Geographie in der Volksschule.
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rm durch die Nitter'sche Schule, von Meistern wie Stieler, Roon, Berghaus, Sydow,Kiepert u. s. w. eine Verbesserung erhalten, welche auch der Volksschule die Möglichkeitgewährte, ganz andern Grund zu legen und weiteres Ziel zu erreichen in Ertheilungvon Kenntnissen, die für das sich täglich erweiternde Verkehrslcbcn und bei der inimmer weitere Kreise sich verbreitenden Volksbildung ein wirklich allgemeinesBedürfnis wurden. Diesem Bedürfnis gemäß der Volksschule neue Lehrordnungcnzu geben, ward die Aufgabe der Gesetzgebung und Schulverwaltung seit Anfang derzweiten Hälfte unseres Jahrhunderts. Die Bewegungsjahre 1848 und 1849 haben auchdie deutsche Schule in eine neue Bewegung gebracht. Es konnte freilich nicht ausbleiben,daß diese Bewegung da und dort ihre Wellen über die Ufer Hinaustrieb und daß denberechtigten Forderungen sich auch unberechtigte beimischten. An manchen Orten verkannteman, daß die richtige methodische Einsicht Zeit braucht, bis sie sich von den Höhen indie Niederungen verbreitet; man übersah die der Leistungsfähigkeit von Lehrern undSchülern besonders in den Landschulen gesteckten Grenzen und suchte den Raum fürdie realen Unterrichtsfächer auf Kosten der idealen, besonders desjenigen, welches zugleichals das allerrealste erkannt werden sollte, des Religionsunterrichts zu erweitern."
Die preußischen Regulative von 1854 suchten zwar den realistischen Unter-richt auf das den engen Grenzen der einclassigen Landschulen entsprechende Maß zubeschränken, indem sie bestimmten: „Sind für Vaterlands- und Naturkunde keinebefördern Stunden zu ermitteln, so findet die Mittheilung der auf diesen Gebietenunentbehrlichen Kenntnisse durch Erläuterung der betreffenden Abschnittedes Lesebuchs statt. Wo besondere Stunden für diese Fächer angesetzt werdenkönnen, wird zwar hinsichtlich des materiellen Wissens der in einem guten Lesebuchgebotene Stoff auch ausrcichen, aber es tritt die erwünschte Möglichkeit ein, im An-schluß an das Lesebuch durch Gebrauch der Karte,, durch ausführlichere Beschreibungund Vergleichung den Unterricht in der Erdkunde' lebensvoller zu gestalten und dieSelbstthätigkeit der Kinder mehr in Anspruch -zu nehmen." — Nach einem Ministerial-erlaß von 1859 mußten in denjenigen Schulen, in welchen wöchentlich 30 Unterrichts-stunden angesetzt sind, von diesen drei für Vaterlands- und Naturkunde verwendetwerden. Der Methodiker der Regulative, Bormann in seiner Schulkunde (14. Ausl.1868 S. 172), machte dem Lehrer hier zur Aufgabe, den gelesenen Stoff in Ver-arbeitung zu nehmen und zur Aneignung zu bringen. „Die Kinder aber haben daszu behandelnde Lesestück zu Haus sorgfältig durchzulesen und sich so auf die Unter-richtsstunde vorzubereiten. In dieser wird das Stück selbst gelesen, erläutert, womöglich durch unmittelbare Veranschaulichung ergänzt und zur häuslichen Wiederholungaufgegeben. In der nächsten Stunde wird der behandelte Stoff von den Kindernmündlich wiedergegeben und geeignetenfalls zu Aufsatzschreibübungen benutzt." Beider Behandlung der geographischen Abschnitte wird von Bormann in seiner Unterrichts-kunde (8. Ausl. 1867 S. 204) vorzugsweise Klarheit gefordert; die einzelnen Züge,die das Lesebuch darbietet, sind zu einem Gesammtbild zu vereinigen und diesem Bildeist die möglichste Anschaulichkeit und dadurch Dauerhaftigkeit zu geben. Am erfolg-reichsten geschieht dies durch Benutzung einer guten Karte. Auf ihr wird das, wovondas Lesebuch berichtet, nachgewieseu und die Wiederholung des Gelesenen erfolgt vonSeiten der Kinder unter steter Hinweisung auf die Karte. Zu beginnen ist mit derHeimat, von welcher man den Kindern vor ihren Augen ein Kartenbild an der Tafelentstehen lassen muß. Der Ton, den der Lehrer bei der Beschreibung des Vaterlandesanschlägt, soll die natürliche Heimatsliebe zu edler Vaterlandsliebe erhöhen. Erweitertsich der Kreis der Betrachtung über die Grenzen des Vaterlandes hinaus, dann ziehtvor allem das heilige Land die Aufmerksamkeit auf sich. Und wenn die Unterweisungsich auf die fremden Erdtheile hinrichtet, dann muß sie nicht nur die mannigfaltigenNaturerzeugnisse erwähnen, welche von dorther zu uns für den täglichen Gebrauchkommen, sondern auch der geistigen und geistlichen Zustände der Völker eingedenk sein.Dadurch wird der Blick des Kindes auf die Missionsgeschichte hingelenkt."
Indessen gieng der Strom der Zeit dahin, die Volksschule mehr und mehrzu einer niederen Realschule zu machen, und unter ihrem Einfluß wurde in Deutsch-
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