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Geographie in der Volksschule.
bahnlinien; Kreiseintheilung; Oberamtsstädte. Von Deutschland werden angegebenund aufgezeigt: Größe, Umriß, Grenzen, die großen Flüsse, die Hauptgebirgszüge,die politische Haupteintheilung, die wichtigsten Städte. Die Württemberg zunächstliegenden Länder werden verhältnismäßig berücksichtigt. Nun wird den Schülern einGesammtbild von der Erdoberfläche gegeben und sofort zu Europa übergegangen, vonwelchem die wichtigsten Länder und deren Hauptstädte Vorkommen. Von den übrigenErdtheilen werden nur Lage, Größe und die hervorragenden Eigeuthümlichkeiten, ein-gehender jedoch die Vereinigten Staaten von Nordamerika behandelt. Kein geographischerUnterricht ohne Karte. Unentbehrlich sind: je die betreffende Oberamtsbeschreibung(für den Lehrer), Wandkarten der Markung, des Oberamts, von Württemberg,Deutschland, Europa, Planigloben; wünschenswerth ist auch ein Globus. Den Schlußdes ganzen Unterrichts bildet die Erklärung einiger Hauptsätze in dem Abschnitt desLesebuchs über das Weltgebäude. Auch den übrigen Stoff Nt in der Regel derLehrer im Anschluß an das Lesebuch, zwar in freier Weise, doch nach dem Gang deöbetreffenden Lesestückes und unter Beschränkung auf bas Wesentliche ein. Sofort wirddas Stück gelesen und wiederholend abgefragt. Schließlich auch schriftliche Wiedergabein kurzgefaßten Sätzen nach Möglichkeit. Unter den vier Realfächern ist der Geo-graphie um ihrer praktischen Wichtigkeit, sowie ihrer Schwierigkeit willen ein Vorrangzuerkannt, sofern bei Vertheilung der vier Fächer auf zwei Jahre im ersten JahreGeographie ^ und Naturlehre ffr Jahr, im zweiten Jahr Sommers Bilder aus derNaturgeschichte, im Winter Geschichtliches gelehrt werden soll.
Tie Allgemeinen Bestimmungen des Preußischen Unterrichtsministeriums vom15. Oct. 1872, betreffend das Volksschulwesen, machen den Unterricht in den Realienunabhängig vom Lesebuch, das jedoch zur Belebung, Ergänzung und Wiederholungdienen soll. In mehrclasstgen Schulen sind daneben auch besondere Leitfäden gestattet.Dictate sind nicht zu gestatten, ebenso ist das rein mechanische Einlernen von Länder-und Stadtenamen, Einwohnerzahlen verboten. Es ist durchaus von der Anschauungdes Globus und der Karte auszugehen. Unentbehrlich ist die Wandkarte von derHeimatsprovinz, von Deutschland und von Palästina, sowie der Globus. Der eigent-liche geographische Unterricht beginnt mit der Heimatskunde; sein weiteres Pensumbilden das deutsche Vaterland und das Hauptsächlichste von der allgemeinen Weltkunde:Gestalt und Bewegung der Erde, Entstehung der Tages- und Jahreszeiten, die Zonen,die fünf Weltmeere und die fünf Erdtheile, die bedeutendsten Staaten und Städteder Erde, die größten Gebirge und Ströme.
Das Maß des darzubietenden Stoffes wird durch die Art der Schule bedingt;es ist indes bei Aufstellung des Lehrplans vorzuziehen, nöthigenfalls den Umfang desLehrstoffs zu beschränken, statt auf dessen Veranschaulichung zu verzichten und denUnterricht in Mittheilung bloßer Nomenclatur ausarten zu lassen.
Diesen allgemeinen Grundsätzen gemäß sind für die verschiedenen Provinzen undBezirke besondere Lehrpläne ausgearbcitet worden. Der Normallehrplan für dieVolksschulen in Berlin vom 7. Juni 1873 sagt §. 14: „Durch den Unterricht inder Geographie sucht die Volksschule von der Mittelstufe an ihren Zöglingen nachallmählich sich erweiternden allgemeinen geographischen Begriffen über die Gestalt undOberfläche der Erde und die durch ihre Bewegung um sich selbst und um die Sonnebedingten Erscheinungen diejenigen Kenntnisse beizubringen, deren sie zur Orientirungim engern und weitern Vatcrlande bedürfen. Es werden daher die geographischeLage der Heimat und ihrer nächsten Umgebung, sowie der Provinz und die daransich knüpfenden historischen Denkwürdigkeiten ihre aufmerksamste Berücksichtigung inzwei Lehrstunden wöchentlich finden. Die Oberstufe hat nach einer Ueberstcht derLand- und Wassermaffen der Erde und ihrer Eintheilung, sowie der wichtigstenStaaten und Städte, der größten Gebirge und Ströme der Erde, die GeographieEuropas zu behandeln und dem Zögling zuletzt ein lebendiges, treues, charaktervollesBild der gegenwärtigen geographischen Lage und Beschaffenheit des deutschen Vater-landes ebenfalls in zwei Stunden zu geben. Hiezu sind Karten von Europa undvon den übrigen vier Welttheilcn zu beschaffen. Den Lehrern wird empfohlen dieHeimatskunde von Eotta, die Geographie von Deutschland von Brüllow, die kleineSchulgeographie von Seydlitz, die Geographie von Berthelt; den Kindern wird