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1 (1877) A - Liebe
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Geographie in der Volksschule.

richtungeu, welche Menschen aus ihr getroffen haben. Aus der Geographie besondersdie Beschreibung des Vaterlandes, verbunden mit der Kenntnis seiner Verfassung undder wichtigsten in ihm geltenden Gesetze. Diese Kenntnisse sollen zunächst mitgetheiltwerden mittelst der Leseübungen, während welcher Fragen einzumischen sind und nachwelchen in einer besonderen Stunde über den Inhalt des im Lesebuch Gelesenenexaminirt und unter den Schülern eertirt werden soll. Außerdem können bei Ge-legenheit der Sprach- und der Denkübungen, bei der Rechtschreibung,indem mangemeinnützliche, wissenschaftliche Wahrheiten zum Tictiren wählt", bei den Vorschriftenfürs Schönschreiben, bei den Aufsätzen, selbst bei den Rechenaufgabenviele von denfür Volksschulen nöthigen wissenschaftlichen Kenntnissen mitgetheilt werden." Doch sindauch wöchentlich zwei besondere Stundenfür die Erlernung der gemeinnützlichen Kennt-nisse" zu bestimmen. Die eine Stunde räth auch Zcrrenner für die Naturlehre, Kenntnisdes Calenders, Naturgeschichte, verbunden mit Technologie, Kenntnis des menschlichenKörpers und Gesundheitslehre und die andere für den Unterricht in der Geographie,Geschichte und den wichtigsten Landesgesetzen zu bestimmen, so daß immer dasWisscnswürdigstc aus einer Wissenschaft hintereinander gelehrt würde und danneine andere Wissenschaft folgte.Für die untere Classe wäre das Compendiumder Geographie der Wohnort des Kindes mit seinen Umgebungen. Es findet sichda Wasser und Land, und dadurch Gelegenheit, den Kindern zu sagen, daß beiweitem der größte Theil der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt sei, und von dem Bache,der vielleicht bei ihrem Dorfe fließt, führt sie der Unterricht zu den Vorstellungen vonFlüssen, Strömen, von einem Teiche zu den Begriffen von Meer und See, von den Hügelnzu den Begriffen von Berg, feuerspeiender Berg, Ebene, Thal, Vorgebirge, von ihremTorfe zu den Begriffen der Stadt, Festung, schloß n. s. w. und nennt ihnen schonhier den höchsten Berg ihres Landes, den größten Fluß, die größte Stadt u. s. w.Sie lernen die Himmelsgegenden kennen, bekommen einen Begriff von Vertheilungder Erde an einzelne Menschen und Völker, lernen die Begriffe von Obrigkeit ec., dieNamen der fünf Erdtheile, der Hauptländer in Europa, auch wohl der Hauptstädte,Berge, Wälder, Flüsse, erhalten eine allgemeine Kenntnis von der Verschiedenheit derMenschen, des Klima, der Producte ec. Auch einen Begriff von Landkarten könnendie Kinder schon in dieser Classe erhalten, indem der Lehrer auf der großen Schul-tafel das Torf mit seinen Umgebungen zu bezeichnen versucht. In der oberen Classegewinnt der geographische Unterricht mehr Umfang und Zusammenhang. Sie lernenzuerst die Oberfläche der Erdkugel kennen; nachdem sie richtige Begriffe von Land-karten erhalten haben, lernen sie die fünf Haupterdtheile und die Hauptmeere, Seen,Siröme und Gebirge kennen. Hierauf bringt man den Kindern mittelst der Kartevon Europa möglichst deutliche Begriffe bei von den Hanptländern nach Lage,Grenzen, Größe, Hauptgebirgen und Flüssen und Producte», Regierungsformen.Dann lehrt man die Hauptstädte und einige sehr wichtige Städte kennen und gehetzu Deutschland und zur Kenntnis des Vaterlandes über, wo der Unterricht genauerund umständlicher wird. Eine Hauptsache ist, daß sich der Schüler auf der Erdeoricntiren lerne, also ein Bild von den Grenzen und Lagen der Länder, Städte rc.in seine Phantasie aufnehme. Man lasse sie sich alle Lagen derselben aus ihremLäandpuncte verstellen. Man nehme, nachdem man dieselben auf der Karte genaugesucht hat, die Karte weg und lasse sie dann so angeben, auch wohl auf der großenSchultasel oder auf den Schiefertafeln bezeichnen, oder die geübteren Kinder Kartenauf Papier abzeichnen oder aus dem Kopfe entwerfen. Auch kann man, nachdemdie Lage der Städte ec. genugsam beschrieben und auf der Landkarte gezeigt ist, einenleichten Umriß an die große schultasel zeichnen; mau läßt dann ein Kind den Ortangeben, wo diese oder jene Stadt liegt, schreibt den Namen dahin und läßt dieübrigen Schüler verbessern. Zuletzt wird der Entwurf mit der Karte verglichen.Endlich mache man öfter mit den Kindern Reisen auf der Karte und in der Phan-tasie mündlich und schriftlich."

Es ist nickt ohne Interesse, dieser Zerrenner'schen Methode, welche im erstenDrittel unseres Jahrhunderts die deutsche, namentlich die sächsische L>chule beherrschte,die ursprüngliche Pestalozzi'sche entgegenzustellen. Pestalozzi selbst hielt auf einenRealunterrickt nichts, welcher den Kindern nur eine Menge von Bruckstücken aus Geo-