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Geographie in der Volksschule.
Ein Hauptverdienst hat auch hier Denzel, welcher in seiner Einleitung in dieErziehung«- und Unterrichtslchre (3. Auch. 1826) das was man unter gemeinnützlichmKenntnissen begriff, unter den Titel Realien zusammengefaßt und als höchstesdieses Unterrichts ausgestellt hat: den Schüler zu befähigen, alles was ist und geschieht,aus dem religiösen Gesicktspunct aufzufassen. In der dritten Nbtheilung des drittenTbeils 'eines Werkes (1832) braucht er nach dem Vorgänge von Harnisch, dessen„Weltknudc" 1827 in 4. Auflage erschienen ist, den Titel Weltkunde und unterscheidetNaturkunde, Erdkunde und Geschichte. „Nach der allein richtigen Elcmentarmethode"verlangt er gegenüber der alten Lehrweise, die sich einzig auf die politische Erdbe-schreibung beschränkte und im Aufsuchen und Angehen von Ortsnamen und Be-völkerungszahlen bestand, daß der Schüler vorerst in seiner nächsten und nahenUmgebung, in seinem Vatcrlande einheimisch werde. Im zweiten Cursus (vom 10.bis 12. Jahr) ist daher der geographische Unterricht wesentlich Vaterlandskunde, fürwelche der Lehrer ein Lehrbuch, der Schüler ein Lesebuch, die Schule große Wand-karten haben soll, letztere sollen ohne Ortsnamen (?) bloß die Umrisse der Länder, dieHöbenzüge und Flüsse und durch Puncte die Lage der Hauptorte bezeichnet enthalten. Unddiese Karten müßen ins Kleine von den Kindern selbst nach Netzen gezeichnet Werdens?).Denzels Lehrgang beginnt nun 1) die Heimatkunde mit einer Ueberflcht derGegend um den Wohnort, welche ans dem Felde selbst, etwa auf einer Anhöhe zugewinnen ist. Dabei handelt es sich um eine allgemeine Betrachtung und Aufzählungder Berge, Thäler, Ebenen, Ortschaften, Wiesgründe, Aeckcr, Weideplätze, Pflanzungen,Haiden, Felsen, Gewässer, sowie um richtige Erklärungen dieser Begriffe, ja auchschon (?) um Beibringung des Nöthigsten über die Gcbirgsarten und ihre Eintheilungin Urgebirge, Flözgebirge re., sowie die in denselben enthaltenen mineralischen Stoffe (!).Dann geht Denzel 2) zum Wohnort: seine Gebäude, Gewerbe, Anstalten, Denk-mäler und Merkwürdigkeiten. Vom Orte aus sind die Weltgegcnden genau zu be-stimmen. Der Lehrer, meint Denzel, müße vor allem das Kind erst in seinem Wohn-orte einheimisch machen. „Man durchwandle mit den Kindern den Ort und prägeihnen das Bild desselben stark ein." (Als ob sie den Ort nie durchwandelt undgesehen hätten!) 3) Die Markung mit ihren Haupttheilen und Gewächsen, Bächenund Flüssen; angrenzende Markungen der benachbarten Dörfer, deren Lage bestimmtund auf die Wandtafel am gehörigen Orte eingetragen werden muß. Klima desOrts und der Gegend, Beschaffenheit des Bodens. Die Markung selber soll vonden Kindern nach und nach wirklich umschritten werden (?). Hat man auf diese Artdie Form derselben erhalten, so wird diese im Kleinen nachgezeichnet. „Durch genaueZeichnung des Orts mit seiner Umgebung bildet sich der Schüler eine kleine Karte,welche dazu dient, den Eindruck zu befestigen." (?) 4) Der Bezirk mit allen seinenOrten, Angabe derselben wie des Hauptortes nach der Lage vom Dorfe aus, Entfer-nung und Einwohnerzahl, Hanpterzeugnifse und Merkwürdigkeiten, Berge und Thäler,Flüsse und Bäche. Der Lehrer bezeichnet in einer Umrißkarte, in welcher nur derWohnort fest bezeichnet ist, die Amtsstadt und die vorzüglichsten Berge und Flüsse;ferner wird Ort um Ort nach der Entfernung vom Wohnort und der Amtsstadteingetragen. II. Das Vaterland. 1) Der Kreis nach Umfang, Hanptort,Einwohnerzahl, Regierungsstellen, Bezirken, Bezirksstädte mit geographischer Orts-bestimmung vom Wohnort und der Kreisstadt aus. Gebirge, Thäler, Flüsse, Merk-würdigkeiten, Flächenraum, Einwohnerzahl, Natur- und Kunsterzeugnisse. Eine Karteim Umriß wird aufgestellt, in welcher die verschiedenen Bezirke bereits bezeichnetsind und nun die einzelnen Orte eingetragen werden. 2) Das Ganze des Vater-landes. Aeußere Form und Umfang, Gebirge, Thäler, Ebenen, Flüsse, Seen, Boden,Klima. Der Lehrer zeichnet die Form des Landes im Umriß an die Wandtafeloder noch besser, er stellt eine schon gezeichnete, in eine gewiße Zahl von numerirtcnVierecken getheilte Karte auf, in welcher zunächst nur das bisher Behandelte einge-zeichnet ist. Die Schüler machen ihre Netze und zeichnen die Karte nach. (?) Einsums andere wird in dieselbe eingetragen. Hierauf natürliche und politische Eintheilungdes Landes, einzelne Ortschaften mit ihren Eigenthümlichkeiten; Einwohnerzahl,Bodencultur, Gewerbe, Handel, Klima in den einzelnen Landestheilen; endlich kirch-liche Eintheilung; das Volk, Staatsverfassung, Regiernngsform. III. DaS Vater-