann zugemuthet,aber an so vielen wie möglich soll erzielt werden, daß sie bei dem Austritt aus derSchule diejenige Singfertigkeit besitzen, welche sie befähigt, hernach die sich darbietendcnGelegenheiten zur Weiterbildung zu benützen und sich in Vereine einzurcihen, welcheden Gesang in edler Weise pflegen. Brauchbarkeit also für den unmittelbaren Zweckund Ansätze, die einen ferneren Verfolg ermöglichen, sind es, was erstrebt wer-den muß.

Nun aber: welches sind die Mittel zur Erreichung dieses Zieles? Und dies isteine Frage, welche nicht allein gesangtheoretisch beantwortet werden kann, sondern wodie allgemeinen Grundsätze der Pädagogik ein gewichtiges Wort mitzusprcchen haben.Deutlich gesagt: der Lehrer, welcher einen künftigen Künstler unterrichtet, geht einenlangsamen, die Geduld des Schülers stark in Anspruch nehmenden, dessen Gesanglustzurückhaltenden Weg, baut viele Zeit am Fundament, che er etwas über den Bodenheraus und in die freie Lust strebendes zuläßt. So kann die Schule es nicht an-greifen; sie hat ebenfalls zu fundamentircn, Elementares zu pflegen, den Ton zubilden, aber sie muß, entsprechend dem Bedürfnis des Alters und gemäß ihrem kürzergesteckten Ziele, schon von Beginn an die Töne in ansprechende Tonbilder verweben,Licdlein den Kindern bringen und so die Gesanglust befriedigen und wecken. Ueber-haupt, synthetisch unterrichtet man da, wo der Gerechtere begreift, warum und wozu,und wo er sich eben darum das Warten nicht verdrießen läßt, bis das zu Lernendeeine Gestalt für ihn gewinnt; analytisch zu unterrichten und die Synthese hinrennachoder nebenher, nur sparsam aber vorausgehen zu lasten, ist die Maxime, welche unfernkleinen Sängern frommt. Mit Nägcli's Tcirachord, mit dem Vorführen des Ton-Wesens in seinen elementaren Sonderungen, womit sodann das Wortwesen in seinerelementaren Zergliederung verbunden wurde, mit einem Verfahren, bei welchem erstLaute, dann Sytben, dann Wörter, endlich Verse dem Ton beigcfügt werden sollten,hat man es seiner Zeit versucht anzufangen, aber man hat gefunden, daß die Erfolgeder Mühsal, die man darauf verwandte', nicht entsprachen; jedoch bloß Lieder singenund nichts in elementarer Weise betreiben, führt auch nicht weit und überläßt cs demZufall, wie sich dabei dennoch etwas in den Grund legen möge. So erscheint dennals der angemessenste Weg die analytisch-synthetische Methode, wobei es wohl aufBegabung und Geschick des einzelnen Lehrers ausgesetzt bleiben darf, wie er die beidenin der Theorie trennbaren Hebungen des clememaren und des Liedcr-Singens praktischmiteinander vereinigt und auf den verschiedenen Stufen eines dem andern zum Ge-hüsten stellt; denn daß die erstern durch alle, auch die letzten Stufen durchgeführt