Druckschrift 
1 (1877) A - Liebe
Entstehung
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Fclbiger.

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Rückkehr von Berlin beginnt nun von seiner Seite eine aufbanendc und reformirendeThätigkeit ans dem Gebiete des Volksschulwesens. Er schickt in der Stille auf seineKosten mehrere junge Männer zur Instruction nach Berlin, wiederholt selbst seineReise nach Berlin (und Bergen), stiftet Anstalten zur Bildung von Schullehrern,Seminare d. h. Normalschulen (zur Veranschaulichung und Einübung des neuenUnterrichtsverfahrens) zu Sagan, zu LeubuS, Grüssau und Randen, später in Bres-lau, in Natibor und Habelschwcrdt, arbeitet mit Wort und Schrift, wie durch eigeneTheilnahme am Unterricht für Hebung des Unterrichts, giebt eine Reihe instructivcrSchulbücher in einer eigenen Buchdruckcrei heraus, sorgt für Verbesserung der Schul-Lesoldungen und dringt überall auf eine geregelte Ordnung des Schulwesens. Sowar es natürlich, daß die preußische Regierung, welche soeben im Jahr 1763(12. Aug.) das bekannteGeneral-Land-Schulrcglement" veröffentlicht hatte, und ins-besondere der schlesische Minister Graf Schlaberndorf in ihm den rechten Mannsahen, ihre beabsichtigten Schulverbesserungen auch in den neuen katholischen Landes-theilen durchzusetzen. Man stellte ihn an die Spitze der neuen Organisationen. DieAusarbeitung und Durchführung desLandschulreglements für die Römisch-Katholischenin Städten und Dörfern des souveränen Herzogthums in Schlesien und in der Graf-schaft Glatz" vom 3. Nov. 1765 war insbesondere sein Werk, wie denn nun auch diesesGesetz ihn auf die beste Weise kennzeichnet. Es dringt auf die sorgfältige Heran-bildung von Lehrern und einen obligatorischen Besuch der gegründeten Seminare,welche insbesonderein der Kunst, die Jngend in der deutschen Sprache zu unter-richten, nach der für die katholischen Schulen beliebten Lehrart, dieerforderliche Geschicklichkeit mitthcilen sollen." Diese Lehrartbefehlen wir überallzu gebrauchen, das Wesentlichste davon, so in der Buchstabenmethode,dem Tabcllarisiren, durch Frag und Antwort und Zusammen-Unter-richtcn besteht, durchgängig einzuführen, wie auch die hiezu verfaßten Bücher undTabellen überall zu brauchen." Im weitern wird der Besuch der Seminare vonSeiten aller Kandidaten des geistlichen Standes anbefohlen, Näheres über die äußereOrdnung der schulen und die stufenmäßige Methode des Unterrichts festgesetzt, derSchulzwang und eine Controle des Schulbesuchs streng normirt, zu diesem Behufcdie besondere Unterstützung der mittellosen Kinder von Gemeinde wegen befohlen, undendlich eine sorgfältige Schulaufsicht und Schulvisitation nach Gemeinden undDistricten theils durch die Ortspfarrer und die Erzpriester, thcils durch besondere vonder Regierung ernannte Obcrschulinspcctoren aus dem geistlichen Stande angeordnet.Auf der Grundlage dieses Statuts entwickelte nun Fclbiger, der die Durchführungder Schulverbesserung immer mehr als seine Lebensaufgabe erkannt hatte, freilichunter großen Schwierigkeiten, eine außerordentliche, vielgeschäftige Thätigkeit.. Ueberdie Tendenz seiner Bestrebungen spricht er sich in seiner Hauptschrift:Eigenschaften,Wissenschaften und Bezeigen rechtschaffener Sckulleute, um nach dem in Schlesien fürdie Römisch-Katholischen bekannt gemachten Landschulreglement der Jugend nützlichenUnterricht zu geben" (Sagan 1760. Bamberg und Würzburg 1772) folgendermaßenaus:Die alten Schulleute sahen vornehmlich nur auf das Gedächtnis und plagten

die Jugend mit Auswendiglernen. Bei der neuen Lehrart sucht man u) das Ge-

dächtnis nicht mit bloßen Wörtern, sondern auch mit Sachen anzufüllen; b) denVerstand zu üben, zum Nachdenken und Ueberlegen anzuführen; o) von allen Dingenden Grund anzugebcn, daß die Jugend ihn cinsehe; ä) die Jugend durch Fra-gen (durch Katechismen) anzuhalten. Vorhin lehrte man in den Schulen,ohne sich zu bekümmern, ob man das, was man der Jugend beibrachte, so lehrte,wie man es brauchte. Jetzt bemühet man sich, nichts, als was man im gemeinen

Leben braucht und so wie man es brauchet, zu lehren und sowohl vernünftige als

auch brauchbare, arbeitsame und gesittete Leute zu bilden. Die alten Schulleutedachten wohl kaum daran, wie sie geschwinder und besser ihren Zweck erlangen könn-ten. Jetzt sucht man den Schülern das Lernen zur Lust und angenehm, so wenigbeschwerlich als möglich zu machen und in kurzer Zeit und mit weniger Mühe alleKinder durch die Schule vermöge des Zusammen-Unterrichtes zu unterweisen.Ehedem war es der Willkür eines jeden Schulmanns überlassen, wie er unterrichtenoder eines nach dem andern vortragen wolle. Nun hat man alles, was soll