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1 (1877) A - Liebe
Entstehung
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Doppeluntcrricht.

Dummheit.

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bar und mündlich lehrend abgeben kann, so folgt von selbst die Nothwendigkeit, lauteund stille Pensen zu unterscheiden, und derjenigen Abtheilnng, welche nicht gerade denunmittelbaren Unterricht des Lehrers empfängt, ein stilles Pensum zuzuthcilcn.Während so die eine der Abtheilungen den unmittelbaren Unterricht dcS Lehrersempfängt, hat die andere oder haben die anderen (im ganzen oder in mehreren Unter-abtheilungen) stille für sich etwas zu lesen, zu repctircn, zu präpariren, zu mcmorireuoder eine schriftliche Ausgabe (Ucbersetzung, Aufsatz re.) zu fertigen, oder endlickgruppenweise unter Aufsicht und Leitung eines ausgestellten Mitschülers eine mündlicheUebung (halblaut) oder eine schriftliche (leise) vorzunehmcn. Auch die Hauptabthci-lung, die der Lehrer unmittelbar unterrichtet, kann er entweder gemeinsam unterrichtenund üben, oder er kann auch sie in Gruppen (Kreisen, Unterabtheilungcn) unterseiner speciellen Leitung mit Aufgaben beschäftigen. Ersteres eignet sich vorzugsweisefür den religiösen und historischen Stofs, auch Zeichnen, Singen, Lesen, letzteres vor-zugsweise für den Unterricht in der Mathematik (Zahlen- und Raum-Größenlehrc).

Was den vierten Punct, das Verhalten des Lehrers bei dem Doppel-unterrichte betrifft, so ist leicht zu erachten, daß dabei größere Ansprüche an die Ge-wandtheit, Umsicht und Energie des Lehrers gemacht werden, als bei dem einfachenUnterrichte einer ungetheilten Classe. Denn bei dem Unterrichte in Abteilungen mußer seine Aufmerksamkeit zwischen beiden Abtheilungen theilen, uni die eine zu unter-richten, die Selbstthätigkeit und Ordnung der andern zu überwachen. Während erzu der einen Abtheilung mit dem Munde spricht, muß er zu der andern mit denAugen reden. Kurz seine Persönlichkeit muß beide Abteilungen in beständiger regerThätigkeit erhalten. Und dies ist nicht ganz leicht, wenn es dem Zwecke entsprechensoll. Sein Auge muß stets die ganze Schule beherrschen, besonders auf die läßigcnoder schwatzhaften Schüler gerichtet sein, er muß die Kunst verstehen, mit jeder derkleinen nnd großen Abteilungen in fortwährendem geistigen Verkehre zu stehen, sodaß er an dem Lcrngeschäft einer jeden Gruppe Anteil nimmt, ohne darüber deranderen zu vergessen. Besitzt er diese Gewandtheit nicht, so wird er besser thun, dieganze Abteilung beisammen zu lassen, oder sich zur Leitung der einzelnen Abtei-lungen der Monitoren zu bedienen, oder wenigstens die zweite Hauptabtheilung nurmit Schreiben und Aehnlichem zu beschäftigen.

Dorfschule, s. Landschule.

Drcfsiren, s. Abrichten.

Drohung, s. Strafen.

Dummheit ( Dunkelheit im Kopf) ist ein Mangel der Urteilskraft, ent-weder von Natur als Schwäche der Begabung, oder dnrch Schuld, da jene Kraftnicht geübt oder falsch gerichtet wird. Sie unterscheidet sich von der Unwissen-heit dadurch, daß diese Mangel an Wissensstoff hat, neben welchem jemand doch inseiner Art geschcidt sein kann; nur kann auch umgekehrt, wer von Natur nicht dummist, doch mit der Zeit es werden, wenn er unterläßt, seinen Geist im Denken zuüben (daher denn aus gescheidten Kindern dumme Menschen werden können).Ferner unterscheidet sich die Dummheit von der Einfältigkeit dadurch, daß diesenur nicht viel, jene aber verkehrt ausfaßt, während Einfalt als Kraft und Wille,ohne Aufwand von prunkendem Verstand gerade auf das Ziel loszugchen, eine Be-gleiterin der Weisheit und ihr Schild ist; von der Albernheit dadurch, daßdiese in einem mit Witz vermengten Mangel an Urtheilskraft, von der Thorheitdadurch, daß letztere in Verderbnis eines möglicherweise glücklichen Verstandes durchmoralische Verkehrtheit besteht, so daß was ein solcher Verstand an Gedanken auf-erbaut, unter sich präcis und conseguent sein kann, aber wegen des lockeren Funda-mentes sich verschiebt und baufällig wird; daher die Schrift als der Weisheit An-fang die Furcht Gottes nennt, durch welche auch in Wahrheit die Gründe des Lebensfest und geebnet werden, Thoren aber nennt sie diejenigen, welche in ihrem Herzensprechen: es ist kein Gott. Man muß ordentlich Verstand haben, Wenns in derThorheit ein Stück geben soll.

Ob ein Zögling dumm sei, ist in der Regel nicht schwer zu erkennen. Schwie-riger ist die Heilung oder Verminderung dieses Fehlers, namentlich Weil dazu nebenPädag. Handbuch. I. 22