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Geographie in der Bottsschule.
etlicher nützlicher, theils natürlicher, theils weltlicher und anderer Dinge in guterOrdnung nach und nach (neben Religion, Lesen, Schreiben, Singen und Rechne»)unterrichtet werden solle. Darunter wurden verstanden Stücke ans der Naturgeschichte,Natur- und Seelenlehre, Heimats- und Vaterlandskunde, auch Haushaltungs- undCalenderkunde. Hiezu kam 1656 ein „Kurzer Unterricht 1) von natürlichen Dingen,2) von etlichen Wissenschaften, 3) von geist- und weltlichen Landessachen, 4) vonetlichen nützlichen Hausregeln." Das war das erste realistische Lehr- und Lesebüchlcin,welches das zum täglichen Wissen für jedermann Allernöthigste in allereinfachsterForm von Fragen und Antworten enthielt. Vorschrift war, daß alles, was zumUnterricht darin erfordert wird, zur Hand geschafft werden müße. Den Unterschiedder vier Theile der Welt sollte der Lehrer an der Kirche zeigen, wo der Altar immergegen Morgen zu stehen Pflegt. Das Vorbild des Herzogs Ernst, namentlich auchdessen Absicht, eine besondere deutsche Schule zu ordnen für diejenigen Knaben, welchezu Handwerkern, Künstlern und Kauflcuteu gethan werden sollen, war bestimmendfür A. H. Francke, den Sohn eines herzoglich Gothaischeu Hof- und Justizraths, beiden Lehrordnungeu seines Höllischen Waisenhauses. Schon im Jahr 1697 hat erverordnet: „Weil auch einer, der nicht studiret, dennoch die Uriuoixiu K8trouomiao,tlovArupIrms, UIiMouö, Histori-ro und was seines Orts oder Landes Polizeiordnungsei, zu wissen wohl vonnLthen Hab, wo er ein verständiger und dem gemeinen Wesennützlicher Mann werden will, wird ihnen auch außer den ordentlichen Schulstundenneben dem, daß sie zum Stricken angehalten werden, gleichsam spielender Weise vonallen diesen Wissenschaften das Nöthigste beigebracht, daß sie zum Exempel lernen,wie sie Gott aus der Natur erkennen und sich durch seine Werke zu seinem Lobereizen lassen sollen, wie sie ein Land vom anderen unterscheiden, wie sie reisen, wiesie einen Acker messen oder theilen, wie sic den Caleuder brauchen sollen u. s. w."Diese dürftigen Anfänge realistischen und geographischen Unterrichts für Volksschülerfanden Nachahmung. Zwar die 1729 erneuerte Schulordnung für die deutschen Schulendes Herzogthums Württemberg, welche durchaus hallischen Geist athmet, hat alsLehrfächer nur Religion, Lesen, Schreiben und Rechnen. Aber der 1744 in zweiterAuflage im Waisenhause zu Züllichau erschienene, von Fr. Sam. Bock, wie es scheint,einem Schüler Franckes, verfaßte „Wohlunterrichtete Dorf- und Landschulmeister" giebtAnweisung in §. 4: „Wie auch einigen Kindern etwas weniges von der Geographieoder Erdbeschreibung konnte beigebracht werden. 1) Die Schwächsten sind wegzu-lasscn, wie denn überhaupt das mehr wie ein Vergnügen denn als eine Arbeit an-gesehen werden muß. 2) Muß ein Schulmeister wenigstens die drei Karten von derErdkugel, von seinem Vaterlande und von dem gelobten Lande besitzen. 3) Weil auchdie Kinder sehr schwer begreifen, wie ein Stück Papier ein ganzes Land vorstellenkönne, so muß man ihnen dies auf einer Karte von unserem Vaterland begreiflichmachen, daß man ihnen auf derselben die ihnen bekannten Gewässer, Landschaften,Städt» und Grenzen zeige. Nach diesem werden sie bei den übrigen Karten die Ab-sicht des Schulmeisters und dieser ganzen Arbeit desto leichter begreifen. 4) Hierauszeige man ihnen auf der Erdkugel, wie die Länder aneinanderhangen und was vorgroße Gewässer und Meere in der Welt zu finden: sollten aber die Kinder nochnicht begreifen, wie ein Stück Papier so viele Länder vorstellen kann, so kann manihnen auf einem Abriß zeigen, wie man so viele Huben Landes, ein ganzes Dorf mitseinen Teichen, Wäldern, Sträuchern, Grenzen und Nachbarn ins Kleine zeichnet.
5) Auf der Karte müßen sie vor allem wissen, wo Morgen, Abend u. s. w. ist.
6) Endlich führe man sie zum gelobten Lande und zeige ihnen die Oertcr, Seen undFlüsse."
Also hier bereits Karten und Kartenkunde für Dorfschulen und eine Methoden-lehrc, welche freilich noch naiv genug ist und das Erste zum Letzten macht. Nochausführlicher, wenn auch nicht methodischer verfährt der 1749 von CH. Alb. Lösecke,Pastor zu Plaun an der Havel, veröffentlichte
„Wohlunterrichtete Schullehrer oder Anweisung, wie die auvertraute Jugend inden niedrigen Schulen zur Gottseligkeit, Singen, Beten, Lesen, Schreiben, Rechnen,guten Sitten, Betrachtung der Naturlehre, Gebrauch des Kalenders und anderen denLeuten in Städten und auf dein Lande nöthigen häuslichen Wissenschaften gründlich