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1 (1877) A - Liebe
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Geographie in der Volksschule.

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sind auch im allgemeinen unsere Wandkarten noch immer nicht leer genug an Namen,nicht groß und deutlich genug für die größere Ferne. Musterhaft in dieser Beziehungund eine der besten neueren Schulwandkartcn ist die von Württemberg, gezeichnetdurch Mittelschullehrer Henzler in Ulm. Für das, zumal in seiner Mitte viel-getheilte Deutschland bleibt kaum etwas andres übrig, als wie schon Ricckc inseiner Erziehungslehre gewünscht hat, eine Mehrheit von übrigens gleichgroßen Kar-ten. Wenigstens sollte man eine Wandkarte für die Darstellung der Gewässer undGebirge, und eine andere für die politischen Verhältnisse haben, wie sie im kleinender seit 1874 bereits mehrmals aufgelegtenKurzgefaßten Geographie von Deutschlandsiir die Hand der Schüler" von Kühnle und Streich (Eßlingen in Commission vonWciSmann) aus der Hand des Oberlehrers Streich beigegeben sind. Für die Orts-,.Markungs- und Bezirkswandkarten muß jedenfalls besonders gesorgt werden, da derBuchhandel sich nicht darauf einlasscn kann. In vielen Schulbezirken Württembergssind bereits alle Schulen mit solchen allermeist von Lehrern oder Geistlichen ent-worfenen und durch Steindruck vervielfältigten Spccialwandkarten im erfolgreichenGebrauche. Auch die wirkliche Schulwand zur Anfertigung von großen Karten mitKohle oder Farbe zu gebrauchen, hat einst Voller im Schulboten nicht ohne Erfolgempfohlen. Wir kennen mehr als eine Schule, worin ein Lehrer mit Zeichnungsolcher wohlfeilsten und eindrucksvollsten und eigentlichsten Wandkarten sich ein Ver-dienst erworben hat. In einem Törflein hoch über dem berühmten Blautopf auf derschwäbischen Alb fanden wir von dem eifrigen Lehrer einer eiuclassigen Schule denOrt und seine Markung, das Königreich Württemberg, Deutschland, Europa und diebiblischen Länder ganz trefflich mit Leimfarben in großen, für alle Schüler sichtbarenZügen an die Wände des Schulzimmers gezeichnet. Weniger zum eigentlichen un-mittelbaren Unterricht als zu der sehr wichtigen Hebung in der Abstraction durchVergleichung mit der großen Wandkarte, sodann zur Wiederholung und zum häuslichenGebrauch der Schüler sind kleine Handatlasse und Handkarten nöthig. Wie seinLesebuch, so sollte jedes Kind auch sein Atläschen oder Haudkärtchcn haben vom Bezirk,vom cngern und weitern Vaterland, von Europa und den beiden Hemisphären. Sehrviele Schulen in Württemberg sind zu ihrem Vortheil mit solchen, gutcntheils vonLehrern entworfenen Kärtchen versehen, welche freilich für die neucintretendcn Schülerimmer wieder frisch beschafft werden müßen, was ja doch nur geringe Mühe undKosten verursacht. Ter kleine Bruchsaler Schulatlas, der neue Volksschulatlas vonLange, der allgcm. VolkSschulatlas von Andrce, Kieperts kleiner Schulatlas u. s. w.dürften noch viel weiter verbreitet sein.

Das Kartenzeichnen von Seiten der Schüler ist nur für die besten Köpfe ingewöhnlichen Volksschulen zu empfehlen und auch in gehobenen Schulen kaum allge-mein zu betreiben. Des Ungenauen kommt schon allzuviel uothwcndig beim Auzcichncndes Lehrers auf der Wandtafel vor, was sollte solch ein Thun, das allermeist nureine mühselige Spielerei sein wird, den Volksschülcrn nützen! Wenn sie etwas schlecht,flüchtig oder falsch ab- und nachschreibcn, ist es weniger schädlich und leichter zu ver-bessern, als wenn sie falsche geographische Gebilde kritzeln. Ob für den Lehrer Leit-fäden nöthig sind, ist keine Frage: ohne daß er sich einen solchen beilegt oder nochbesser für seine jeweiligen Schulverhältnissc anlegt, kann er in dem Labyrinth desgeographischen Stoffes nicht zurechtkommcn. Im Marbacher Schulbezirk ist unterLeitung des Unterzeichneten durch Lehrer und Schulinspectorcn ein solcher Leitfadenausgearbeitct und nach der Erfahrung von Jahren verbessert (Marbach bei Gattiugcr)herausgegebcn worben, welcher das in der ein- bis drciclassigen Volksschule über denBezirk, das engere und weitere Vaterland, die Erdiheile und die mathematische Geo-graphie Lehrbare kurz und methodisch auf 20 Seiten zusammcngcfaßt und eine weiteVerbreitung in Württemberg in der Art gefunden hat, daß ein anderer Bezirk je seineeigene Beschreibung auf einer von ihm zum Druck besorgten Beilage hinzufügte. Inmehreren Bezirken sind nach seinem Vorbilde ausführlichere Beschreibungen mit Kärtchenbearbeitet worden, wie dieHcimatskunde" von Scminarobcrlehrcr Schönmaun inEßlingen (1872). Eine solche Beschreibung von ganz Württemberg mit vier seinenatürlichen Thcile darstellenden Kärtchen erschien von Lehrer Streich in Eßlingen 1873.Alle diese Leitfäden sind für die Hand der Schüler bestimmt, welchen sie zur Vor-