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1 (1877) A - Liebe
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517
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Gemüth.

Geographie in Ser Volksschule.

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3) Bildung des Gemüths. Aus dem bisher Gesagten geht hinlänglich her-vor. welche sorgfältige Berücksichtigung der Erzieher der Bildung des Gemüths widmenmuß. Die Grundregel für die Bildung des Gemüths wird jedenfalls darin bestehen,daß das Gute und Wahre zur Sache des lebendigsten Gefühls im Menschen gemachtwerde. Diese Erfüllung des Gefühls mit dem Interesse für das Ewige und Allge-meine kann aber aus doppelte Art bewirkt werden, nämlich mittelbar durch Bildungdes Verstandes und des Willens und unmittelbar durch directe Anregung jdesGefühlslebens.

Was die mittelbare Bildung des Gemüths betrifft, so steht für die Schulenwenigstens die Bildung derselben durch die Erkenntnis ganz entschieden oben an. DieErkenntnis ist keine volle und den ganzen Menschen bildende, wenn sie bloß in demVerstände und im Gedächtnis haftet, ja sie geht selbst für Verstand und Gedächtnisbald genug wieder verloren, wenn sie nicht auch in das Gefühl einschlägt. Erst einsolcher Unterricht, der zugleich auch das Gefühl des Schülers erobert, erreicht seinenZweck. Und es ist eine Täuschung, wenn man meint, daß nur gewiße Unterrichts-gegenstände die Kraft hätten, in das Gemüth einzugreifen. Mag immerhin die Wahl-verwandtschaft z. B. des Religionsunterrichts mit dem Gemüth eine andere sein, alsdie des mathematischen: jede Erkenntnis hat es mit einer Bestimmtheit der Wahrheitzu thun, und jede Wahrheit erhebt und befreit auch ohne alle Frage das Gemüth.Darum ist ein wirklich guter Unterricht ein Hauptmittel für Veredlung und Befreiungdes Gemüths und daher in Schulen auch ein wesentliches Mittel der Disciplin sorecht von innen heraus.

Wie durch die Leitung des Willens mittelbar auf das Gemüth gewirkt werdenkann, darüber s. den ArtikelGewöhnung."

Die unmittelbaren Einwirkungen auf die Gemüthsbildung können verschieden-artig sein; unter ihnen sind weitaus die bedeutungsvollsten, obgleich oder vielmehrweil sie die unmerklichstcn und am wenigsten berechneten sind, die des Lebens unteranderen Menschen, die von einem gewißen Geiste beseelt sind. Die geistige Atmo-sphäre beeinflußt das Gemüth des Menschen, der täglich darin lebt, und zwar wirdes erhoben und harmonisch gestimmt und zu allem guten empfänglich gemacht, wennjene eine gute, dagegen verkümmert oder gar zerstört, wenn sie eine unsittliche ist. DerGeist der Familie, in welcher ein Kind aufwächst, ist in dieser Beziehung vor allemfür die Gemüthsbildung desselben von entscheidender Wichtigkeit (vgl. d. Art. Familie).Außer dieser Luft der geistigen Gemeinschaft, in der ein Mensch lebt, giebt es haupt-sächlich noch eine Reihe unmittelbarer Einwirkungen auf das Gemüthsleben, die sichder Pädagog nicht darf entgehen lassen, wenn er den vollen Gehalt des innerenMenschen zu Tage fördern will: es sind die von den schönen Künsten, namentlich derMusik, ausgehenden (vgl. d. Art. Kunst, Musik, Poesie).

Genetisch, s. Methode.

Tie Geographie in der Volksschule. Armselig war ihr wie der übrigenRealien*) Eingang in die deutsche Schule, mühselig ihr Fortgang bis in die neuereZeit. Eine erste Spur von ihr findet sich ums Jahr 1590 in der Armenschule,welche mit dem von Georg I. von Hessen-Darmstadt gestifteten Waisenhause verbundenwar. Unter den nützlichen Büchern, in welchen die Knaben zu bestimmten Tagenund Stunden lesen sollten, ist neben den Historien auch genanntDie Kosmographie",wohl die von Sebastian Münster (s- 1552) heransgegebcne, eine der ersten deutschenErdbeschreibungen nächst dem Weltbuch von Seb. Francke (si 1545.) Ein halb Jahr-hundert später hat Herzog Ernst der Fromme von Sachsen-Gotha einenMethodusoder Bericht" ausgehen lassen,wie nächst göttlicher Verleihung die Knaben undMädchen auf den Dorfschaften und in den Städten die untersten Classcs der Schul-jugend im Fürstenthum Gotha kurz und nützlich unterrichtet werden können undsollen." In diesem Schulmethodus, der von 1648 bis 1685 fünfmal in veränderterForm erschien, ist geordnet, daß wo man mehr als einen Lehrer hat, in Wissenschaft

*) Die äußere Geschichte der Realien oder der sogenannten gemeinnützigen Kenntnisse inder Volksschule ist im Folgenden mitumrissen.