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1 (1877) A - Liebe
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Geographie in der Volksschule.

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Geschichte und Geographie, den Mittlern Volksschulen Geschichte und Geographie,Naturgeschichte und Naturlehre als selbständige Fächer zugewicsen.

Diesen, Jahr für Jahr wie im Wetteifer auf einander folgenden Schulgesetzenentsprechen die Lehrordnungen und Lehrplane, in denen die Schulregicrungen Ziel,Weg und Behandlung der Schulfächer amtlich vorzeichnen. Wir finden in denselbenbezüglich des Geographieunterrichts Folgendes. Der von Lüben verfaßte Lehrplanfür die Landschulen des Bremischen Gebiets bestimmt:Der geographische Unterrichtbeginnt mit der Heimatkunde, bei welcher die der Geographie eigenthümlichen Begriffeihre Erklärung finden und die Eutstehungsart und Bedeutung der Karte gezeigt wird.(Kartenzeichnen später und nur aus dem Kopfe und an der Wandtafel, um zu ent-wickeln, ob das Kind das Bild eines Landes, Gebirges, Flusses richtig aufgefaßt hat.)Er geht von der Heimat zur Kenntnis der ganzen Erde fort und umfaßt Kenntnisder Erde nach ihrer Stellung im Weltall, ihrer Gestalt und Größe, ihrer allmählichenUmgestaltung bis zur Bewohnbarkeit, ihrer gegenwärtigen Oberflächenbeschaffenheitund ihrer klimatischen Verhältnisse; Kenntnis vom Vorkommen und von der Verkeilungder wichtigsten Naturproducte; Kenntnis der Völker nach ihrer Geisteseigenthümlichkeit,nach der Art ihres Zusammenlebens, ihrer Einrichtungen und vorherrschenden Tätig-keiten."

Ter Lehrplan für die badischen Volksschulen vom 24. Apr. 1869 weist denRealien" bei einfacher Unterrichtszeit von 16 Wochcnstunden 34 Stunden, bei er-weiterter Zeit von 26 bis 30 Stunden 6 bis 7 Stunden zu und giebt folgende Vor-schriften.Der geographische Unterricht ist auf Grund der Anschauung der Natur undder Karte durch Vorweisung und Erläuterung der Zeichen der geographischen Objectebei freiem Lehrvortrag zu ertheilen. Dabei ist das selbständige Kartenlesen der Schülervorzugsweise anzustreben, der behandelte Stoff durch vielfältige Wiederholung unterfortwährender Betrachtung der Karte geläufig zu machen, und die Auffassung vonGrößenvcrhältnissen weniger durch Memoriren von Zahlen als durch vergleichendeBehandlung zu erreichen. Dieser Lehrgang wird dadurch vervollständigt und belebt,daß theils von dem Lehrer geschichtliche Andeutungen und kurze Schilderungen überdie Natur des Landes, das Leben und Treiben seiner Bewohner angeschlossen, theilsdie bezüglichen, im Lesebuch enthaltenen geographischen Charakterbilder durchgenommenwerden. Den einzelnen Schuljahren find folgende Lehrziele gesteckt: Nachdem dersogenannte Anschauungsunterricht den geographischen Unterricht durch die Heimatkundevorbereitet hat, kommt im vierten Schuljahr der Amtsbezirk, das Allgemeine vomGroßherzogthum Baden (Grenzen, Bewohner, politische Einteilung) und die nördlicheHälfte des Landes. Fünftes Schuljahr: das Großherzogthum Baden. Sechstes Schul-jahr: allgemeine Geographie: die Gestalt der Erde; Drehung derselben um die Axe undBewegung um die Sonne; Eintheilung der Oberfläche derselben durch Linien; dieHauptmeere, die Erdtheile. Uebersichtliche Behandlung der deutschen Länder. SiebentesSchuljahr: allgemeine Geographie der Erde im Verhältnis zu den übrigen Sternen,Sonnen- und Mondsfinsternisse, die Stellung der Erdaxe und ihre Wirkungen. Europaübersichtlich. Achtes Schuljahr: übersichtliche Behandlung der übrigen Erdtheile.Wiederholungscurs.

Der württembergische Normallehrplan für die einclassigen Volksschulen vom21. Mai 1870 sagt 28: Nachdem die Schüler über die Himmelsgegenden belehrtsind, läßt der Lehrer das Straßennetz des Wohnorts unter Eintragung der wichtigstenGebäude vor den Augen der Schüler entstehen. Hieran reiht er Mittheilungen überdie Bewohner nach Zahl, Beschäftigung re. und erzählt Ansprechendes aus der Ge-schichte des Wohnorts. Hierauf Verlängerung der Hauptwege in die Gemeindemarkung,Zeichnen der Umgebung und Vorführen der einzelnen Markungstheile. Wiederholungdes Gelernten an einer größeren Karte der Ortsmarkung. Sodann Uebergang zurUmgegend und zum Oberamtsbezirk, Bodengestaltung, Lauf der Gewässer, Ortschaften,das Wichtigste über die sonstigen Verhältnisse des Bezirks und einzelnes geschichtlichInteressante. Hierauf werden die vier natürlichen Theile von Württemberg vorge-nommen. Derjenige Theil, zu dem der Wohnort gehört, ist zuerst und vorzugsweiseW behandeln. Von den Nebenflüssen des Neckars und der Donau sollen die kleineren,wenn sie vom Wohnort entfernt sind, weggelassen werden. Uebersicht über die Eisen-