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Fröbel.
hat, durchaus keine Anschauung, ob sie ein irgendwie zusammenhängendes organischesGanzes gewesen sei. Fröbel zog sich auck bald von der unmittelbaren Leitung derKeilhauer Anstalt zurück und überließ sic seinen Freunden, unter denen außer demtrefflichen Barop besonders Langenthal und der edle, durch und durch gemüthlicbeMiddendorfs erwähnt zu werden verdienen. Von 1831 an finden wir Fröbel in derSchweiz und erst 1836 kehrt er nach Deutschland zurück und wendet sich nun fastausschließlich der Erziehung der Kinder vor dem schulpflichtigen Alter zu.
Diesem sollen die Fröbel'schen Kindergärten dienen. Die erste Stiftung der-selben fällt mit dem vierhundertjährigen Jubiläum der Erfindung der Buchdruckerkunftzusammen und wird von Fröbel als ein gemeinsames deutsches Erziehungswerk hinge-stellt. Den Namen: Kindergarten gab er übrigens diesen Anstalten theils deshalb, weiler es für nothwendig erachtete, daß mit denselben ein Garten in Verbindung stände,theils auch wegen einer gewißen Symbolik, nach der er die Kinder mit den Pflanzendes Gartens verglich. Der erste Kindergarten wurde in Blankenburg bei Rudolstadtbegründet. Den Zweck desselben giebt Fröbel in folgenden Worten an: „Er sollKinder des vorschulfähigen Alters nicht nur in Aufsicht nehmen, sondern auch ihneneine ihrem ganzen Wesen entsprechende Betätigung geben, ihren Körper kräftigen,ihre Sinne üben und den erwachenden Geist beschäftigen und sie sinnig mit der Naturund der Menschenwelt bekannt machen, besonders auch Herz und Gemüth richtigleiten und zum Urgründe alles Lebens, zur Einigkeit mit sich hinführeu." Dasadäquate Mittel, um diesen Zweck der Kindergärten zu erreichen, ist das Spiel.Das Kind in diesem Alter arbeitet noch nicht, sondern es spielt; es kommt daherdarauf an, seiner Spielluft eine solche Leitung zu geben, daß durch das Spiel alleszur Entwicklung kommt, was das Kind in sich trägt und was sich zur Entwicklungvon selbst hervordrängt. Denn dem Kinde muß keine Gewalt angethan werden infeinen Spielen, sondern cs ist ihm nur Anstoß zu geben, das zu thun, was es vonselbst thun würde, wenn es seinen innern Genius recht verstände. Daher eignet sichzur Leitung von Kindergärten vorzugsweise das gebildete Frauengemüth, da der Mannin der Regel sich zu sehr durch den reflectirenden Verstand und durch eine gewißeWillenshärte bestimmen läßt, um spielenden Kindern alles sein zu können. Fröbelsgroßes Verdienst um die Kindergärten besteht nun besonders darin, daß er die Kinder-spiele der sorgfältigsten Betrachtung unterwarf und in der Untersuchung, was dieKinder spielen können und spielen sollen, einen bewundernswürdigen Scharfsinn zeigte.Er gab mehrere Schriften heraus, in denen er seine Ansichten über die Kinderspieleund ihre Leitung veröffentlichte, von denen wir nur bemerken: Ein Ganzes von Spiel-und Beschäftigungskästen für Kindheit und Jugend 1. bis 5. Gabe. Die Spiele sindnach ihm theils Bewegungs- theils geistige Spiele. Jene üben vorzugsweise dieGlieder und Sinne, diese die geistigen Anlagen in ihren Anfängen; beide aber greifenauch in einander über und bilden ein Ganzes. Das Nähere enthält der Art. Klein-kindcrsckmlen.
Wie Fröbeln schon in seinen frühem pädagogischen Unternehmungen der bereitserwähnte edle Middendorfs treulich unterstützte, so förderte dieser auch die Begründungder Kindergärten in jeder Weise. Bei seinem liebevollen und kindlich-sinnigen Wesenwar Middendorfs vorzugsweise geeignet, Kindergärten zu leiten. Auch schrieb er überdieselben selbst ein Buch, welches er der deutschen Nationalversammlung in Frankfurtzur Würdigung vorlegte: Die Kindergärten. Bedürfnis der Zeit, Grundlage einigen-der Volkserziehung. Blankenburg, 1848. Fröbel selbst aber gieng in den letzten12 Jahren seines Lebens ganz auf in Betrachtungen über das Wesen der Kinder-gärten und in praktischen Versuchen, dieselben ins Leben einzuführen und schied mittenunter diesen Bemühungen mit dem Bewußtsein aus diesem Leben, daß er für dasWohl der Menschheit nach Kräften gearbeitet und die ihm von Gott gewordene Mis-sion redlich erfüllt habe. Die Fröbel'schen Kindergärten enthalten denn auch, abgesehenvon manchen Tändeleien, die sie bei ihrer ersten Gründung in sich aufnahmen, einengesunden lebensvollen Kern, der unserer Nation nicht verloren gehen darf, sonderneiner kräftigen Fortentwicklung ebenso fähig ist, als dieselbe verdi'ent.
Zum Schluß wollen wir noch bemerken, daß in dem Obigen die Lichtseite vonFröbels Bestrebungen und System hervorgehoben ist, und wir glauben damit den