Eigenthumstrieb.
Einüben.
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triren und mitIeigener Freithätigkeit sie zu gestalten und umzuformen. Dazu eignensich ganz vorzüglich Sand und einfache Klöhe zum Bauen. Je weniger die Spiel-sachen bloß zum augenblicklichen Genüsse, je mehr sie zur Erregung der Selbstthätigkeitdienen und die Phantasie und Erfindungslust des Kindes ins Spiel versetzen, destobesser sind sie.
Die Hauptsache ist auch hier wieder, daß das Kind in seinen Erziehern undLehrern selber musterhafte Beispiele vor Augen habe von jener christlichen Verwendungdes Eigenthums, wie sie in dem apostolischen Wort (1 Petr. 4, 10) ausgesprochenist, „dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als dieguten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes" (vgl. G. Baur, Er-ziehungslehre, 2. Ausl. S. 219 ff.).
Einbildungskraft, s. Phantasie.
Einfälle — der Kinder sind Zeichen erwachenden Verstandes und einer dieersten Schwingen regenden Urtheilskraft, welche bei dem natürlichen Mangel ent-wickelter Erfahrungsbegriffe an diesem oder jenem neuen Gegenstand einen Punctherausgreift, um ihn in Beziehungen zu Bekanntem zu bringen, ob solches nun ver-kehrt aussällt oder einschlägt und eine blitzartige Erleuchtung zeigt. Schon Rousseauwarnt mit Recht vor Ueberschätzung derselben; denn zu witzigen Einfällen antreiben,heißt gerade das Anmuthigste daran zerstören — die Naivität; im Gegentheil isthäufig besser, sich nur hinter dem Rücken des Kindes darüber zu freuen, denn anfcuern-des Lachen verleitet zum Fortfahren, das dann schnell ins Thörichte oder Plumpefällt. Eltern, welche etwa auf ihr „geistreiches" Kind stolz sind, mögen bedenken,daß man bei behenden Begriffen ein seichter Mensch sein kann und daß der Witz,welcher nach Einfällen hascht, dem Reifen der Urtheilskraft im Wege steht, die nachEinsichten strebt. — Auf der andern Seite ist ein pedantisches Niederhalten undUeberdemnundfahren nicht minder unpädagogisch. Einfälle sind zwar nur zufälligeBewegungen des Geistes, aber es sind Bewegungen und man kommt in Gefahr, ihnlahm und steif zu machen durch rigorosen Druck. Sie sind aber auch zum Theil,obgleich nur vorübergehende Aufhellungen dessen, was im Kind liegt, da über die inDämmerung gehüllte Gegend ein schneller Strahl zuckt. — Man soll sich nicht zu vielversprechen von Einfällen der Kinder, denn nicht alle Funken werden zu einem Feuer,aber man soll sie nicht ignoriren, denn „Feuer fängt mit Funken an."
Enrflüstern (Einblasen, Einhelfen, Eiusagen, Vorsagen) re. ist einin allen Arten von Schulen sich von selbst ergebendes, deshalb auch ein altes Nebel.Bei der Controle des Pensums muß jeder Lehrer sich die Aufgabe stellen >, das Ein-flüstern zu verhindern und, wo es als Gewohnheit herrscht, es systematisch auszurotten,ohne sich an den hieraus erwachsenden Zeitverlust zu kehren. Oft scheint das Einflüsternentschuldbar, aber auch dieses ist nicht zu dulden, da es den Lehrer hindert, das Maß derLeistungsfähigkeit bei dem einzelnen Schüler genau zu beobachten. In Volksschulenist es namentlich durch Präcision in allen Formen der Fragestellung und Antwort-gebung zu bekämpfen. Große Dienste thut das Aufzeigen (Handerheben) der Schüler,die eine Antwort wissen, schon deshalb, weil es ihrem Sinn eine andere Richtunggiebt. Die gröberen Formen des Betruges durch Einflüstern muß man sorgsambeobachten. Spielende Bewegungen der Hand, des Buches nach dem Munde habenoft Verdeckung des Einflüsterns zum Zweck. Verschwinden hinter dem Vordermann istohnehin jedem Lehrer verdächtig. Mit besonderer Strenge hat man auf alle Spurenvon dringender Aufforderung oder gar Nöthigung zum Einflüstern durch Drohungenzu achten.
Eine Schule, in welcher das unredliche, für die Fortschritte wie für die Sittlich-keit der Schüler gleich verderbliche Einflüstern herrschend ist, leidet an einem wesent-lichen Gebrechen.
Einspcrren, s. Strafen.
Eintritt der Schüler, s. Aufnahme.
Einüben heißt etwas so üben, daß man es inne hat und als über einen freienBesitz darüber verfügen kann. Der Leseschüler z. B. hat in kurzer Zeit alle Buch-staben kennen gelernt, aber wie viele Mühe muß noch darauf verwandt werden, biser die Fertigkeit des Lesens so inne hat, daß er die einzelnen Buchstabenformen